Technologiepartner für ausfallsichere IoT-Netzwerke

Paessler und Sigfox beschleunigen IoT-Einführung

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Paesslers Payload Decoder soll eine einfache Strukturierung, Kennzeichnung und Automatisierung von komplexen Payloads ermöglichen.
Paesslers Payload Decoder soll eine einfache Strukturierung, Kennzeichnung und Automatisierung von komplexen Payloads ermöglichen. (Bild: Paessler)

Netzwerk-Monitoring-Spezialist Paessler und IoT-Service-Provider Sigfox unterstützen im Rahmen ihrer Technologiepartnerschaft ihre Kunden bei der Überwachung und Verwaltung kritischer IT-Infrastrukturen und weiträumig verteilter Assets.

Paessler werde den PRTG Network Monitor für IoT-Lösungen bereitstellen, um die Funktionalität und Zustände der Infrastruktursensoren sowie weiterer Objekte, Geräte und Maschinen, die über das Sigfox-Netzwerk eingebunden werden, zu überwachen und zu visualisieren. Zudem habe Paessler einen Payload-Decoder-Prototyp entwickelt und diesen auf der Sigfox Connect Ende Oktober in Berlin vorstellt.

Sigfox habe das Netzwerk entwickelt, um Milliarden Geräte über Low Power Wide Area Network (LPWAN) und seine Sigfox Cloud Services mit dem Internet zu verbinden. Hierbei sei es möglich, gleichzeitig Kosten und Komplexität der vorhandenen Systeme zu reduzieren. Die Ultra-Narrow-Band-Modulation (UNB) ist Sigfox zufolge zuverlässig, störungsresistent und ein innovativer Ansatz, der bei sehr geringem Stromverbrauch eine sehr hohe Reichweite biete.

Das ganzheitliche Ökosystem von Sigfox stelle Objekten nicht nur die Technologie und Protokolle, sondern auch das gesamte drahtlose Netzwerk zur Verfügung, um weltweit Informationen auszutauschen. Dies sei durch kostengünstige Anbindung von Sensoren mit geringem Siliziumeinsatz und Batterieverbrauch erreichbar. Alternativ sei ein batterieloser Betrieb durch die Verwendung von Sonnen- und Windenergie sowie Strom, der aus elektromagnetischen Wellen erzeugt wird, möglich. Das Netzwerk soll bis Ende 2018 in 60 Ländern verfügbar sein.

„Hohe Kosten, Energieverbrauch und Komplexität sorgen noch immer dafür, dass das Internet der Dinge keine breite Akzeptanz findet. Genau diese Probleme lösen wir mit unserem Netzwerk“, sagt Vincent Sabot, CEO Sigfox Deutschland. „Unsere Kunden können den Aufwand beim Einsatz von Vernetzungstechnologien auf ein Minimum reduzieren – einschließlich der Kosten für intelligente Sensoren und die Objekte selbst. Mit der Lösung von Paessler erhalten unsere Kunden ein zentrales Monitoring Dashboard, von dem aus sie alle Geräte und Sensoren ihres Internets der Dinge überwachen können.“

Mit PRTG Network Monitor könnten IT-Verantwortliche sowie IoT- bzw. IIoT-Teams und -Integratoren in Echtzeit sehen, was in ihrer IT-Infrastruktur passiert. Dabei kämen zwei Methoden zur Übertragung von Informationen zur Funktionalität oder für Messdaten von Sensoren und Geräten zum Einsatz: Callback, wobei die Daten nach Push-Anforderung an PRTG gesendet werden, und API, wobei PRTG die Daten in zeitlich vordefinierten Intervallen im Sigfox-Backend abholt.

„Sigfox ermöglicht es Unternehmen nahezu aller Branchen – einschließlich derjenigen, die mit Lieferketten, Smart Cities, Fertigung und Automatisierung aller Art verbunden sind –, das Potenzial des Internets der Dinge auszuschöpfen“, sagt Christian Zeh, Senior Technology Manager bei Paessler. „Die ursprüngliche Vorstellung vom Netzwerkperimeter hat sich geändert – er ist veränderlich, weshalb es für IT-Verantwortliche wichtiger denn je ist, jederzeit zu wissen, was vorgeht.“

Die maximale Nachrichtengröße bei Sigfox beträgt zwölf Byte. Um viele Informationen in dieses kleine Datenpaket zu packen, werden Sigfox-Nachrichten in der Regel über Hexadezimalwerte codiert. Diese Daten werden anschließend wieder decodiert. Dieser Vorgang kann komplex und technisch aufwendig sein. Um diese Aufgabe zu erleichtern, hat die Paessler AG einen Payload-Decoder-Prototyp entwickelt. Dieser wurde auf der Sigfox Connect vom 24. bis 25. Oktober in Berlin präsentiert.

Der Payload-Decoder-Prototyp mache eine einfache Strukturierung, Kennzeichnung und Automatisierung von komplexen Payloads möglich. Dabei generiere er den passenden Code im Hintergrund. So könnten die Werte in PRTG oder in anderen IoT-Plattformen einfach weiterverarbeitet werden. Die Vorteile des Payload Decoders:

  • einfache Decodierung von Sensordaten der Sigfox-Geräte,
  • die Decodierung der Payloads mit „Visual Programming“ erfordert keine Programmierkenntnisse,
  • automatische Bereitstellung von hochskalierbaren API-Endpunkten,
  • automatisierte Weitergabe der Daten an PRTG oder beliebige IoT-Plattformen,
  • Gerätevorlagen reduzieren den zeitlichen Aufwand auf ein Minimum.

Im Rahmen der Zusammenarbeit beider Unternehmen werde sich Paessler aktiv am Sigfox-Partnernetzwerk beteiligen, während Sigfox an Paesslers Uptime Alliance beteiligt sei, einem Partnerprogramm, das Technologieanbieter bei einer nahtlosen Integration mit PRTG-Funktionen zur Netzwerküberwachung unterstützt. Auf diese Weise könnten sie ihren Kunden eine komplette Out-of-the-Box-Lösung anbieten, um Ausfallzeiten in IoT-Infrastrukturen vorzubeugen.

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