TK-Verbände fordern Entbündelung der TAL am Kabelverzweiger

Nein zu exklusivem Einsatz der Vectoring-Technologie

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Telekommunikationsverbände fordern die Beibehaltung des bewährten Regulierungsrahmens beim Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung.
Telekommunikationsverbände fordern die Beibehaltung des bewährten Regulierungsrahmens beim Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung. (Bild: Breko, Buglas, VATM)

Breko, Buglas und VATM vertreten die Auffassung, dass Vectoring seine Potenziale für den Breitbandausbau in Deutschland am besten entfaltet, wenn die Technologie von allen Marktteilnehmern eingesetzt werden kann.

In einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Telekommunikationsverbände Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) und Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) den Regulierer auf, die bewährte Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) am Kabelverzweiger zu erhalten und die Nutzung der Vectoring-Technologie durch alle Marktteilnehmer zu ermöglichen. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass der Infrastrukturausbau am erfolgreichsten im Wettbewerb vorankomme.

VATM-Präsident Gerd Eickers befürchtet, dass durch den Einsatz von Vectoring an einem Kabelverzweiger durch die Telekom ein neues Infrastrukturmonopol entstünde, das gemeinsam mit einem exklusiven Einsatz der Vectoring-Technologie den Breitbandausbau durch die Wettbewerber praktisch unterbinden würde. „Gerade die haben aber in den vergangenen Jahren die Bürger in dünner besiedelten Gebieten mit schnellem Internet versorgt“, sagt Eickers. Nach Ansicht des VATM-Präsidenten sei es nicht nur möglich, sondern absolut unverzichtbar, den Breitbandausbau weiter gemeinsam mit allen Marktteilnehmern voranzutreiben.

„Bereits heute herrscht durch die Ankündigung der Telekom erhebliche Unsicherheit bei Investoren“, ergänzt Breko-Präsident Ralf Kleint. „In den vergangenen Wochen wurden bereits Ausbauprojekte der Wettbewerber auf „Hold“ gesetzt. Dabei zeigt sich, dass sich der VDSL-Ausbau von Telekom und Wettbewerbern zumindest bislang sinnvoll ergänzt. Während der Incumbent vorrangig in Ballungsgebieten die Kabelverzweiger mit Glasfaser erschließt, tun die Wettbewerber dies hauptsächlich in eher schlechter versorgten Gebieten. Ein Überbau von bereits erschlossenen Kabelverzweigern findet praktisch nicht statt.“

Damit besteht nach Ansicht der Verbände für die Telekom kein Investitionsrisiko. „Das Risiko liegt im Gegenteil ausschließlich beim Wettbewerb: Bereits erschlossene Kabelverzweiger werden zu sunk invest, vereinbarte Ausbauprojekte können nicht mehr durchgeführt werden“, so Kleint.

„Der entbündelte Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung am Kabelverzweiger muss erhalten bleiben, Vectoring von allen Marktteilnehmern eingesetzt werden dürfen“, fasst Buglas-Präsident Dr. Hans Konle die Forderungen der drei TK-Verbände zusammen. „Immerwährende Regulierungsferien für die Telekom darf es nicht geben. Sie sind auch gar nicht notwendig, weil sich der bisherige Regulierungsrahmen bewährt hat. Hier wäre nun ein zügiges Bekenntnis der Bundesnetzagentur „pro Entbündelung“ angezeigt, um schnellstmöglich die nötige Investitionssicherheit wieder herzustellen.“ Ob und wenn ja welche „Spielregeln“ für den Einsatz von Vectoring notwendig sind, müsse vom Regulierer festgelegt werden, so der Buglas-Präsident weiter. Solange dürften seitens der Telekom keine Fakten geschaffen werden.

Die Verbände erwarten von der Bundesnetzagentur weiterhin Transparenz hinsichtlich der technischen Prüfergebnisse.

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