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Bundesnetzagentur macht Vorschläge, BUGLAS fordert weiter Mobilfunkterminierungsentgelt sinkt

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Bundesnetzagentur will das Mobilfunkterminierungsentgelt auf zunächst 1,85 Cent pro Minute senken. Glasfaseranbieter fühlen sich damit immer noch benachteiligt und fordern weitere Korrekturen.

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Die Bundesnetzagentur begründet ihren Vorschlag mit wachsenden Datenvolumen in mobilen Netzen.
Die Bundesnetzagentur begründet ihren Vorschlag mit wachsenden Datenvolumen in mobilen Netzen.
(Bild: Bundesnetzagentur )

Deutsche Mobilfunkprovider können aktuell zwischen 3,36 und 3,39 Cent pro Minute dafür verlangen, dass sie Anrufe in ihren Netzen durchstellen. Dieses Terminierungsentgelt will die Bundesnetzagentur jetzt vereinheitlichen und senken. Demnach sollen ab 1. Dezember 2012 1,85 Cent pro Minute fällig werden; ab dem 1. Dezember 2013 soll der Betrag nochmals geringfügig auf 1,79 Cent pro Minute sinken.

Vor dem verbindlichen Inkrafttreten der Entgelte steht nun noch ein vierwöchiges nationales Konsultationsverfahren. Anschließend will die Bundesnetzagentur ihren Vorschlag samt Begründung an Europäische Kommission sowie nationale Regulierungsbehörden der übrigen EU-Mitgliedsstaaten übermitteln.

Schon jetzt rechtfertigt die Bundesnetzagentur ihren Entgeltvorschlag mit einem gestiegenen Anteil von Datenverbindungen. Dazu Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: "Das Verhältnis zwischen Daten- und Sprachverkehr verschiebt sich […] weiter. Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht, sodass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen muss."

Dem Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS) geht die jetzt angekündigte Entgeltsenkung noch nicht weit genug. Grund: Festnetzbetreiber müssten immer noch deutlich höhere Terminierungsentgelte zahlen, als sie im Gegenzug für eingehende Anrufe verlangen dürfen. BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer lobt daher zwar eine nun abgemilderte Wettbewerbsverzerrung, fordert aber sogleich: "Im nächsten Schritt müssen nun unserer Auffassung nach aber zwingend die Terminierungsentgelte im Festnetz, die heute ein kaum wahrnehmbares Niveau haben, nach oben angepasst werden." Eine auch von der EU geforderte Angleichung der Terminierungsentgelte in Mobilfunk respektive in das Festnetz sehe man grundsätzlich als richtig an.

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