EU-Projekt Endeavour plant Monitoring Platform

SDN für Internetknotenpunkte

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Peter Schmitz

Die EU fördert das Projekt mit Mitteln des Programms „Horizon 2020“.
Die EU fördert das Projekt mit Mitteln des Programms „Horizon 2020“. (Bild: Endeavour)

Per Software-Defined Networking (SDN) soll EU-Projekt Endeavour die Beschränkungen des bisherigen Interconnection-Modells im Internet aufheben. IP-Insider hat beim DE-CIX nachgefragt, was das für Netzneutralität und Geheimdienstüberwachung bedeutet.

Die Teilnehmer des bereits seit Anfang des Jahres laufenden Forschungsprojekts Endeavour wollen SDN-Anwendungen entwickeln, mit denen Internet Exchanges und ihre Kunden den Fluss von Datenströmen im Internet optmieren können. Vordergründiges Ziel dabei: Immer anspruchsvollere Anwendungen sollen auch in Zukunft problemlos laufen, Content Delivery Networks (CDN) optimal angebunden werden, Videostreams ruckelfrei zum Endanwender gelangen.

Eine zentrale Rolle hierfür spielen Internet eXchange Points (IXP), welche die 20.000 Einzelnetze des Internets miteinander verbinden. Für diese Knotenpunkte will das Projekt eine Monitoring Platform entwickeln. Auf der Endeavour-Webseite werden zudem Demoanwendungen für „multi-homing“, „application-level traffic engineering“ und „flow anomaly detection“ in Aussicht gestellt.

Das Thema Netzneutralität beträfen die genannten Forschungen allerdings nicht, erläutert Harald Summa, Geschäftsführer der an Endeavour beteiligten DE-CIX Management GmbH: „Der DE-CIX spielt in dem Forschungsprojekt den Part, zu ergründen, welche Rolle und Techniken Austauschpunkte in einer solchen virtuellen, software-gesteuerten Netzwelt, spielen können und/oder spielen werden. Dabei hat der DE-CIX nichts mit der Übertragung von Datenpaketen zu tun, sondern mit der Vermittlung von generellen Datenströmen an den Netzübergängen.“

Austauschpunkte seien dabei Beispiele für gelebte Netzneutralität und verbänden die Einzelnetze des Internet auf einer neutralen Ebene. Datenpakete würden auf Layer 2 (Ethernet), unabhängig vom Inhalt und neutral von Sender zum Empfänger zwischen unterschiedlichen Marktteilnehmern – darunter: Carrier, Internet Service Provider und CDNs – ausgetauscht. Diese Abstraktionsebene habe nichts mit Anwendungen zu tun.

Unsere provokative Frage, ob sich Daten über eine SDN-Architektur leichter als bisher an Geheimdienste weiterleiten ließen, ließ Summa unbeantwortet.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt Endeavour läuft bereits seit Anfang 2015. Die EU fördert das Vorhaben mit Mitteln des Programms „Horizon 2020“. An Endeavour beteiligen sich neben dem DE-CIX auch die Queen Mary University of London (Großbritannien), die Université catholique du Louvain (Belgien), die University of Cambridge (Großbritannien), das Centre National de la Recherche Scientifique (Frankreich) und IBM Research - Zurich Lab (Schweiz). Details und erste Paper gibt es auf der Webseite des Projekts.

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