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Real-Time Transport Protocol | RTP | RTCP | Real-Time Transport Control Protocol

Redakteur: Administrator

Das Real-Time Transport Protocol (RTP) ist ein Internet-Protokoll-Standard, der festlegt, wie Programme die Echtzeitübertragung von Multimediadaten entweder über Unicast- oder Multicast-Netzwerkservices

Das Real-Time Transport Protocol (RTP) ist ein Internet-Protokoll-Standard, der festlegt, wie Programme die Echtzeitübertragung von Multimediadaten entweder über Unicast- oder Multicast-Netzwerkservices durchführen. Ursprünglich im Request for Comments (RFC) 1889 der Internet Engineering Task Force (IETF) spezifiziert, wurde RTP von einer Arbeitsgemeinschaft der IETF Audio-Video-Transport-Arbeitsgruppe zur Unterstützung von Videokonferenzen mit mehreren, geographisch verstreuten Teilnehmern entwickelt. RTP wird üblicherweise in der Internet-Telefonie verwendet. RTP selbst garantiert keine Echtzeitübertragung der multimedialen Daten (denn dies hängt von den Netzwerkeigenschaften ab), jedoch stellt es die erforderlichen Bedingungen bereit, um die eingehenden Daten mit maximaler Effizienz zu verwalten.

Das RTP kombiniert den eigenen Datentransport mit einem Steuerungsprotokoll (RTCP); so kann die Datenzustellung in großen Multicast-Netzwerken überwacht werden. Durch die Überwachung kann der Empfänger Paketverlust erkennen und Verzögerungen kompensieren. Beide Protokolle arbeiten unabhängig von den zugrunde liegenden Protokollen der Transport- und Vermittlungsschicht. Die Informationem im RTP-Header teilen dem Empfänger mit, wie die Daten zu rekonstruieren sind und beschreibt, wie die Codec-Bitströme paketiert werden. In der Regel setzt RTP auf dem User Datagram Protocol (UDP) auf, obwohl es andere Transportprotokolle nutzen kann. Sowohl das Session Initiation Protocol (SIP) als auch H.323 verwenden RTP.

Zu den RTP Komponenten gehören: eine Sequenznummer, mit deren Hilfe verlorene Pakete erfasst werden können; eine Payload-Identifizierung, welche die spezifische Mediencodierung beschreibt, um eine Änderung im Falle von Bandbreitenfluktuationen zu ermöglichen, ein Rahmenindikator, der den Anfang und das Ende jeden Rahmens markiert, eine Quellenkennung, die den Ursprung des Rahmens identifiziert und eine medienübergreifende Synchronisierung, die mithilfe von Zeitstempeln unterschiedliche Verzögerungen innerhalb eines einzelnen Stroms erkennt und diese kompensiert.

Zu den RTPC-Komponenten gehören: Rückmeldungen zur Dienstqualität (QoS) beispielsweise über die Anzahl der verlorenen Pakete, die Round-Trip-Time und Jitter (Taktzittern), sodass die Quellen ihre Datenübertragungsraten entsprechend anpassen können, Sitzungssteuerungsmechanismen, die es den Teilnehmern ermöglichen ein RTCP BYE-Paket zu übertragen, um anzuzeigen, dass sie die Sitzung beenden, eine Kennung, die den Namen, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer eines Teilnehmers als Information für andere Teilnehmer beinhaltet und eine medienübergreifende Synchronisierung, welche die Synchronisierung unabhängig übertragener Audio- und Videostreams ermöglicht.

Das komprimierte RTP (Compressed RTP, CRTP), das im RFC 2509 spezifiziert ist, wurde entwickelt, um die IP-, UDP- und RTP-Header-Größe zu reduzieren. Es war jedoch darauf ausgelegt, mit zuverlässigen und schnellen Standverbindungen zu arbeiten. Unter nicht optimalen Bedingungen, in denen große Verzögerungen, Paketverluste und eine fehlerhafte Paketreihenfolge an der Tagesordnung sind, bietet CRTP keine zufriedenstellende Unterstützung für VoIP-Anwendungen (Voice over IP). Eine andere Adaptation, Enhanced CRPT (ECRPT), wurde in einem weiteren Internet-Entwurf definiert, um dieses Problem zu überwinden.

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