Suchen

Everbridge übernimmt One2many Plattform für öffentliche COVID-19-Warnungen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Everbridge erwirbt den Cell-Broadcast-Anbieter One2many und unterstützt den Kampf gegen das Coronavirus mit einem hybriden Public-Warning-System. Dieses kombiniere standortbezogenes mobiles Messaging mit Mobilfunkdiensten und erfülle dabei bereits die rechtlichen Vorgaben der EU für 2022.

Firmen zum Thema

Everbridge zufolge ist die Warnung von Bevölkerungen noch nie so relevant gewesen wie jetzt im Verlauf des Ausbruchs von COVID-19.
Everbridge zufolge ist die Warnung von Bevölkerungen noch nie so relevant gewesen wie jetzt im Verlauf des Ausbruchs von COVID-19.
(Bild: © – starlineart – stock.adobe.com )

Der Zusammenschluss von Everbridge, einem Spezialisten für Critical Event Management (CEM), und One2many, einem Anbieter von Cell-Broadcast-Lösungen für Sicherheitsanwendungen, ermögliche eine für den Mobilfunk optimierte lückenlose Lösung. Laut Everbridge entsteht damit das größte und einzige öffentliche Warnsystem, das Cell Broadcast mit adressen-, gruppen- und standortbasierten Multi-Channel-Technologien verbindet.

Die Hybridplattform versetze Länder in die Lage, sich gegen das Coronavirus zu schützen, Updates zu Virus-Hotspots und bewährte Verfahren im Rahmen der Pandemie auszutauschen, Ersthelfereinsätze und Ressourcen des Gesundheitswesens zu koordinieren, eine Zwei-Wege-Kommunikation mit gefährdeten Bevölkerungsgruppen aufzubauen und Störungen im Verkehrs- und Bildungswesen sowie in anderen kritischen Dienstleistungen zu bewältigen. Darüber hinaus biete die Plattform auch Funktionen zum Management kritischer Ereignisse für Bedrohungen wie Naturkatastrophen, Terroranschläge, Cyber- und andere Sicherheitsvorfälle.

Eigenen Angaben zufolge nutzt Everbridge seine CEM-Plattform bereits für die, so das Unternehmen, weltweit meistgenutzte Lösung zur Warnung der Bevölkerung. Sie erreiche über 550 Mio. Menschen und werde in mehr als 3.700 aktiven Einsätzen auf Gemeinde-, Stadt-, Bundesstaats- und Provinzebene in 13 Ländern genutzt, u.a. in den USA, Kanada und Indien. Die COVID-19-Pandemie sei in Verbindung mit dem kürzlich erteilten Mandat, nach dem die EU-Mitgliedstaaten bis Juni 2022 über ein bevölkerungsweit einsetzbares Warnsystem verfügen müssen, ein bedeutender Katalysator für die Einführung eines Warnsystems für ganze Länder.

Als Anbieter von landesweiten Implementierungen unterstütze Everbridge die vier europäischen Länder Griechenland, Island, Niederlande und Schweden sowie Länder im Asien-Pazifik-Raum und in Lateinamerika, darunter seit jüngster Zeit Australien, Peru und Singapur.

One2many bringe die landesweite Unterstützung im Nahen Osten und der Asien-Pazifik-Region mit ein, darunter in Neuseeland. Das Unternehmen sei Marktführer im Bereich 4G- und 5G-Cell-Broadcast mit Erfahrung in mehr als 30 Ländern.

Bisher habe die Nutzung eines singulären Ansatzes zur Benachrichtigung von Einwohnern und Besuchern bedeutet, dass Länder und Gemeinden eine schwierige Wahl zwischen Geschwindigkeit, Reichweite, Verfügbarkeit von Analysen zu Nachrichtenzustellung und Bevölkerungsbewegungen einerseits und ganz gezielter Zustellung andererseits treffen mussten. Dabei sei kein einziger Ansatz immer der Beste für alle vier Kriterien und unterschiedliche Anwendungsfälle würden beispielsweise die Fähigkeit erfordern, eine sehr große Zahl von Nachrichten sehr schnell zu versenden, oder die Fähigkeit, genau festzulegen, wer die Warnung erhalten soll. Die Hybridplattform von Everbridge mache diese Wahl hinfällig und biete Fähigkeiten, die genau auf die Anforderungen des jeweiligen Falles zugeschnitten seien.

Die Plattform ermögliche die standortunabhängige Kommunikation in allen Phasen eines Vorfalls, von der Vorbereitung über die Alarmierung bis hin zur Verlaufskontrolle und Wiederherstellung mit allen Beteiligten – mit denen, die helfen können, mit denen, die unterrichtet werden müssen, und vor allem mit denen, die betroffen sind.

Zum Schutz der am stärksten durch COVID-19 gefährdeten Bevölkerungsgruppen könnten Register für besondere Bedürfnisse erstellt werden, die im Einklang mit standortbasierter gezielter Benachrichtigung funktionieren. Damit sei es möglich, Ersthelfer, Gesundheitsdienstleister und freiwillige Helfer zu mobilisieren oder die „Uhr zurückzudrehen“ und mit Menschen zu kommunizieren, die womöglich durch ein mit dem Coronavirus infiziertes Gebiet gereist sind – im In- oder Ausland –, und gleichzeitig die Privatsphäre des Einzelnen strikt zu schützen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46479287)