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„Workarounds werden im kommenden Jahr nicht mehr möglich sein“ Novell: „BYOD wird 2013 zum Massenphänomen“

| Autor / Redakteur: Michael Kleist / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In BYOD-Unternehmen wird Dateizugriff oft von den Anwendern selbst implementiert. Michael Kleist, Managing Director Central Europe bei Novell, schätzt den Anteil der Nutzer solcher BYOD-Lösungen in Unternehmen auf etwa zehn Prozent – Tendenz rasant steigend.

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Nach Ansicht von Novell-Manager Michael Kleist werden 2013, mit dem Beginn der zweiten BYOD-Phase, Workarounds nicht mehr möglich sein.
Nach Ansicht von Novell-Manager Michael Kleist werden 2013, mit dem Beginn der zweiten BYOD-Phase, Workarounds nicht mehr möglich sein.
(Bild: Novell )

Für die Implementierung von BYOD wurden bislang meist Workarounds eingesetzt. Quick-and-Dirty-Lösungen wie Dropbox oder Google Drive bewegen sich jedoch fernab von IT-Compliance-Richtlinien. Die Daten verlassen das Unternehmensnetzwerk in Richtung unbekannter Speicherorte, werden ungesichert übertragen und verletzen damit die unternehmenseigenen und gesetzlichen Auflagen für IT-Sicherheit. Auch Infrastrukturen wie Owncloud, die parallel zu den bestehenden aufgebaut werden, sind keine Lösung. Diese Behelfskonstruktionen mögen bei zehn Prozent mobilen Nutzern funktionieren – perspektivisch ist allerdings von 100 Prozent Nutzern und 100 Prozent der Daten, die zugänglich sein müssen, auszugehen. Eine Duplizierung der IT-Infrastruktur in diesem Ausmaß kann sich kein Unternehmen leisten, ganz abgesehen von technischen Problemen, die sich daraus ergeben. Dabei spielt es keine Rolle ob das Gerät dem Mitarbeiter oder dem Arbeitgeber gehört.

Auch werden die Ansprüche an die Verwaltung und Einbindung der Geräte wachsen. Ein simpler Alltagswunsch stellt beispielsweise schon heute ein Problem dar: Der Nutzer möchte ein Dokument von seinem Mobilgerät ausdrucken. So kann beispielsweise der Vertrieb Angebote mit iPad und Co. mobil begleiten. Kommt es dann zum Vertragsabschluss, benötigt er so gut wie immer eine klassische Unterschrift auf einem Blatt Papier. Wie beim Transfer von Daten gibt es auch hier den Umweg über externe Services zum Drucken der Dokumente, doch auch diese verletzten in der Regel die Compliance-Richtlinien. Die Alternative wäre eine zweite Infrastruktur zum Drucken von Dateien von mobilen Endgeräten, aus Kostengründen ist hiervon jedoch schnell abzuraten.

Mobilisierung der vorhandenen Infrastruktur

Wie wird man dieser Herausforderung gerecht? Die Antwort lautet: Durch Mobilisieren der vorhandenen Infrastruktur. Das Unternehmen muss seine bestehende Infrastruktur in der Art ergänzen, dass das Geräte-, Datei- und Druckmanagement der eigenen IT in der Lage ist, plattformübergreifend zu arbeiten. Endgerätemanagementlösungen wie Novell Zenworks verwalten und sichern hier alle gängigen Plattformen, egal ob Windows, Mac OS, Linux oder mobile Systeme wie Android oder iOS.

Das Dateimanagement und das Druckmanagement wird Bindeglied zwischen den verschiedenen Systemwelten und Endgeräten aus Anwendersicht. Die grafische Oberfläche muss sich an Größe und Bedienweise des Endgeräts anpassen und entsprechend unterschiedliche Lösungsansätze für Smartphones und Notebooks bieten. Im Hintergrund sollte jedoch eine einzelne einheitliche Dateistruktur bzw. ein einziger, einheitlicher Druckservice liegen. Das heißt, dass die Daten für die mobile Welt nicht dupliziert, sondern nur „übersetzt“ werden – die Originale auf den Servern bleiben dabei immer dieselben.

Um für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein, sollte sich das Rechtemanagement an Personen und nicht an Endgeräten orientieren. Dies hat den Vorteil, dass für jeden Nutzer nur einmal Berechtigungen festgelegt werden müssen. Hat der Nutzer ein neues Endgerät, muss dieses dann nicht gesondert von der IT mit individuellen Rechten und Pflichten erfasst werden. Etwaige Änderungen können zentralseitig auf alle Geräte angewendet werden.

Enterprise-Lösungen zur Bewältigung der Massen

Für BYOD beginnt 2013 die zweite Phase: Die Minderheitsbewegung wird zum Massenphänomen. Das Management einzelner Geräte sollte einem identitätsbasierenden, integrierenden Ansatz weichen, nicht nur wegen der Menge an Geräten, sondern auch wegen der Heterogenität der Systeme und der wachsenden Anforderungen der Nutzer. Eine Duplizierung von IT-Infrastrukturen für verschieden Plattformen ist hierfür keine Lösung. CIOs und IT-Abteilungen müssen sich deshalb strategischen Überlegungen der Problematik annehmen und die Mobilisierung ihrer vorhandenen Infrastruktur mit speziell darauf ausgerichteten Enterprise-Lösungen in Angriff nehmen.

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