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iPhone-Apps sollen auch im Hintergrund laufen – die Netzlast steigt

NSN-Labore nehmen das Mutitasking im iOS 4 unter die Lupe

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Multitasking - ein Grund zum Fürchten?

Bei den Tests der Smart Labs von Nokia Siemens Networks (NSN) läuft nicht alles perfekt, Bild: NSN (Archiv: Vogel Business Media)

Der Grund, warum Operatoren das Multitasking fürchten, liegt darin, das gewissermaßen gleichzeitig mehrere Anwendungen aktiv sind, das heißt: Sie müssen den Kontakt zur Basisistation aufbauen und halten. Das geschieht über die Signalisierung, in einem eigenen Kanal.

Um die Batterie von Smartphones zu schonen, begeben sich die Endgeräte in eine Art Schlafzustand (idle state). Wird die Anwendung aktiv, weckt sie das Smartphone auf, das sich im Mobilfunknetz erneut bemerkbar machen muss.

Multitasking würde sich entweder im rasanten Entleeren der Batterie bemerkbar machen, oder rasante Ab- und Anmelde-Wechsel bei den Basisstationen zur Folge haben – so die Befürchtungen (siehe auch: „Lang lebe die Batterie! Das iPhone macht die Netze platt“)

Entwarnung! Nur wenige Anwenungen laufen prallel

Doch die Smart Labs von Nokia Siemens Networks geben erst einmal Entwarnung, zumindest teilweise. Denn es handle sich bei iOS 4 nicht um ein echtes Multitasking-Betriebssystem – vorläufig nicht.

So sei die Multitasking-Fähigkeit nur für Anwendungen verfügbar, die für das IOS 4 geschrieben wurden. Zum Beispiel stellen Skype und Spotify die Arbeit ein, wenn sie in den Hintergrund müssen.

Bei Symbian und Android sieht das anders aus. Hier laufen die Anwendungen weiter.

Zu den Apple-eignen Multitasking-fähigen Anwendungen gehören iTunes und Web-Browsing. So können diese Applikationen simultan laufen, auch in früheren Betriebssystem-Versionen.

Neu ist allerdings, dass Downloads von Musik und Anwendungen sowie Up- und Downloads von E-Mails nun im Hintergrund ablaufen können.

Youtube, Skype und Facebook im Test

Die Smart Labs von Nokia Siemens Networks (NSN) testeten, was passiert, wenn mehrere IPhone-Apps aktiv sind. Bild: NSN (Archiv: Vogel Business Media)

Für die Tests haben die Smart Labs die verschiedenen Anwendungen einfach ausprobiert und das, was passiert ist, mit Hilfe von „Wireshark“ auf GPRS Interface zwischen den GPRS Support Nodes beobachtet. Hier ein paar Beispiele:

Beispielsweise stoppt ein YouTube-Video, wenn die Applikations-Liste aktiviert wird. Das Buffering allerdings wird fortgesetzt. Wird eine neue Anwendung geöffnet, ist auch das Buffering beendet.

Während Facebook-Clients registriert bleiben, müssen sich Skype-User immer wieder anmelden, sobald die Applikation wieder aufgerufen wird.

Das Fazit der Smart Labs: Weder ist iOS 4 ein echtes Multitasking-Betriebssystem, noch gibt es „echte“ Multitasking-fähige Anwendungen dafür – mit Ausnahme der Apple-eigenen Applikationen. Solange aber die Anwendungen keine volle Multitasking-Unterstützung benötigen, bringt iOS 4 auch keine zusätzliche Signallast mit sich.

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