Perfekte Partner: Unified Communications und LTE

Mobile UC und Rich Communications Services im Fokus

| Autor / Redakteur: Leslie Ferry / Andreas Donner

Erst mit LTE bzw. 4G wird Mobile Unified Communications wirklich möglich!
Erst mit LTE bzw. 4G wird Mobile Unified Communications wirklich möglich! (Bild: itestro - Fotolia.com)

Der neue 4G-Standard LTE verspricht als schneller Breitbandmobilfunk neue Möglichkeiten für datenintensive Dienste. Vor allem im Hinblick auf UC bieten sich interessante Perspektiven für Anbieter und Nutzer: Dienste und Anwendungen, die bislang nur über Kabel angeboten werden konnten, werden nun bald auch via Mobilfunk möglich sein.

Dass mit dem Mobilfunk der vierten Generation auch das Ende der Standleitung gekommen ist, ist allerdings kaum anzunehmen. Denn LTE und LTE-Advanced bieten zwar eine schnelle mobile Datenverbindung, sind aber für andere Einsatzzwecke konzipiert als eine Kabelverbindung – die ermöglicht beispielsweise dauerhaftes Streaming von HD-Videos. LTE ist hierfür nicht ausgelegt und dürfte für diesen Zweck nur dort in Betracht kommen, wo keine Glasfaserleitung zur Verfügung steht.

Im Grunde fördert der Ausbau der LTE-Netze sogar den Ausbau der Glasfasernetze, da die Masten ein Kabel zur schnellen Anbindung an die Core-Netzwerke der Mobilfunkbetreiber benötigen. Kabel und Mobilfunk werden somit je nach Einsatzzweck auch in Zukunft nebeneinander bestehen.

Unified Communications unterwegs

Das Arbeiten wird auch in Deutschland immer mobiler: Laut dem „Global Workshifting Index“ von Citrix setzt bereits knapp die Hälfte aller Unternehmen auf mobile Mitarbeiter. Erwartet wird ständige Erreichbarkeit für Kunden und Kollegen sowie Zugriff auf Dokumente und Informationen von unterwegs.

Die üblichen Kommunikationskanäle wie E-Mail, Telefonie und Voicemail erweisen sich hier schnell als zu unflexibel. Abhilfe bietet Mobile Unified Communications (UC), das sämtliche Kommunikationsdienste in einer Anwendungsumgebung vereint. Damit wird eine einheitliche Kommunikation über verschiedene Geräte hinweg möglich, da Oberfläche und Identität des Nutzers stets gleich bleiben.

Beispielsweise kann so eine Videokonferenz auf dem Laptop im Büro begonnen und ohne Unterbrechung auf dem Smartphone auf dem Weg zum nächsten Termin weitergeführt werden. Mobile UC ist jedoch nicht nur für Mitarbeiter vorteilhaft, die nahtlos kommunizieren und damit effizienter arbeiten wollen, sondern auch für die IT-Abteilung, da alle Geräte im Unternehmen zentral verwaltet werden können. Insbesondere im Rahmen von BYOD (Bring Your Own Device) lassen sich neue Geräte damit schnell in das unternehmensweite Kommunikationsnetz integrieren. Unternehmen können somit Kosten sparen und den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren.

Vorteile von LTE und Mobile UC

Mobile Mitarbeiter, die ihre Identität per Mobile UC überall hin mitnehmen wollen, benötigen eine schnelle Mobilfunkverbindung mit großer Bandbreite. LTE-Advanced bietet hier eine bessere Basis als bisherige 3G-Netze, da es nicht nur ein schnelleres mobiles Netz bietet, sondern durch die Interoperabilität mit älteren Netzen auch für eine bessere Netzabdeckung und damit die Verlässlichkeit sorgt, die für die Unternehmenskommunikation besonders wichtig ist.

Gerade für die zunehmend beliebten mobilen Videokonferenzen müssen hohe Datenmengen übertragen werden, die nur LTE-A mit einem Datendurchsatz von bis zu 100 Mbit/s (wide area) bzw. 1 Gbit/s (local area) gewährleisten kann. Voraussetzung für den hohen Datendurchsatz ist die MIMO-Technik (Multiple Input, Multiple Output), die über mehrere Antennen bei Sender und Empfänger die Interferenz senkt und die Zuverlässigkeit weiter steigert.

Insbesondere die Quality of Service (QoS) spricht für LTE in Verbindung mit Mobile UC. Sie beschreibt, wie genau ein Kommunikationsdienst den Anforderungen entspricht: ob stabile Verbindung und hohe Sprachqualität garantiert sind, hohe Datenrate für Video-Streams, sichere Verbindung mehrerer Teilnehmer bei einer Konferenzschaltung, etc. Bei Mobile UC müssen Gespräche und Übergänge zwischen verschiedenen Kanälen absolut reibungs- und störungsfrei bleiben. Die dafür erforderliche hohe QoS gewährleistet beim LTE-A-Standard das OFDMA-Verfahren. Die Frequenz wird dabei orthogonal in kleinere Unterkanäle aufgeteilt, meistens zu je 10 KHz, die je nach Verbrauch und spezifischer Anwendung, wie Sprache, Video-Stream oder Konferenzschaltung, genutzt werden und immer die beste Verbindung gewährleisten.

Auch Netzbetreiber profitieren

Für Netzbetreiber bietet die Verbindung von LTE und UC ebenfalls viele Vorteile. Laut dem Branchenverband BITKOM ist davon auszugehen, dass ab 2014 die Einnahmen aus Telefonie- und SMS-Diensten nach der Umstellung auf 4G weiter zurückgehen werden. Drittanbieter werden zudem mit VoLTE oder kostenlosen Instant-Messengern weiter Kunden abwerben, sodass Mobilfunknetzbetreiber neue Einnahmequellen erschließen müssen. Beim LTE-A-Standard ermöglichen Rich Communication Services (RCS) Videochat, Instant Messaging und vieles mehr und bieten damit die ideale Basis, um mit solchen Angeboten neue Kunden zu werben. Gerade für Unternehmen können damit umfangreiche Servicepakete geschnürt werden.

Um die vielfältigen Vorteile aus der Verbindung von LTE und Mobile UC voll nutzen zu können, muss jedoch das Netz ausgebaut werden. Priorität haben in Deutschland nach Vorgabe der Bundesnetzagentur aktuell noch Gegenden, wo es bislang kein DSL gibt. Mobilfunknetzbetreiber sind daher aktuell noch zögerlich beim Angebot von Mobile UC bzw. Rich Communications Services. Allerdings erreichen immer mehr LTE-fähige Geräte die Marktreife, was nicht nur die Netze mehr auslastet, sondern auch die Nachfrage nach VoLTE und ähnlichen Diensten ankurbelt.

Weltweit geht der Trend ebenfalls deutlich in Richtung LTE. Laut der Global Mobile Suppliers Association (GSA) investieren 2013 sogar 45 Prozent mehr Betreiber in LTE-Netze als im Vorjahr und die Anzahl der LTE-Nutzer wird noch im Laufe dieses Jahres laut einer Marktanalyse von IHS iSuppli um 181 Prozent auf insgesamt 205,7 Millionen anwachsen.

Fazit

Verteilte Unternehmen mit zunehmend mobilen Mitarbeitern benötigen Mobile Unified Communications und damit auch unterwegs einen hohen Datendurchsatz, sowie eine zuverlässige, dynamische QoS. LTE-A erfüllt diese Anforderungen besser als seine 3G-Vorgänger, sodass sich LTE und UC hervorragend ergänzen.

Unternehmen sollten daher bereits jetzt auf UC wechseln. Allerdings müssen sie ihre Anforderungen genau prüfen, um aus dem umfangreichen Angebot der UC-Lösungen die tatsächlich benötigten Komponenten herauszufiltern.

Leslie Ferry
Leslie Ferry (Bild: Broadsoft)

Die Voraussetzung ist der richtige Anbieter, der alle Anwendungen aus einer Hand bietet, um die nahtlose Kommunikation über alle Kanäle von Anfang an zu gewährleisten. Mit dem richtigen Partner und einer passenden mobilen Strategie wird dann auch eine effiziente mobile Zusammenarbeit im Unternehmen möglich.

Über die Autorin

Leslie Ferry ist Vice President Marketing bei Broadsoft

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