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Passive UHF-Tags sind noch aus einem Meter Distanz zu lesen Nordic ID vergrößert Reichweite von RFID-Hand-Lesern

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der RFID-fähige Mobilcomputer der „PL3000“-Serie von Nordic ID nutzt europäische Hochfrequenzbandbreiten mit einer Lesetechnik, die für eine besonders gute Lesequalität sorgen soll. Der Handheld-Computer lässt sich zudem mit einem Barcode- und einem 2D-Code-Leser sowie mit WLAN- und GPRS-Funktionen ausstatten.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Mit dem Handheld „PL3000 Advanced UHF“ bietet Nordic ID ein Gerät an, das über ein besonders leistungsstarkes, gerichtetes UHF/RFID-Lesefeld verfügen soll. Je nach Größe des Transponders beträgt die Lesereichweite bis zu einem Meter. Das ermögliche einen weitaus effizienteren RFID-Einsatz als zuvor, wirbt der finnische Hersteller.

Das tragbare Lesegerät wiegt rund 500 Gramm und zeichnet sich nach Herstellerangaben durch geringen Energieverbaruch aus. Als Betriebssystem dient „Windows Ce“, Version 6.0.

Die Radio Frequency Identification (RFID) gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Das kontaktlose, eindeutige Erkennen von einzelnen Gütern soll etwa dabei helfen, Warenflüsse zu steuern, Produkte ab der Herstellung zu verfolgen und vor Produktpiraterie zu schützen.

Derzeit wird RFID vor allem in der Logistik genutzt. Doch gehen manche Analysten davon aus, dass schon bald keine Branche mehr ohne die Technik auskommen wird.

Die RFID-Bestandteile

Wie bei der Barcode-Technik werden auch bei RFID Datenträger gelesen – jedoch nicht über optische Wellen, sondern über Radiofrequenzwellen. Dabei werden elektromagnetische Wechselfelder als Übertragungsmedium genutzt. Wie beim Radio, das auf UKW, Mittel- oder Langwellenfrequenzen sendet, gibt es auch für RFID-Anwendungen unterschiedliche Frequenzbereiche. Dabei gilt: Je höher die Frequenz, umso größer die Lesereichweite und umso schneller die Lesegeschwindigkeit.

Handel, Industrie und Logistik nutzen überwiegend Funketiketten, die im Ultrahochfrequenz–Bereich (UHF), also bei 860 bis 960 Megahertz, senden. Für diesen Frequenzbereich setzt sich mittlerweile Gen2 der Standardisierungsinstitution EPC Global (EPC = Electonic Product Code) als weltweiter Datenstandard durch.

RFID-Systeme bestehen aus einem Transponder, auch Funketikett, Smartlabel oder kurz Tag genannt, einem Lesegerät sowie einem Computer, über den die Lesegeräte mit dem IT-System des Anwenders verbunden sind. Bei den Handhelds von Nordic ID sind Lese-Einheit und Computer in einem Gerät integriert.

Die Transponder gibt es in unterschiedlichen Bauformen, die für jeden Warenträger oder jedes Produkt, an das sie angehängt oder in das sie eingebettet werden, optimiert werden können. Die passiven Informationsträger bestehen aus einem Mikrochip und einer Sende-/Empfangsantenne. Die Informationen vom oder für den Transponder werden mit dem Lesegerät empfangen beziehungsweise gesendet.

Datenübertragung ohne Kontakt

Die passiven RFID-Transponder benötigen keine eigene Stromversorgung, da die Energie von den Mobilcomputern, die gleichzeitig als Lese- und Schreibgerät dienen, erzeugt wird. Im Unterschied zu den UPC- und EAN-Barcodes (Universal Product Code und European Article Numbering System) ermöglicht es der in Funketiketten gespeicherte EPC, einzelne Produkte über eine Seriennummer eindeutig zu identifizieren.

Außerdem werden die Daten, anders als bei der Barcode-Technik, ohne Berührung und Sichtkontakt übertragen und können beliebig oft gespeichert, gelesen, geändert oder gelöscht werden – auch eine Pulkerfassung ist möglich. Darüber hinaus bieten die RFID-Tags eine deutlich höhere Datenkapazität als Strichcode-Etiketten und sind unempfindlicher gegen Schmutz und Feuchtigkeit.

Vielfältige Einsatzgebiete

In der Praxis bietet die RFID-Technik vielfältige Möglichkeiten für unterschiedliche Anwendungsbereiche: In der Logistik können die Produkte wesentlich einfacher und schneller gezählt und identifiziert werden. Durch Umprogrammierung des Transponders lassen sich selbst noch in letzter Minute Änderungen am logistischen Ablauf vornehmen.

Auch vor Diebstahl schützt die RFID-Technik besser: Noch nicht bezahlte Waren werden beim Verlassen eines Geschäfts automatisch erkannt. Und weil Transponder schwer zu fälschen sind, gewährleistet RFID auch mehr Schutz vor Produktpiraterie. Eventuell nötige Verbesserungen an den Produkten lassen sich dank der lückenlosen Zurückverfolgbarkeit des Smartlabels schnell erkennen und durchführen. Im Retail-Bereich sorgen die Tags für eine Beschleunigung der logistischen Prozesse, da dank der Pulkerfassung eine Vielzahl von Objekten in einem Lesevorgang ohne Umpacken oder andere manuelle Eingriffe registriert werden kann.

Und das ist längst noch nicht alles: Das spannendste Zukunftspotenzial der RFID-Technik sehen Experten im „Internet der Dinge“: Artikel, Paletten oder Behälter, die selbständig miteinander kommunizieren, sich koordinieren und nötige Ressourcen anfordern. Am Ende dieser Entwicklung stünden dann autonome Systeme für den Handel, etwa Regale, die automatisch erkennen, wann der Warenbestand zur Neige geht und bei Bedarf selbstständig Nachbestellungen vornehmen.

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