Mobile-Menu

VoIP-Gateway kombiniert mit Avaya-Anlage sorgt für günstige Preise und Komfort Raiffeisen Kinzigtal nutzt AVM-Gateways für Internet-Telefonate

Autor / Redakteur: Manfred Buchner / Ulrike Ostler

Privatanwender kennen AVM-Technik. Doch die „Fritz!Box“-Modelle und das „AVM VoIP Gateway 5188“ besitzen auch ein Traffic-Shaping. Gespräche lassen sich priorisieren und selbst bei paralleler Internet-Nutzung bleibt die notwendige Telefonie-Bandbreite verfügbar. Das macht die VoIP-Geräte insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen interessant. Die Raiffeisen Kinzigtal e.G. zeigt, wie es geht.

Firmen zum Thema

AVM verhilft der Genossenschaft Raiffeisen Kinzigtal quasi zu einem Telefonie-Sonderangebot
AVM verhilft der Genossenschaft Raiffeisen Kinzigtal quasi zu einem Telefonie-Sonderangebot
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Geschäftsführer der Raiffeisen Kinzigtal e.G., Adrian Steiner, hat eine neue Sparquelle erschlossen. In der Zentrale in Wolfach und in sechs weiteren Orten wurde die vorhandene Telefonanlage auf Internet-Technik umgestellt.

„Damit senken wir unsere Telefonkosten von monatlich rund 680 Euro auf 380 Euro,“ berichtet Steiner, „wir sparen im Jahr damit rund 3.600 Euro“. Angesichts der knappen Margen im Handel sei das eine bemerkenswerte Summe.

Besonders praktisch findet Steiner, dass sich die vorhandene ISDN-Telefonanlage Marke Avaya in der Zentrale, die Telefonanalagen in den einzelnen Märkten und die daran angeschlossenen Apparate wie bislang nutzen lässt. Denn damit stehen den insgesamt 66 Mitarbeitern an den sieben Standorten die gewohnten Funktionen wie Rufumleitung, Vermitteln und Anrufbeantworten zur Verfügung. Auch Faxen ist damit möglich.

Voice over IP und Bollenhut

Ohnehin gehört sorgsamer Umgang mit den Einlagen der Mitglieder für Adrian Steiner zum Geschäftsprinzip. Seine Genossenschaft weist eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz vor.

Das Handels- und Dienstleistungsunternehmen ist mit sieben Einkaufsmärkten im Schwarzwälder Kinzigtal und Umgebung vertreten. In der idyllischen Urlaubsgegend sind tatsächlich Bollenhut, Kirschtorte und Kuckucksuhr zu Hause – genau so wie man sich die Schwarzwald-Romantik vorstellt.

Mit einem breiten Angebot an Lebensmitteln, Gartenpflanzen, Berufs- und Freizeitkleidung, landwirtschaftlichen und weiteren Gütern sowie einer umfangreichen Getränke- und Weinauswahl behauptet sich das 1935 gegründete Unternehmen gegen die Konkurrenz im Einzelhandel.

Die Idee, via Internet statt über normale Telefonleitung zu telefonieren, kam vom IT-Dienstleister Data Media Service (DMS) aus Berghaupten. Reiner Armbruster, dort für die Technik zuständig, hatte Raiffeisen-Geschäftsführer Steiner auf das neue Gerät AVM VoIPGateway 5188 aufmerksam gemacht. Hinter der Bezeichnung steckt nach Angaben des Herstellers eine professionelle Internet-Telefonlösung für kleine und mittelgroße Firmen.

weiter mit: Die Kommunikationsstruktur

Die Kommunikationsstruktur

In der Zentrale von Raiffeisen Kinzigtal sind zwei ISDN-Anschlüsse, eine DSL-16.000- für die Internet-Telefonie und eine SDSL-2-Megabit-Leitung für die VPN- und Terminallösung eingerichtet. In den anderen sechs Märkten sind Anschlüsse mit DSL ein installiert. Insgesamt sind acht AVM VoIP Gateways 5188 installiert. Bild: Datenblatt AVM (Archiv: Vogel Business Media)

Das AVM-Gerät ist auf maximal vier interne und vier externe Anschlüsse ausgelegt, wobei die Gespräche parallel an allen Apparaten ohne Kapazitätsprobleme geführt werden können. Weil die Genossenschaft Raiffeisen Kinzigtal alle sieben Standorte auf VoIP umstellt, mussten an den Filialen insgesamt sieben AVM-Geräte installiert und vernetzt werden.

Technisch war das für IT-Spezialist und AVM-Premium-Partner DMS kein Problem. Als echtes Hindernis entpuppte sich allerdings die Verfügbarkeit von DSL an allen Standorten. „An kleinen Orten wie Schapbach und Zell am Harmersbach mussten wir bei der Deutschen Telekom mächtig Druck machten, damit dort DSL eingerichtet wurde“, berichtet Reiner Armbruster. Mit Raiffeisen Kinzigtal im Rücken gelang das Kunststück aber.

Telefon- und Datenverkehr getrennt

Technisch gesehen unterstützt das VoIP-Gateway alle ISDN-TK-Anlagen, die – wie meist üblich – mit Euro-ISDN (DSS1) arbeiten. Mit der Umstellung auf Internet-Telefonie hat Raiffeisen Kinzigtal zugleich auch eine neue Geschäftssoftware installiert und dazu den Datenverkehr neu organisiert.

Dazu sind die Kassen und PCs in den sieben Märkten über ein VPN-Netzwerk (Virtual Private Network) mit dem zentralen Rechner in Wolfach via Internet verbunden. Die Computerdaten werden dabei verschlüsselt und durch weitere Schutzmaßnahmen übertragen.

Zusätzliche Sicherheit verschafft die technische Trennung der Internet-Telefonie von der VPN-Übertragung durch ein zweites Gateway. Reiner Armbruster begründet das so: „Der Datenverkehr über VPN hat Vorrang, weil darüber die einzelnen Filialen mit den Kassen angeschlossen sind. Wenn es ausfiele, kann in den einzelnen Filialen nicht gearbeitet werden, weil die Kassen unbrauchbar wären.“

weiter mit: Projektablauf in vier Phasen

Projektablauf in vier Phasen

Insgesamt lief das Umstellungsprojekt bei Raiffeisen Kinzigtal in vier Phasen ab:

Phase 1 (Januar bis Juli 2007): Die Geschäftsführung von Raiffeisen Kinzigtal e.G. entschied sich für eine neue Software für die Geschäftsabläufe. Dabei wurden die Abläufe mit einer neuen ERP-Software (Enterprise Resource Planning) für die Auftrags-, Lager- und Kassenabwicklung ausgestattet.

Phase 2 (September bis Dezember 2007): DMS implementiert in der Zentrale zwei 19-Zoll Fujitsu Siemens R300 S3 Server, ein Server für die neue Geschäftssoftware, ein zweiter führt die Terminaldienste im Firmennetz. Zugleich wird ein AVM VoIPGateway 5188 als Router und VPN Gateway installiert. Die sechs Filialen können am selben Tag auf die VoIP-Gateways umgestellt werden.

Phase 3 (Anfang Januar 2008): Reiner Armbruster und sein Team nutzen die beiden Inventurtage, schließen die Kassen an das VPN-Netz an und testen die Terminalverbindungen zum zentralen Server. An zwei weiteren Tagen werden kleinere Anpassungen erledigt, Seit Montag, 7.Januar 2008, läuft das Geschäft ohne Störungen.

Phase 4 (August 2008): Umstellen der ISDN-Anschlüsse auf VoIP. In der Zentrale in Wolfach wird ein zweites AVM VoIP Gateway 5188 mit einem zweiten DSL- Anschluss in Betrieb genommen. Durch die Trennung von VPN und VoIP kann es keine Störungen oder Engpässe in den DSL-Verbindungen mit den sechs angeschlossen Märkten geben.

Wie sich Internet-Telefonie rechnet

Raiffeisen Kinzigtal hat für die Umstellung der vorhandenen Telefonanlage in die AVM-Hardware rund 2.400 Euro investiert. Für die Umstellungsarbeiten fielen zirka 1.400 Euro an. Bei Ersparnisssen von rund 3.600 Euro an Telefonkosten jährlich amortisiert sich die Umstellung in rund einem Jahr.

Zu den Märkten der Raiffeisen Kinzigtal e.G. gehört auch der in Schiltach (Foto: Raiffeisen Kinzigtal e. G.)

Geschäftsführer Steiner und seine Mitarbeiter sind mit der neuen Internet-Telefonie jedenfalls zufrieden. „Alles funktioniert problemlos und senkt die Telefonkosten um 45 Prozent. Was will man mehr?“ so Steiner.

Der Autor:

Manfred Buchner ist freier Journalist in Berlin.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2018246)