Bitkom: „Deutschland muss seine Investitionen deutlich erhöhen“

Schweiz hat die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für ITK

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Deutschland investierte 2015 pro Einwohner nur rund halb so viel in ITK (ohne Consumer Electronics) wie die Schweiz.
Deutschland investierte 2015 pro Einwohner nur rund halb so viel in ITK (ohne Consumer Electronics) wie die Schweiz. (Bild: Bitkom)

In der Schweiz sind 2015 die ITK-Ausgaben um zwei Prozent auf 2.992 Euro je Einwohner gestiegen. Wie der Bitkom auf Grundlage von Berechnungen des European Information Technology Observatory (EITO) mitteilt, ist dies fast doppelt so viel wie in Deutschland.

„Die Pro-Kopf-Ausgaben für IT-Produkte und Telekommunikation sind ein wichtiger Indikator für die Digitalisierung einer Volkswirtschaft und für die digitale Ausstattung von Privathaushalten“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom. „Die Zahlen belegen, mit welchem Nachdruck Politik und Wirtschaft in der Schweiz die Digitalisierung vorantreiben. Uhren und Schokolade sind das Schweizer Klischee, Spitzenplätze in den internationalen Digital-Rankings sind die Realität.“

In Deutschland hätten die Pro-Kopf-Ausgaben für IT und Telekommunikation im vergangenen Jahr um rund drei Prozent auf 1.551 Euro zugelegt. „Deutschland muss seine Anstrengungen und seine Investitionen deutlich erhöhen, wenn wir zu den führenden Nationen aufschließen wollen“, so Rohleder. Im Ländervergleich stehe Norwegen hinter dem Spitzenreiter Schweiz auf dem zweiten Platz (2.474 Euro), gefolgt von den USA (2.468 Euro). Auch in Dänemark, Schweden und Großbritannien würden pro Kopf mehr als 2.000 Euro investiert.

Am schnellsten wachsen laut Bitkom die Ausgaben in Indien (plus 10 Prozent auf 42 Euro), Lettland (plus neun Prozent auf 388 Euro), in der Türkei (plus acht Prozent auf 256 Euro) sowie in China (plus acht Prozent auf 237 Euro). Nur in einem Land seien die Ausgaben deutlich rückläufig: In Russland seien die Ausgaben je Einwohner im Zuge der Rezession um rund acht Prozent auf 281 Euro gesunken. Griechenland habe einen leichten Rückgang um zwei Prozent auf 480 Euro, Japan ein Minus von einem Prozent auf 1.429 Euro gemeldet.

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