Bundesbürger sehen Nachholbedarf bei ihren Arbeitgebern

Schlechtes Zeugnis für digitale Transformation am Arbeitsplatz

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Prophet-Partner Felix Stöckle warnt vor „Digitalem Darwinismus“ – der Auslese all jener, die bei der digitalen Transformation nicht mithalten könnten.
Prophet-Partner Felix Stöckle warnt vor „Digitalem Darwinismus“ – der Auslese all jener, die bei der digitalen Transformation nicht mithalten könnten. (Bild: Prophet)

Deutsche Unternehmen hinken nach Meinung der eigenen Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Zukunft hinterher. Rund sechs von zehn Arbeitnehmern sehen sich privat besser auf neue Technologien vorbereitet als ihre Arbeitgeber. Dies ergab eine Umfrage der Markenberatung Prophet.

Der von Prophet durchgeführten Befragung von 1.000 deutschen Arbeitnehmern zum Thema „Digitale Transformation am Arbeitsplatz“ zufolge meint jeder zweite Mitarbeiter, dass seine Firma Nachholbedarf im Umgang mit sozialen Netzwerken hat. Die Skepsis gegenüber der digitalen Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens und damit der langfristigen Sicherheit der Arbeitsplätze sei offenbar groß.

Laut Prophet bemängeln fast zwei Drittel der Befragten, dass sie nicht regelmäßig in elementaren Zukunftstechnologien geschult werden. Immerhin 48 Prozent der Arbeitnehmer würden monieren, ihnen sei die digitale Strategie des eigenen Unternehmens unbekannt. Vor allem jüngere Mitarbeiter bewerteten ihren „digitalen Vorsprung“ gegenüber dem Arbeitgeber als besonders groß.

„Für viele Unternehmen bedeutet die digitale Transformation eine der größten Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. Dieser Wandel passiert in einer Geschwindigkeit, die einige Manager überfordert“, analysiert der Marken- und Digitalexperte Felix Stöckle die Ergebnisse der Umfrage. Stöckle ist Partner im Berliner Büro der Strategieberatung Prophet. In den Konzernen müssten Geschäftsmodelle, neue Angebote, sowie alle internen Abläufe neu definiert, erhebliche Investitionen getätigt und vor allem Mitarbeiter von den notwendigen Änderungen überzeugt werden.

Wer bei der Transformation nicht mithalten könne, werde schnell aus dem Business katapultiert. „Digitalen Darwinismus“ nennt Stöckle diese Auslese. Nur die Unternehmen, die in der Lage seien, sich schnell genug an die veränderten Kundenbedürfnisse anzupassen und die technologischen Entwicklungen umzusetzen, könnten in diesem Prozess als Sieger hervorgehen. Die deutschen Konzerne stünden im internationalen Vergleich mäßig dar, meint der Strategieexperte. „Viele Verantwortliche stehen ratlos vor diesen Entwicklungen, basteln mal hier eine App, dort ein YouTube-Video und hinterlassen einen Flickenteppich digitaler Maßnahmen“, sagt Stöckle. Ein strategisches Agieren sehe seiner Meinung nach anders aus.

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