Studie: Noch hakt es an der VoLTE-Qualität

RAN – das A und O für Mobilfunkbetreiber

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die wachsende Nachfrage nach Videoinhalten auf mobilen Geräten führt zu einem deutlichen Anstieg des Datenverkehrs im Mobilfunknetz.
Die wachsende Nachfrage nach Videoinhalten auf mobilen Geräten führt zu einem deutlichen Anstieg des Datenverkehrs im Mobilfunknetz. (Bild: Oleksiy Mark – Fotolia.com)

In seinem „2016 State of the RAN Report“ verdeutlicht der Software- und Serviceanbieter Amdocs, wie wichtig angesichts der Verdoppelung des weltweiten Datenbedarfs ein gut funktionierendes Radio Access Network (RAN) für Mobilfunkbetreiber ist.

Amdocs legt Mobilfunkbetreibern eine Verbesserung ihres Radio Access Networks (RAN) nahe. Zu diesem Schluss kommt der Softwarehersteller nach Auswertung der Ergebnisse seiner Studie 2016 State of the RAN Report. Mit einer Netzwerkoptimierung könnten die Betreiber der sich jährlich verdoppelnden Nachfrage nach Daten, der größeren Komplexität der Netzwerke, der gestiegenen Videonutzung auf Smartphones und Tablets und den anfänglich eher instabilen neuen Services wie Voice over LTE (VoLTE) begegnen. Die Studie basiere auf der Auswertung von mehr als 25 Mio. Sprach- und Datenverbindungen aus den letzten zwölf Monaten bei weltweit 80 verschiedenen Netzbetreibern.

Herkömmliche Sprachdienste besser als VoLTE

Anrufe über VoLTE werden laut Studie vier bis fünf Mal häufiger unterbrochen als über 2G- oder 3G-Netzwerke. VoLTE sei für Netzbetreiber ein wichtiger strategischer Service, denn Betriebskosten und Investitionen könnten durch die Weiternutzung von 2G- und 3G-Services reduziert werden. Die Studie habe jedoch auch festgestellt, dass die Qualität von VoLTE kurz nach der Einführung nicht an die herkömmlichen Sprachdienste heranreiche. Netzbetreiber müssten so einen hohen Aufwand für die Anpassung betreiben.

Nachfrage nach Netzwerkdaten nimmt jährlich zu

Laut der Studie könnte sich der Umfang der Nutzung mobiler Daten weltweit jährlich um nahezu 60 Prozent erhöhen. Hier spiele die gestiegene Nachfrage nach mobilen Videoinhalten und die bessere Nutzungsmöglichkeit dieser durch mobile Geräte eine große Rolle. Nur fünf bis 15 Prozent der mobilen Übertragung, die man tatsächlich als WiFi-Offload bezeichnen könnte, erfolge per WiFi. Hierzu stelle die Studie fest, dass es für Service-Provider wichtig sei, mehr Daten per Mobilfunk an die WiFi-Netzwerke zu übertragen, um die Kosten senken und die Effizienz erhöhen zu können.

75 Prozent des Netzverkehrs in Städten erfolgt in Gebäuden

Bei Engpässen im Netzwerk haben der Studie zufolge Nutzer innerhalb von Gebäuden 25 Prozent öfter Probleme als Nutzer, die von außerhalb auf das Netzwerk zugreifen. Netzwerkbetreiber sollten sich daher einen Überblick über die Nachfrage, die tatsächliche Netzabdeckung und mögliche Problemstellen im Netz verschaffen, um am richtigen Ort Verbesserungen einbringen zu können.

Mobiles Ökosystem bei Musik- und Sportevents

Die SMS sei mit durchschnittlich 70 Prozent Nutzern noch immer die beliebteste App bei Konzerten oder Sportveranstaltungen. Der Studie nach verschickt jeder Besucher währenddessen mindestens eine Textnachricht, sodass Spitzenbelastungen für das Netzwerk keine Seltenheit seien. Der Bedarf an Kommunikation der Besucher untereinander per E-Mail, SMS oder über soziale Netzwerke sei bemerkenswert. Besonders auffallend sei gewesen, dass sich Besucher aus dem Ausland während einer Veranstaltung fast 50 Prozent mehr Daten herunterladen als Einheimische. Daher sollte die Netzwerkkapazität während einer Veranstaltung flexibel nach Bedarf und Belastung gesteuert und mehr Zellstationen außerhalb des Gebäudes oder des Stadions eingesetzt werden, sodass in dieser Zeit bis zu 50 Prozent mehr Datenübertragungen möglich seien.

Schlechtere Netzwerkqualität beim Roaming

Obwohl sich das Roaming für die Mobilfunkbetreiber rechne, sei die Netzwerkqualität für die Nutzung im Ausland um bis zu 25 Prozent schlechter. So eröffne sich Mobilfunkbetreibern die Chance auf höhere Einnahmen, wenn sie das Roaming als separate Quelle ansehen, sich intensiv mit dem Nutzerverhalten beschäftigen und ihren Service auf diese Zielgruppe besser zuschneiden würden.

„Die Amdocs-State-of-the-RAN-Studie bestätigt den Druck, der auf den mobilen Netzwerken lastet“, erklärte Ann Hatchell, Head of Network Marketing bei Amdocs. „In The New World of Customer Experience™ müssen die Service-Provider daher an der richtigen Stelle einen wirklich guten Kundenservice bieten. Mit dem Einsatz von RAN-Software können sie das Netzwerk wesentlich effizienter verwalten und mit einem herstellerunabhängigen Ansatz einen flexiblen Service bieten. So können sie die Qualität des Netzwerks auch bei Engpässen garantieren und damit die guten Beziehungen zu den wertvollen Kunden festigen.“

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