Red Hat und NEC arbeiten an Carrier-tauglicher NFV

RHEL OpenStack Platform 6 verfügbar

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Die Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform 6 basiert auf RHEL 7 sowie dem OpenStack-Release Juno.
Die Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform 6 basiert auf RHEL 7 sowie dem OpenStack-Release Juno. (Bild: Red Hat)

Die jetzt verfügbare Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform 6 unterstützt unter anderem hochverfügbare Konfigurationen. Gemeinsam mit NEC will der Anbieter die Lösung weiter für Carrier-Anforderungen an Network Functions Virtualization anpassen.

Die Red Hat Enterprise Linux (RHEL) OpenStack Platform liefert Funktionen, mit denen verschiedenste Organisationen OpenStack-Clouds aufbauen können. Dank der jetzt verfügbaren Version 6 soll das nun noch leichter und zuverlässiger gelingen als zuvor.

Release 6 der Plattform basiert auf RHEL 7 sowie dem OpenStack-Release Juno. Damit lasse sich OpenStack-Technologie in Rechenzentren einfacher als bisher implementieren – sagt der Anbieter und verweist auch auf aktualisierte, grafische Installations- und Management-Tools. Speziell an Telekommunikations-Provider richtet sich Red Hat derweil mit speziellen Funktionen für Network Functions Virtualization (NFV); die will der Anbieter künftig weiterentwickeln, etwa in Kooperation mit dem Netzwerkausrüster NEC (siehe separater Absatz).

Im Detail zählt Red Hat folgende Neuerungen auf:

  • Die IPv6-Unterstützung in Provider- und Tenant-Netzwerken ermöglicht Unternehmen die Zuweisung von IPv6-Adressen über physische Netze und virtuelle OpenStack-Networking (Neutron)-Router hinweg – und dies im Stateless- und Stateful-Modus.
  • Die Neutron High Availability erlaubt den OpenStack-Einsatz von Neutron-Agenten im Active-Active-Modus und unterstützt damit hochverfügbare Konfigurationen. Dies stärkt die Netzwerk-Redundanz, sorgt für eine höhere Service-Verfügbarkeit und verbessert die Stabilität umfangreicher, produktiv genutzter Clouds.
  • Ein neuer Treiber ermöglicht Single Root I/O Virtualization (SR-IOV) Networking. Anwender können damit das Network-Switching direkt auf der Hardware ausführen und damit den Hypervisor und Virtual Switches umgehen.
  • Die Unterstützung von Multi-LDAP Backends und Domänen in einem einzelnen Identity Service Node vereinfacht sowohl die Installation und Konfiguration als auch die tägliche Verwaltung.
  • Der OpenStack Data Processing Service Sahara ist jetzt als voll funktionsfähiges Modul – und nicht mehr nur als Demoversion – vorhanden und eignet sich für Big-Data-Anwendungsszenarien.
  • Die bessere Abstimmung der OpenStack-Compute (Nova)- und OpenStack-Block-Storage (Cinder)-Funktionen mit Ceph ermöglichen eine effizientere Nutzung sogenannter "flüchtiger Speichermedien", wie sie Ceph unterstützt. Damit lassen sich Diskless Compute Nodes einrichten und es wird ein praktisch verzögerungsfreies Booten neuer virtueller Maschinen möglich.
  • Neue Tech Preview Features wie Bare Metal Provisioning sowie TripleO Deployment und Management verdeutlichen die Innovationsfähigkeit von Red Hat rund um OpenStack.

NFV und Kooperation mit NEC

Die bereits mit der RHEL OpenStack Platform angebotenen NFV-Funktionen will Red Hat künftig noch weiter entwickeln und arbeitet dafür auch noch stärker mit dem Netzwerkausrüster NEC zusammen. Die NFV-Lösung von NEC setzt auf der RHEL OpenStack Platform auf und unterstützt sowohl Mobile Packet Core Virtualization (Virtualized Evolved Packet Core, vEPC) als auch Virtual Customer Premises Equipment (vCPE). Künftig wollen NEC und Red Hat die Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform noch besser auf NFV abstimmen.

Bereits im Dezember 2014 hatte Red Hat angekündigt, gemeinsam mit Huawei OpenStack-basierte Cloud-Lösungen für Carrier auszuliefern; konkret ging es dabei um das Management von Deployments der RHEL OpenStack Platform per Huawei FusionSphere Cloud OS. Die jetzige Ankündigung dreht sich derweil um die inneren Werte der RHEL OpenStack Platform selbst: NFV-Funktionen sollen für die enthaltenen Komponenten OpenStack und KVM verfügbar gemacht werden.

Red Hat und NEC arbeiten nach eigenem Bekunden schon über eine Dekade im Bereich Open-Source-Software zusammen. Bereits in den vergangenen Jahren habe man sich auf NFV-Integration in OpenStack konzentriert. Dabei habe NEC umfangreiche Kenntnisse über Telekommunikationsnetzwerke eingebracht. Damit ließen sich NFV-Funktionen optimal auf OpenStack und die Kernel-based Virtual Machine (KVM) abstimmen, um hochskalierbare Carrier-Grade-Systeme bereitstellen zu können – einschließlich einer Beschleunigung auf der Datenebene mit Hilfe des Data Plane Development Kit (DPDK).

Die Ergebnisse der Kooperation sollen der Upstream-OpenStack-Community zur Verfügung gestellt werden: Wie schon in das Release Juno würden auch in die kommende Version Kilo weitere Features einfließen. Im Detail verweist Red Hat auf Funktionen, die in Echtzeit Plattformausfälle feststellen; damit sollen Netzbetreiber rasch Wiederherstellungsmaßnahmen einleiten und für besonders stabile Systeme sorgen.

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