Ciena: Service-Provider sollten ihre Backhaul-Netzwerke prüfen

OTT-Content: Eine Belastung für das Mobile Backhaul

| Autor / Redakteur: Eugen Gebhard / Andreas Donner

Laut Bitkom haben 13 Mio. Deutsche den klassischen Fernsehkonsum ganz oder teilweise durch Videostreaming ersetzt.
Laut Bitkom haben 13 Mio. Deutsche den klassischen Fernsehkonsum ganz oder teilweise durch Videostreaming ersetzt. (Bild: HaywireMedia – Fotolia.com)

Bis 2018 wird sich der Bandbreitenbedarf zu den Stoßzeiten pro Nutzer verfünffachen – dieses Ergebnis einer von Ciena beauftragen Untersuchung der Auswirkungen von OTT-Content auf die mobile Datennutzung beinhaltet eine Warnung: Das Mobile Backhaul darf nicht zum Nadelöhr werden.

Over-the-top-Content (OTT-Content), also individuell geladener Onlineinhalt, ist mittlerweile auch in Deutschland im Markt angekommen. Netflix, Maxdome und Amazon Instant Prime sind in deutschen Wohnzimmern präsent: Laut Bitkom haben 13 Mio. Deutsche den klassischen Fernsehkonsum ganz oder teilweise durch Videostreaming ersetzt und im Juni des vergangenen Jahres wurden laut GFK erstmals mehr als eine Mrd. Songs pro Monat gestreamt.

Zusätzlich investieren die Streaminganbieter viel Geld in Werbung und Apps, um ihre Inhalte auch auf Mobilgeräte zu bringen. Oft auch in Zusammenarbeit mit den Mobilfunkanbietern, die spezielle OTT-Inhalte aus dem monatlichen Inklusivvolumen herausrechnen und so sorgenfreien Mediengenuss ermöglichen.

ACG Research hat im Auftrag von Ciena nun untersucht, wie sich dieser Trend in den nächsten drei Jahren weiterentwickeln wird. Die Verbreitung von Smartphones wird weiterhin steigen und bis 2018 eine Penetrationsrate von 75 Prozent erreicht haben. Die durchschnittlichen Bandbreitenanforderungen werden im gleichen Zeitraum um 52 Prozent steigen und die oben genannten OTT-Anwendungen werden für 59 Prozent dieser Anforderungen verantwortlich sein.

Das geht nicht spurlos an den Backhaul-Netzwerken hinter den Mobilfunknetzen vorbei. ACG hat diesmal auch untersucht, wie sich die zu erwartenden Peakbelastungen (Bits pro Sekunde), an denen sich Service-Provider ausrichten müssen, entwickeln werden. Auf Basis des derzeitigen Nutzungsverhaltens hat die Untersuchung ergeben, dass sich der mobile Bandbreitenbedarf in Macro und Small Cells in den nächsten fünf Jahren von 260 MBit/s auf 1,5 GBit/s erhöhen wird. Das entspricht 1.000 Nutzern die gleichzeitig einen Videostream mit 1,5 MBit/s abrufen. Die Nachfrage wird natürlich auch im höchsten Maße dynamisch sein und ihren Höhepunkt in den Abendstunden zwischen neun und zehn Uhr finden.

Eugen Gebhard.
Eugen Gebhard. (Bild: Ciena)

Service-Provider sollten also schleunigst prüfen, ob ihre Backhaul-Netzwerke in der Lage sind oder seien werden, diese Entwicklung zu verkraften, denn ein reibungsloses Nutzungserlebnis am Endgerät ist das A und O in dieser Branche und die Standards zur mobilen Datenübertragung –Stichwort „LTE Advanced“ – entwickeln sich atemberaubend schnell weiter. Mehr Nutzer werden mit mehr Geräten mehr Inhalte streamen – die Infrastruktur muss darauf flexibel und dynamisch reagieren können.

Über den Autor

Eugen Gebhard ist Regional Director Germany & Pan-European Carrier Accounts beim Netzwerkspezialisten Ciena.

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