Studie empfiehlt zusammenhängende Netzwerkarchitekturstrategie

Netzwerke nicht bereit für Enterprise Mobility und Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Der Anteil der Access-Switches, die PoE und 10-Gigabit-Uplinks unterstützen, ist gestiegen, der Anteil der Geräte mit Gigabit-Ethernet-Unterstützung ist gesunken.
Der Anteil der Access-Switches, die PoE und 10-Gigabit-Uplinks unterstützen, ist gestiegen, der Anteil der Geräte mit Gigabit-Ethernet-Unterstützung ist gesunken. (Bild: Dimension Data)

Dimension Data verkündet im Network Barometer Report 2015, dass 74 Prozent der WLAN-Zugriffspunkte in Firmen nicht auf moderne Mobilitätskonzepte ausgelegt seien. Zudem würden nur 21 Prozent der technischen Geräte IPv6 unterstützen und damit die Möglichkeiten des Internets der Dinge nutzbar machen.

Der Network Barometer Report 2015, in dem Dimension Data bereits auf ungenutzte Optimierungspotenziale in Firmennetzwerken hingewiesen hat, bemängelt, dass Unternehmen mit ihrer derzeitigen Technik keine konsistente Mobilitätsstrategie unterstützen könnten. Auch für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge (IoT) seien sie nicht bereit: Nur zwei von zehn Geräten seien IPv6-fähig. Besonders frappierend in diesem Jahr: Gut drei Viertel aller WLAN-Zugriffspunkte seien überaltert und würden die Anforderungen moderner Mobilitätsstrategien nicht erfüllen.

Drei Hauptvoraussetzungen für mobile Konnektivität

„Die Ergebnisse zeigen, dass es für die Implementierung eines Enterprise-Mobility-Konzepts notwendig sein wird, beim Aufbau von Access-Switch-Netzwerken von kabelgebundenen auf drahtlose Infrastrukturen umzusteigen. Früher waren 80 Prozent der Switch-Ports für dedizierte kabelgebundene Nutzer vorgesehen, während der Rest für geteilte drahtlose Nutzerkonten reserviert war. Für ein zukunftsfähiges Unternehmensnetzwerk muss dieses Verhältnis umgekehrt werden“, so Tolga Erdogan, Director Solutions & Consulting von Dimension Data Deutschland. Wichtig sei, dass die Netzwerkgeräte Power over Ethernet (PoE) böten, um Zugangspunkte mit Strom zu versorgen, Gigabit-Ethernet-Ports von Seiten des Clients, um entsprechende Geschwindigkeiten zu ermöglichen, und 10-Gigabit-Uplinks, um Engpässe beim Zugriff zu vermeiden.

Dem Bericht zufolge steigt die Zahl der Geräte, die zwei dieser drei Hauptvoraussetzungen für mobile Konnektivität erfüllen auch in diesem Jahr weiter: Von allen analysierten Access-Switches würden 65 Prozent PoE unterstützen (51 Prozent im Vorjahr). Der Anteil der Access-Switches, die 10-Gigabit-Uplinks unterstützen, sei um 25 Prozent gestiegen. Lediglich der Anteil der Access-Switches, die Gigabit-Ethernet unterstützen, sei um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liege nun bei 37 Prozent.

IoT verändert das Unternehmensnetzwerk maßgeblich

„Der wichtigste Indikator dafür, dass die Unternehmen die mobilen Kapazitäten ihrer Netzwerke ausbauen, ist die wachsende Zahl der Access-Switches, die PoE unterstützen. Das heißt, die Verantwortlichen haben sich aktiv für diese teurere Variante und deren erweiterte Funktionalität entschieden“, sagt Erdogan. Einen weiteren grundlegenden Wandel erwartet der UCC-Experte beim Internet der Dinge (IoT). Die Zahl geschäftsfördernder Technologien, die mittels Netzwerken und via Internet kommunizieren, werde steigen. Diese würden selbstständig Daten aus ihrer Umgebung sammeln, interagieren und intelligente Entscheidungen treffen – ganz ohne menschliche Steuerung. Vorteile seien dabei das Erzeugen großer nützlicher Datenmengen, verbesserte Transparenz sowie Kontrolle von Systemen und Prozessen.

Durch die Einführung des Internetprotokolls IPv6 werde auch das Unternehmensnetzwerk maßgeblich verändert. „Der Umstieg auf den neuen IPv6-Standard ist aber unumgänglich, denn die steigende Anzahl miteinander verbundener Geräte wird zu einem Mangel und irgendwann zu einer Unerreichbarkeit von IPv4-Adressen führen“, erläutert Erdogan. Dazu komme, dass Geräte mit IPv6-Funktion in Unternehmen mit Netzwerken, die größtenteils auf IPv4 basieren, nur begrenzt sichtbar seien. Dies setze die Netzwerke unnötigen Risiken aus, weil sie nicht in der Lage seien, diese Geräte ordentlich zu überwachen und zu verwalten.

Bisher werde IoT bei geschäftsstrategischen Fragen noch zu selten berücksichtigt, bemängelt Erdogan. „Wir empfehlen Unternehmen, ihre Infrastruktur auf Unternehmensmobilität und das Internet der Dinge als Teil einer zusammenhängenden Netzwerkarchitekturstrategie vorzubereiten. Ein stellenweiser Austausch von veralteten Geräten hilft hier nicht. Erfolgversprechend ist vielmehr ein Entwicklungsplan, auf Basis dessen der Umstieg geplant und organisiert durchgeführt werden kann.“

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