Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 30

Power-LANs: 40/100 Gigabit Ethernet nach IEEE 802.3ba

14.07.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mit 40 und 100 Gigabit machen die neuen Standards dem Ethernet Beine; Bild: pixeltrap - Fotolia.com
Mit 40 und 100 Gigabit machen die neuen Standards dem Ethernet Beine; Bild: pixeltrap - Fotolia.com

Mit der Verfügbarkeit von 10 Gigabit Ethernet war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Server in Rechenzentren mit einer solchen Schnittstelle versehen wurden. Die Entwicklung der Blade-Server tat ihr übriges. Natürlich entsteht dann im Kern eines Netzes aber schnell ein Leistungsbedarf jenseits der 10 Gigabit. Heute muss man diesen Bedarf noch über Trunking mehrerer 10 GbE-Verbindungen bedienen. Aber noch 2009 erwartet man Standards für 40 und 100 Gigabit Ethernet.

Man kann heute sagen, dass 10 Gigabit Ethernet in der Anwendung angekommen ist, auch wenn es vielleicht noch nicht jeder sofort benötigt. Immer dann, wenn eine Leistungsstufe installiert wird, ist es sinnvoll, den Blick auf die nächste zu werfen.

Es gibt am Anfang immer eine Menge Leute, die sagen, dass man das doch nie und nimmer benötigt, aber ich mache den Job schon seit 25 Jahren und habe den Umbruch von 10 auf 100 Mbit/s, von 100 Mbit/s auf 1 Gbit/s und schließlich von 1 auf 10 Gbit/s mitgemacht und es ist immer wieder der gleiche Mechanismus: erst benötigt es angeblich niemand, dann gibt es ein paar spezielle Anwendungen, diese werden dann immer mehr und schließlich setzen fast alle die Technologie ein, die sie angeblich nie benötigen.

Der Bedarf ist dieses Mal sogar so drängend, dass sich IEEE 802.3ba als verantwortliches Gremium zum ersten Male dazu entschlossen hat, eine Zwischenstufe einzuführen, die die schnelle Implementierung erleichtert. Auf dem Weg zum 100 Gbit Ethernet Standard gibt es auch Varianten mit 40 GbE. Das ist ein echtes Novum.

Viele werden jetzt sagen: warum kann ich nicht einfach 10 GbE mehrfach trunken, so wie ich es auch mit 1 GbE mache. Die Antwort ist einfach: schon bei 1 GbE ist Trunking nicht die richtige Antwort, weil es eine Menge von Anwendungen gibt, bei denen man keine Lastbalancierung auf den getrunkten Leitungen vornehmen kann. Und dann nützen sie natürlich nicht viel. Die Ablösung des Trunkings ist einer der primären Beweggründe bei Rechenzentren für die heutige Einführung von 10 GbE.

Ein anderer Punkt, der die Entwicklung zwangsweise vorantreibt, ist der Leistungszuwachs von Servern. Intel hat vor einigen Monaten einen Rechner mit 80 Prozessorkernen vorgestellt, die alle zusammen in etwa den Platz eines Fingernagels benötigen. Nun ist dieser Rechner zwar noch experimentell, aber man kann an ihm schon sehen, wohin die Entwicklung der heutigen Dual- und Quad-Core Architekturen geht: zu Oktal- und Hexa-Core-Systemen mit 8 und 16 Prozessoren.

Die jahrzehntelang bestehenden Probleme bei der Ansteuerung von Multiprozessorsystemen auf der Betriebssystemseite wurden für Dual- und Quad-Prozessor-Systeme offensichtlich gelöst. Im Sinne einer Induktion kann man sofort schließen, dass z.B. ein Oktal-Core-Server in gleicher Art gesteuert und benutzt werden kann und dabei immer leistungsfähiger wird.

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