Enterprise Mobility wird die Struktur von IT-Netzwerken verändern Netzwerke der Zukunft: 80 Prozent drahtlos, 20 Prozent verkabelt

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Network Barometer Report 2013 des IT-Dienstleisters Dimension Data zeigt, dass die Architektur von Kommunikationsnetzwerken wegen tief greifender Veränderungen durch Technologie-Trends überarbeitet werden muss.

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Ein Ergebnis des Network Barometer Report 2013: Die Softwareschwachstelle „PSIRT 109444“ ist das dritte Jahr in Folge Spitzenreiter unter den Sicherheitslücken.
Ein Ergebnis des Network Barometer Report 2013: Die Softwareschwachstelle „PSIRT 109444“ ist das dritte Jahr in Folge Spitzenreiter unter den Sicherheitslücken.
(Bild: Dimension Data)

Trends wie Enterprise Mobility, Cloud Computing und ITK-Outsourcing bewirken tief greifende Veränderungen in der Art, wie Unternehmen ITK-Dienstleistungen erbringen und nutzen. Das bedeutet, dass die Architektur von Kommunikationsnetzwerken, radikal überarbeitet werden muss, um sie an diese Veränderungen anzupassen. Das ist ein zentraler Trend, den der Network Barometer Report 2013 des IT-Dienstleisters Dimension Data aufzeigt.

Der Bericht erscheint seit 2009 und beruht auf Daten, die das zu Dimension Data gehörende Technology Lifecycle Management Assessment für über 1.200 Organisationen aller Größen und Branchen weltweit in den letzten fünf Jahren gesammelt hat (Europa 2012: 18.367 Geräte in 77 Assessments).

Nutzer drängen auf Mobilität

„Im vergangenen Jahr haben wir eine schnelle Anpassung von Netzwerkarchitekturen zugunsten des wachsenden Bedarfs an Bring Your Own Device (BYOD) und Enterprise Mobility prognostiziert“, erklärt Jörg Jakobi, Manager Technical Sales Dimension Data Deutschland. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Enterprise Mobility die Struktur von Netzwerken drastisch verändern wird. Die meisten Unternehmensnetze bestehen zu etwa 80 Prozent aus Kabelanschlüssen für individuelle Nutzer und zu 20 Prozent aus drahtlosen LAN-Anschlüssen (WLAN) für eine Vielzahl von Anwendern. Heutzutage wollen Nutzer sich jedoch nicht mehr an den Schreibtisch fesseln lassen und drängen stärker auf Mobilität.“

Netzwerkkosten werden sinken

„Im direkten Vergleich zu einem kabelgebundenen Netzwerk mit 100 Anwendern kann ein drahtloses Netzwerk derselben Größe durch Einsparungen in der Hardware – LAN-Switches, drahtlose LAN-Controller und Kabel – bis zu 50 Prozent weniger Kosten bedeuten“, sagt Jakobi. Drahtlose Netze bieten darüber hinaus auch eine gute Grundlage für eine Senkung der Betriebskosten, da sie einfacher zu verwalten sind, einheitlichen Zugang bieten und weniger Strom und Kühlung benötigen. „Unserer Prognose zufolge wird die Kombination dieser Faktoren letztlich das 80:20-Verhältnis auf den Kopf stellen, sodass künftige Netzwerke zu 80 Prozent drahtlos und 20 Prozent verkabelt sein werden“, so Jakobi.

Jakobi zufolge wird sich die Wende von 80:20 zu 20:80 zudem auch auf die Uplink-Umgebung auswirken. Da den Endnutzern weniger Switches zur Verfügung stehen, werden erhöhte Anforderungen an die Bandbreite zwischen Switch und Kernnetzwerk gestellt werden. Heute hätte die überwiegende Mehrzahl der Switches einen Gigabit-Uplink ins Kernnetz; jedoch nur 13 Prozent der untersuchten Switches würden 10-Gigabit-Uplinks unterstützen. Hier wären vor dem Hintergrund dieser Entwicklung entsprechende Veränderungen in IT-Netzwerken erforderlich. Auch dieser Umstand werde Kunden veranlassen, die Erneuerung der Datenzugriffsstruktur ihrer Netzwerke zu beschleunigen.

Weitere Schlüsselergebnisse des Network Barometer Report 2013:

  • Das dritte Jahr in Folge steigt der Prozentsatz von veralteten Geräten (Past End-of-Sale) auf einen Höchstwert. Außerdem „überstrapazieren“ Organisationen einige dieser Geräte, sodass sie risikoreichere „ältere“ Stadien des Lebenszyklus erreichen.
  • Das dritte Jahr in Folge war die Softwareschwachstelle „PSIRT 109444“ Spitzenreiter unter den Sicherheitslücken. Präsent in 66 Prozent aller Geräte im Jahr 2010, wurde 2011 ein Rückgang auf 47 Prozent, im Jahre 2012 hingegen ein erneuter Anstieg auf 62 Prozent verzeichnet.

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