Hard- und Software für ein schnelles Disaster Recovery im Wide Area Network (WAN)

Riverbed beschleunigt WAN-Datenreplikation und -Oracle-Anwendungen

14.11.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Riverbed Technology verbessert mit aktuellen Versionen seiner WAN-Beschleunigungs-Software „Rios 4.1“ und der Appliance „Steelhead 6120“ insbesondere die Disaster-Recovery-Funktionen. Außerdem lassen sich nun auch „Oracle 11i“-Anwendungen auf Web-tauglich tunen.

Taneja-Group-Analyst Arun Taneja scheint überzeugt: „Die neue Version vereint Funktionen, mit denen Unternehmen sich auf den Disaster-Fall besser vorbereiten und bei Eintritt eines solchen besser darauf reagieren können.“ Zudem sei das Konzept etwas Neues: „Die anwendungsspezifische Optimierung für Disaster Recovery auf mehreren Ebenen inklusive einer Hardware-Optimierung, die für hohe Arbeitslasten konzipiert ist, ist eine echte Neuheit im WDS-Bereich (WDS = Wide Area Data Services).“

Dass Ausfälle der IT immense Schäden hervorrufen können, ist bekannt. Laut einer Studie der Fibre Channel Industry Association liegen die potenziellen durchschnittlichen Kosten für eine Stunde Ausfallzeit zwischen acht Millionen Dollar für Handelsgesellschaften und 2,8 Millionen Dollar für Kreditkarten-Unternehmen und Energie-Erzeuger. Im produzierenden Gewerbe betragen sie 1,6 Millionen Dollar.

Doch es reicht nicht, entsprechende ausfallsichere Infrastrukturen zu schaffen. Oftmals reichen die Zeitfenster, die für Backups zur Verfügung stehen nicht mehr aus. Der Ansatz von Riverbed zielt deshalb darauf, die Zeitfenster verkleinern zu können, damit etwa die Häufigkeit von Sicherungsmaßnahmen erhöht werden kann. Außerdem soll das Recovery schneller vonstatten gehen können.

Das Problem-Beispiel

Taneja berichtet von einem 1.000-Mitarbeiter-Hersteller medizinischer Geräte, der kein inkrementelles Backup in dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster zum eigenen Disaster Recovery-Standort habe replizieren können. Somit sei seine Disaster Recovery-Strategie hinfällig gewesen. Mit der Installation von Steelhead Appliances habe sich die Datenübertragung jedoch um das 12-fache beschleunigt.

Die Software Rios, Version 4.1, ist ab sofort bei einem bestehenden Maintenance- und Support-Vertrag ohne zusätzliche Lizenzkosten verfügbar. Die Steelhead Appliance 6120 steht ab Donnerstag, den 15. November 2007 zum Listenpreis von 119.995 US-Dollar bereit.

Das Software-Update

Das Software-Update kombiniert nach Herstellerangeben die bisherigen Disaster-Revovery-Funktionen des Tools mit Verhaltensanalysen des Datenverkehrs, um die zu übertragenden Daten nach Typ und Größe zu beschleunigen. Das erlaube eine dynamische Beschleunigung sowie ein Erkennen von Disaster-Recovery-Vorgängen wie die Datenreplikation und Backup-Routinen ohne manuelle Eingriffe. Zudem lese das System Daten auf dem Plattenspeicher effizienter als bisher, um sie zu replizieren.

Darüber hinaus bietet Riverbed für das Replizieren von Daten spezielle Algorithmen für Muster auf der Festplatte. Alternative Disk-basierte Produkte stoßen häufig an ihre Grenzen, wenn große Datenmengen sie überfordern, so der Hersteller. Sie werden dann zum Flaschenhals und verlangsamen Replikations-Prozesse.

Die Appliance ist für den Einsatz zwischen zwei Rechenzentren konzipiert. Zugleich kann das Gerät aber auch die Datenübertragung zu Zweigstellen und mobilen Mitarbeitern beschleunigen. Mit einer Rohkapazität von sieben Terabyte und einen Datenspeicher mit über drei Terabyte wurde die Kapazität gegenüber dem bisher leistungsfähigsten Modell gesteigert.

Die Hard- und Software-Kombi

Laut Eric Wolford, Senior Vice President Marketing and Business Development bei Riverbed, brauchen Unternehmen, die sehr große Datenmengen über große Distanzen replizieren, sowohl die Soft- als auch Hardware-Lösung. „Im Falle der Datenreplikation ermöglicht es RiOS 4.1 in Kombination mit der Steelhead Appliance 6120, die Last aufzufangen, die Art des Datenverkehrs zu identifizieren und die Übertragung über das WAN zu beschleunigen – ohne dabei zu einem Flaschenhals zu werden.“

Schließlich erlaubt die Version 4.1 von Rios nun auch eine Protokoll-Optimierung für den „Oracle-Forms“-Datenverkehr, den alle E-Business-Anwendungen des Anbieters nutzen. Durch die Verwendung neuer Beschleunigungs-Techniken für das Oracle „Jinitiator“ Web-Browser Plug-in kann die Riverbed-Software nun Oracle-11i-Anwendungen beschleunigen, die Forms nutzen.

Rios im Test

Einer der ersten Anwender ist BigBand Networks, ein Breitband Service Provider mit Netzwerk-Lösungen, welche die Übertragung, Verwaltung und Bezahlung von Videos einfacher machen sollen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Redwood City, Kalifornien, und betreibt weltweit Niederlassungen. Die Nutzerbasis besteht aus mehr als 100 Kabelnetzbetreibern und Telefonunternehmen, von Nord- und Lateinamerika bis nach Europa und Asien.

Nach dem Test der 4.1-Version sagte Eugene Alfaro, Director of IT Services bei BigBand Networks: „Mit Riverbed erreichten wir eine Reduzierung um 90 Prozent unseres Oracle 11i Datenverkehrs. Darüber hinaus nutzen wir die Steelhead QoS-Fähigkeiten, um die Performance zu steigern und um damit den Erwartungen unserer Oracle-Nutzer in den Zweigstellen zu entsprechen.“

Mit Rios 4.1 erhalten Unternehmen Verschlüsselungsmöglichkeiten für die auf den Steelhead-Festplatten gespeicherten Daten. Die Verschlüsselungsstandards unterstützen unter anderem AES 128, 192 und 256-Bit.

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