OS Software Release Hydrogen, Testlabor und verrückte Ideen

OpenDaylight Summit zeigt SDN-Lösungen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Der ausgebuchte OpenDaylight Summit stand ganz in den Zeichen von Open Source und Zusammenarbeit.
Der ausgebuchte OpenDaylight Summit stand ganz in den Zeichen von Open Source und Zusammenarbeit. (Bild: OpenDaylight/LinuxFoundation)

Auf dem ersten OpenDaylight Summit diskutierten Anwender, Carrier und Hersteller über die Zukunft von SDN und NFV. Zusätzlich wurde das Software Release Hydrogen veröffentlicht und Ericsson öffnete ein Community Lab.

Offene, innovative und vor allem gemeinsam vorangetriebene Ansätze für Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) waren Thema des ersten OpenDaylight Summit, der am 4. und 5. Februar in Santa Clara stattfand. Die Konferenz wurde gemeinsam mit dem Workshop-Programm OpenDaylight Design Summit ausgetragen; geladen hatte das OpenDaylight Project, ein "Collaborative Project" der Linux Foundation.

Hydrogen 1.0 fertig

Pünktlich zum Summit konnte das OpenDaylight Project mit dem ersten Open Source Software Release "Hydrogen" eine Erfolgsmeldung präsentieren. Zu der Plattform für programmierbare Netzwerke haben 154 Mitwirkende über eine Millionen Codezeilen beigesteuert.

Interessierte können ab sofort drei verschiedene Editionen der Software herunterladen. Zur Basisversion gehören ein modularer, erweiterbarer, skalierbarer sowie Multi-Protocol-fähiger SDN-Controller, der auf OSGi basiert. Zudem enthalten sind: OpenFlow Plug-In, OpenFlow Protocol Library, Support für Open vSwitch Database Configuration and Management Protocol (OVSDB) und YANG Tools. Damit tauge die Base Edition für Machbarkeitsstudien sowie für Entwickler und Forscher. Virtualization Edition und Service Provider Edition erweitern das Grundpaket um Funktionen für Anwendungen von Rechenzentrumsbetreibern und Service Providern.

Open Source als Zukunftsmodell

Naherliegenderweise nutzte Jim Zemlin, Executive Director der Linux Foundation, "Hydrogen" als wesentliches Argument in seiner Keynote "Why OpenDaylight is Succeeding". Als Analogie zeichnete der Linux-Fürsprecher den Erfolgsweg von Open Source nach und ließ es sich nicht nehmen, historische Zitate aus dem Microsoft-Lager zu zerlegen.

Während Steve Ballmer Linux noch 2001 als Krebsgeschwür bezeichnet habe, zählte man Microsoft zehn Jahre später zu den aktivsten Entwicklern des Linux-Kernel 3.0. Zemlins Credo: Rein proprietäre, geschlossene Systeme haben keine Zukunft. Open Source bringt auch Herstellern strategische Vorteile, da die große Teile ihrer Lösungen mit frei verfügbarem Code erstellen können. Beispiel Sony: Mehr als 80 Prozent der in mobilen Endgeräten verwendeten Software ist Open Source; selbst Apple verweise in seinen iOS-Geräten auf offenen Code.

Jim Zemlin zerlegte nicht nur Microsofts angestaubte Prognosen, sondern zeigte auch Sinn für Selbstironie.
Jim Zemlin zerlegte nicht nur Microsofts angestaubte Prognosen, sondern zeigte auch Sinn für Selbstironie. (Bild: OpenDaylight/Linux Foundation)

Der Geist einer herstellerübergreifenden, effizienten Zusammenarbeit war auf dem OpenDaylight Summit immer wieder zu spüren. Auf dem Podium warnte etwa Dan Pitt, Executive Director der Open Networking Foundation davor, sich zu verzetteln: "Konzentrieren sie sich auf Aspekte, mit denen sie wirklichen Nutzen hinzufügen können." Das Vertrauen auf eine branchenweite Zusammenarbeit drückte indirekt auch Erik Edudden, Vice President and Head of Technology Strategies bei Ericsson, mit dem Titel seines Vortrags "Accelerating the Networks with Open Source Software" aus.

Dabei beließ es Ericsson nicht bei Worten. Zum OpenDaylight Summit eröffnete der TK-Ausrüster ein Lab für die OpenDaylight Community in San Jose. Dort lasse sich etwa das Zusammenspiel von OpenFlow-Switches mit OpenDaylight testen. Des Weiteren könnten Entwickler ihre OpenDaylight-Lösungen integrieren sowie Funktionen und Leistung von OpenDaylight-Anwendungen untersuchen.

OpenStack-Agent als SDN-Controller

Jun Park modifizierte die klassische SDN-Architektur mit einer "verrückten Idee".
Jun Park modifizierte die klassische SDN-Architektur mit einer "verrückten Idee". (Bild: OpenDaylight/Linux Foundation)

Ausgesprochen pragmatisch und unkonventionell ging Jun Park, Systems Architect beim Hosting-Anbieter Bluehost das Thema SDN an. Ausgehend von realen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Fehlerbehandlung modifizierte er dabei die übliche SDN-Architektur und stellte seine "verrückte Idee" vor, Funktionen eines SDN-Controllers in OpenStack/Neutron-Agenten einzubinden.

Park war sich derweil selbst nicht sicher, ob der Ansatz mit konventionellen SDN-Ansätzen bricht oder vereinbar ist. Offen blieben auch Fragen nach der Implementierung von Anwendungen oder verschiedenen Ausfallszenarien.

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