Industrie 4.0 erfordert digitale Transformation der Netzwerke

MWC 2014: Huawei und die mobile Kommunikation

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Huaweis Leitthema auf dem MWC 2014: Mobile Kommunikation verändert die Welt.
Huaweis Leitthema auf dem MWC 2014: Mobile Kommunikation verändert die Welt. (Bild: Huawei)

In der Zukunft der mobilen Kommunikation spielen nach Huaweis Vorstellungen Ultra-Mobile-Broadband-Technologien, anwenderorientierte operative Prozesse, agile digitale Geschäftsprozesse und die hauseigene Softcom-Strategie für die Netzwerkentwicklung wichtige Rollen.

Um die eigene Vision „Mobile Kommunikation verändert die Welt“ zu realisieren, möchte sich Huawei auf seine „Pipe“-Strategie konzentrieren, in deren Mittelpunkt die Transformation der ITK-Infrastruktur und die offene Zusammenarbeit mit Branchenpartnern stehen. Die digitale Neuausrichtung der traditionellen Industrie bilde die Grundlage für die von der Informationsgesellschaft benötigten universellen mobilen Netzwerke und nahtlosen Nutzererlebnisse. Auf dem Mobile World Congress 2014 hat Huawei seine auf spezifische Branchenherausforderungen ausgerichteten ITK-Lösungen vorgestellt. Neben der Ultra-Mobile-Broadband-Technologie gehören dazu u.a. „Experience-Centric Operations“ – ein Netzwerkbetrieb, der die Anwendererfahrung in den Mittelpunkt stellt – sowie agile digitale Geschäftsprozesse und die Softcom-Strategie.

Ultra Mobile Broadband

Huawei will Netzbetreibern helfen, ein universelles, maßgeschneidertes, koordiniertes und hocheffizientes Ultra-Breitband-Netz aufzubauen. Dieses Netz werde wichtige mobile Breitbanddienste unterstützen, die den Betreibern bei der Umsetzung der ITK-Transformation helfen sollen. Wichtige Produkte sind u.a.:

  • Hoch integrierte kleine Makrostation: Drahtlose Lösung für die Mobilfunk- und Standortentwicklung einschließlich der Ultra-Breitband-RF-Lösung, der „Easy Macro“-Lösung und der „Blade Site“-Lösung.
  • Crowdsourcing für Kleinzellen: Outdoor-Breitband-Mikrostation, Indoor-Multiband- und Multimode-Lösung Lampsite, Pico-Basisstationen und die Unternehmensanwendungsplattform Service Anchor.
  • Integration von Kernnetzwerken in Cloud-Plattformen: Dreistufige Architektur der Virtualisierung der Netzwerkfunktion (NFV), Konvergenz von Kernnetzwerken und Verlagerung von Netzadaptern auf Netze unterer Ebenen.
  • 5G-Stationen der Zukunft: 5G-Makrostationen und Small Cell für Hochgeschwindigkeitsverbindungen über alle Frequenzspektren umfassende Mobilfunknetze.
  • LTE-Nutzererlebnis: eMBMS-Komplettlösung für die mobile Videoübertragung, Advanced Carrier Aggregation (CA) des gleichen Standards, Multi-Stream Aggregation (MSA) unterschiedlicher Standards und Voice Over LTE (VoLTE).
  • SDN-basierende Mobile-Backhaul-Lösung: Vereinfachter Betrieb und Wartung von Mobile-Backhaul-Netzwerken, Router für leichtere Weiterentwicklung von Backhaul-Netzen zu SDN-Netzen.

Anwenderorientierter Betrieb

Die Serviceindustrie ist eines der strategischen Investitionsfelder von Huawei. Das Unternehmen möchte Netzbetreiber dabei unterstützen, ihre Investitionsrendite und ihren geschäftlichen Mehrwert zu verbessern.

  • Kundenerfahrungsmanagement (CEM): Smartcare-CEM-Lösung, spezialisierte Serviceleistungen im Bereich der nutzerorientierten Gestaltung und praxisorientierte Einsichten aus Big-Data-Analysen.
  • Managed-Services-Angebot: Synergien zwischen Service Operation Center (SOC) und Network Operation Center (NOC), Weiterentwicklung von netzwerkorientieren zu serviceorientierten operativen Prozessen, Konvergenz von Mobilfunk- und Festnetzbetrieb, ITK-konvergente operative Prozesse für SDN/NFV-Entwicklung adressieren.
  • Netzwerkentwicklung: Beratungs- und Systemintegrationsleistungen wie LTE-Planung, Hetnet-Integration, IP-Netzwerkplanung und dynamisches Refarming.

Agile digitale Geschäftsprozesse

Huawei tätigt strategische Investitionen in die Konvergenz digitaler Dienstleistungen, offene Netzwerkressourcen und die BSS-Transformation (BES), um Netzbetreiber bei der Entwicklung agiler digitaler Geschäftsmodelle zu unterstützen.

  • Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk (FMC) 2.0: Funktionalitäten „Festnetz“, „Mobilfunk“ und „Inhalte“ der FMC2.0-Lösung für die Adressierung der Konvergenz von Mobilfunk und Festnetz sowie der Nachfrage nach abgestimmten Inhalten.
  • Transformation der Datenzentren (DC): Unterstützung des Transformationsprozesses mit durchgängigen DC-Lösungen, Serviceberatungs-/Integrationskompetenzen und Cloud-ITK-Service-Angeboten.
  • Digitaler Betrieb: BES-Lösung („On Demand“-Nutzererlebnis, Zugang zu operativen Kapazitäten, Big-Data-Analytik) für die Realisierung digitaler operativer Prozesse.
  • Digitale Transformation der Geschäftsmodelle: Öffnung der eigenen Bereitstellungsplattform, Konvergenz digitaler Services, Wertschöpfungskettenmanagement und Expansion in neue Industriesektoren.
  • Monetarisierung des Datenverkehrs: Marketingmaßnahmen und gemeinsame Innovationsinitiativen mit Netzbetreibern, neue Serviceangebote und Geschäftsmodelle wie LTE-Video.
  • Universelles Video: Betreiberzentriertes Videoerlebnis, Aufbau einer robusten Videoindustrie.

Künftige Veränderungen – Softcom

Softcom ist die Huawei-Strategie für softwaredefinierte und Telekommunikationsarchitektur und soll die Grundlage der Entwicklungsstrategie für die Netzarchitektur der kommenden zehn Jahre bilden. Softcom nutzt Technologien wie Cloud Computing, Software-Defined Networking (SDN), Virtualisierung von Netzwerkfunktionen (NFV) und internetbasierende operative Prozesse. Ziel sei eine Straffung der Netzwerk- und IT-Ressourcen der Betreiber und die Umgestaltung der Telekommunikationsindustrie im Hinblick auf Architektur, Netzwerke, Services und Betrieb.

  • NFV-Strategie: Auf Basis des NFV-Konzeptes werden Netzknoten in der Softcom-Architektur einer dreistufigen Struktur zugeordnet, die sich durch horizontale Konvergenz und vertikale Entkopplung auszeichnet. Die drei Stufen sind Basis-Hardware, eine offene Cloud-Plattform und Servicesoftware. Für die NFV-Serviceziele existieren neue Designvorgaben. Huawei hat Proof-of-Concept-Studien und Vor-Ort-Szenarientests für NFV durchgeführt.
  • Fusionsphere Cloud OS: Die offene Cloud-Plattform wurde für die ITK-Integration entwickelt und soll die nahtlose Migration auf eine Cloud-Plattform unterstützen.

Die „Cloud, Pipe, Device“-Strategie von Huawei umfasst auch Geräte für Endnutzer wie das 4G Mediapad X1, das die Vorteile eines Smartphones mit den Vorteilen eines großen Displays verbinden soll, das Mediapad-X1-Zubehör Huawei B1, ein Armband für Sprach- und Big-Data-Tracking-Dienste, das 4G-LTE-Smartphone G6 und den Hotspot Huawei E5786 mit LTE-Cat-6-Unterstützung mit bis zu 300 MBit/s im Downstream.

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