Verluste ausgeweitet, 30 Prozent der Belegschaft vor Kündigung, BB10 auf 2013 verschoben

RIM muss um seine Existenz bangen

| Redakteur: Harry Jacob

Für Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) wird die Lage immer schwieriger.
Für Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) wird die Lage immer schwieriger.

Research in Motion befindet sich in einem Teufelskreis aus schlechten Nachrichten, die den Blackberry-Hersteller nach unten ziehen. Dass der Turnaround noch zu bewerkstelligen ist wird immer unwahrscheinlicher.

Mit 3 Cent Verlust je Aktie hatten die Analysten gerechnet, nachdem RIM-CEO Thomas Heins vor einem Monat eine Verlustwarnung herausgegeben hatte. Geworden sind es dann 99 Cent, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Daraufhin stürzte der Aktienkurs um 18 Prozent ab und liegt nun nur noch knapp über 9 US-Dollar.

Die Gründe liegen auf der Hand: die Blackberrys verkaufen sich einfach nicht mehr gut, weil die Konkurrenz mit schicken Designs und angesagten Social-Web- und Multimedia-Funktionen davonzieht. 7,8 Millionen Smartphones verkaufte Blackberry im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, im Quartal zuvor waren es noch 11,1 Millionen. Dieser dramatische Absatzeinbruch führte zu einem Quartalsverlust von 518 Millionen Dollar.

Wie bereits Ende Mai angekündigt, gab das Unternehmen nun Details zu den Kostensenkungsplänen bekannt: 5.000 der zuletzt 16.500 Mitarbeiter müssen gehen, also 30 Prozent der Belegschaft. Zuvor war über Größenordnungen von 2.000 bis 6.500 betroffenen Mitarbeitern spekuliert worden.

Blackberry 10 lässt weiter auf sich warten

Schlimmer wiegt sicherlich die Tatsache, dass das neue Betriebssystem Blackberry 10, das bislang als Hoffnungsträger herhalten musste, auf Anfang 2013 verschoben wurde.

Damit verpasst RIM zum einen das wichtige Weihnachtsgeschäft, das von Samsung und Co. sicherlich genutzt wird, weitere Blackberry-Nutzer zur Android-Plattform herüberzuziehen. Zum anderen können auch Microsoft und Apple ihre neuen Betriebssystem-Versionen, Windows Mobile 8 und iOS 6, mit entsprechenden Geräten, zum Beispiel dem für Herbst erwarteten iPhone 5, ungestört im Markt platzieren.

Damit ist schon heute klar, dass die Blackberry-Plattform in den kommenden acht bis zehn Monaten weiter kontinuierlich an Boden verlieren wird. RIM-CEO Thomas Heins kündigte dementsprechend auch für die folgenden Quartale rote Bilanzzahlen an.

Wie lange das Unternehmen unter diesen Bedingungen noch existieren kann, scheint fraglich. Andererseits macht der weiter fallende Aktienkurs das Unternehmen als Übernahme-Kandidat attraktiv, allein schon wegen des umfangreichen Patent-Portfolios.

Entwicklergemeinde heftig umworben

Der Erfolg einer mobilen Plattform steht und fällt inzwischen mit den verfügbaren Apps – und da ist die angekündigte Verschiebung von Blackberry 10 Gift. Denn die Entwickler sehen auch, dass die Marktanteile immer mehr zurückgehen, dass der Starttermin weiterhin zweifelhaft ist und die Erfolgsaussichten insgesamt schwinden.

Der Blackberry-Hersteller ist derzeit dabei, mit mehr als 20 Treffen rund um den Globus um Unterstützung bei der Entwicklergmeinde zu werben. Am Donnerstag fand beispielsweise das Treffen in Berlin statt. Just an diesem Tag musste RIM die Verschiebung des Blackberry-10-Starttermins bekanntgeben.

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