40 Gigabit pro Sekunde in bestehenden Glasfasernetzen

Neue Netz-Power zwischen Zürich und Frankfurt Power

04.10.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Viele Dienste brauchen schnelle und breitbandige Leitungen. Bild: BICS
Viele Dienste brauchen schnelle und breitbandige Leitungen. Bild: BICS

Betreiber können viel mehr aus ihren bestehenden Glasfasernetzen herausholen, sagt Nokia Siemens Netzworks. So hat BICS, das Joint Venture von Belgacom, Swisscom und MTN, jetzt Übertragungstests mit 40 Gigabit pro Sekunde (40G) in seinem Glasfasernetz zwischen Zürich und Frankfurt erfolgreich abgeschlossen. Erreicht wird die Geschwindigkeit durch 40G-Transponder des Herstellers.

Nokia Siemens Networks setzt im paneuropäischen PEN4Future-Netz von BICS, das sich von London nach Mailand und von Amsterdam nach Marseille erstreckt, seine „Surpass hiT 7300“- und „hiT 7500“-DWDM-Systeme ein (DWDM = Dense Wavelength Division Multiplexing).

Der neue 40G-Transponder funktioniert auf Basis des CP-QPSK-Modulationsformats. Der Transponder, der die optischen Signale über die Glasfaserleitung versendet und empfängt, verfügt über eine kohärente Erkennung zur Kompensation des Polarization Mode Dispersion-Effekts (PMD). Legacy Fiber mit High Polarization Mode Dispersion (PMD) war bisher für den Einsatz von 40G-Technologien ein Begrenzungsfaktor.

Der PMD-Effekt beeinträchtigt die Reichweite von Transpondern mit hoher Kapazität, was eine aufwändige Neuerzeugung durch elektronische Signalverarbeitung im Receiver erforderlich macht. Eine Kompensation war bislang teuer.

Kompensation inbegriffen

Der NSN-Transponder hingegen nutzt die bereits vorhandene DWDM-Netzinfrastruktur des Betreibers, um Geschwindigkeiten im 40G-Bereich (40G und 4 X 10G) zu realisieren, ohne dass, wie bei anderen Systemen, Glasfasermessungen erforderlich sind.

Dank des neuen Modulationsformats Coherent Polarization Multiplexed Quadrature Phase Shift Keying (CP-QPSK) kann der Transponder nicht nur die Amplitude eines optischen Signals erkennen, sondern auch die Polarisation und Phase. Diese leistungsstarke Erkennungstechnologie erhöht die spektrale Effizienz, sodass sich über eine bestimmte optische Bandbreite mehr Daten übertragen lassen.

Die 40G-Einrichtung von Nokia Siemens Networks ist bereits kommerziell verfügbar. Tatsächlich nimmt der Hersteller anerkanntermaßen eine Führungsposition im Bereich der 40G-Technologie ein. Nach 40/100G-Marktuntersuchungen des Analystenhauses Ovum aus dem Novemer des vergangenen Jahres stammen rund ein Drittel aller installierten 40 Gbit/s Line Cards von Nokia Siemens Networks.

40 G ist die Grundlage für 100 G

Nach dieser Untersuchung ist die 40G-Technologie zudem die Ausgangsbasis für die 100G-Netzwerke der Zukunft. Nokia Siemens Networks plant eine 100G- und 400G-Version ist für das kommende Jahr. Betreiber sollen einfach auf 100G umrüsten können – ohne signifikante Netzwerk-Neuinvestitionen

Der NSN-Kunde BICS bietet mehreren hundert Telekommunikationsfirmen weltweit Lösungen für die Bereiche Voice, Messaging, Roaming, Connectivity und Mobile Financial Services an. Die Unternehmensteams sind in Brüssel, Bern, Monaco, Dubai, Singapur und in New York tätig. Weitere Informationen finden Sie unter:

Patrick George, Senior Vice President, Product Management & Marketing bei BICS, zeigt sich angetan von den neuen Kapazitäten des Glasfasernetzes: „Mit den nun erfolgreich abgeschlossenen Tests haben wir bewiesen, dass wir mithilfe der Technik von Nokia Siemens Networks auch mit den bestehenden Netzen Übertragungsraten von 40G erzielen können. Diese werden wir in Zukunft auf bis zu 100G aufrüsten können.“

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