Tata Communications blickt in die Zukunft

Mobile- & Netzwerkprognosen 2016

| Autor / Redakteur: Mehul Kapadia / Andreas Donner

Wie sieht die Zukunft für Mobile Network Provider aus? Tata Communications erläutert seine Sicht!
Wie sieht die Zukunft für Mobile Network Provider aus? Tata Communications erläutert seine Sicht! ( © Kurhan - Fotolia)

Tata Communications wirft einen Blick in die nähere Zukunft und konzentriert sich bei seinen Prognosen auf Network Sharing, Virtual Network Providers sowie Managed Networks und stellt die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, ein eigenes Netzwerk zu betreiben? Außerdem im Fokus: M2M, VoLTE und VoWi-Fi sowie LTE, LTE-A, LTE-U und 5G.

Aktuell sehen wir einen Trend hin zu Network Sharing, Virtual Network Providers und Managed Network-Verträgen. Damit einher geht die Frage: Gibt es überhaupt einen richtigen Vorteil, ein eigenes Netzwerk zu betreiben? In Europa arbeiten immer mehr Mobilfunkbetreiber (Mobile Network Provider/ MNO) zusammen; in einigen Märkten gibt es sogar nur noch drei MNOs. Die Gründe: Der Kostendruck, der mit Lizenzierungsmodellen und der Instandhaltung eines nationalen Netzwerks einher geht sowie die wirtschaftlichen Vorzüge konsolidierter Projekte. Das Netzwerk an sich bietet im Prinzip also keine Basis mehr für Wettbewerbsvorteile.

Fest steht: Die Anbieter müssen zusammenarbeiten und ein Set-up entwickeln, bei dem alle Anbieter eines Landes ihre Ressourcen bündeln. Von den Wettbewerbern können sie sich durch verschiedene Service-Kombinationen unterscheiden – auch diese können sie basierend auf ihren geteilten Assets entwickeln. Dies wird das Modell der Zukunft sein.

Mobile Zahlungen

Trotz einer fragmentierenden Infrastruktur führen immer mehr Unternehmen die Mobile Payment-Technologie ein. Mobile Zahlungen sind ein sehr weites Feld, und den Innovationen in diesem Bereich sind kaum Grenzen gesetzt. Die Nutzung von Technologien für Überweisungszahlungen ist bereits ausführlich dokumentiert und wir erwarten, dass es in den nächsten Jahren neue Abrechnungssysteme für Carrier geben wird.

MNOs könnten diesen Ansatz dann besser übernehmen, beispielsweise können sie Services von Drittanbietern mit Vermittlungsgebühr oder Payment Hub-Mechanismen anwenden, um Bedenken rund um finanzielle Risiken beim mobilen Bezahlen zu reduzieren. Durch einen solchen Ansatz könnten auch Nutzer von Prepaid-Diensten aktiver in die Abrechnungspläne von Carrieren für mobile Bezahlungen involviert werden – dies birgt Potenziale für so einige neue Marktchancen.

M2M

Im M2M-Bereich wird der Fokus immer mehr auf Smart Cities gerichtet. Indien hat bereits angekündigt, 100 Smart Cities zu schaffen und auch China wird acht Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Smart Cities investieren. Laut dem Marktforschungsunternehmen IHS wird es bis zum Jahr 2025 weltweit mindestens 88 Smart Cities geben – 2013 waren es noch 21.

Obwohl es bei der Realisierung der ersten Projekte Probleme gab, soll der Fokus zukünftig mehr auf den richtigen Einsatz von kabelloser Connectivity gelegt werden, um die Netzwerke einer Stadt am effektivsten zu gestalten. Damit eine Stadt auch richtig funktioniert, müssen die Daten frei und zu den richtigen Gebieten fließen, damit sie dort verarbeitet, analysiert und umgesetzt werden können.

Den Datenfluss zu den wichtigen „Organen“ einer Smart City zu gewährleisten, ist der Job der Carrier und Mobilfunkanbieter. Nur dann kann das Leben der Einwohner und Besucher einer Stadt signifikant verbessert werden.

LTE / LTE-A / LTE-U

Aktuell sollten weltweit über 450 LTE-Netzwerke im Einsatz sein. Mobilfunkanbieter führen in 181 Ländern LTE-Services ein und untersuchen, wie sie damit ihren Umsatz vorantreiben und ihre Angebote vom Wettbewerb abheben können. 4G ist nicht einfach nur ein Technologiewandel. Vielmehr ist es die Realisierung neuer Potenziale im Bereich kabelloser Netzwerke.

Der Ruf nach schnelleren und anspruchsvolleren Services im Inland wird immer lauter und MNOs sollten den Einfluss von LTE-Roaming nicht übersehen. Die Bereitstellung von globalen LTE-Roaming-Services ist entscheidend, um einen vollständigen 4G-Service anbieten zu können und um zu gewährleisten, dass die Kunden genau die Services erhalten, die sie fordern – mit zuverlässiger Qualität und Erfahrung.

MNOs, die weltweit störungsfreie 4G-Services anbieten können, können ihr LTE-Netzwerk im Inland monetarisieren und entscheidende Wettbewerbsvorteile generieren. Gelichzeitig erhalten ihre Kunden eine 4G-Serviceerfahrung ohne Grenzen.

LTE Broadcast

Es ist offensichtlich, dass die Medien- und Unterhaltungsbranche sich aktuell im Umbruch befindet: Verbraucher nutzen zunehmend smarte Endgeräte und HD-TV-Geräte, um Inhalte über verschiedene Kanäle – jederzeit und von überall – anschauen zu können. Die Broadcasting-Landschaft wird sich durch den vermehrten Einsatz von Cloud-Technologien, in Kombination mit einer steigenden Nutzung von mobilen Endgeräten, um Video-Dienste in Anspruch zu nehmen, deutlich wandeln.

Unter anderem wird LTE Broadcast, zusammen mit einer Reihe neuer Technologien, die Broadcasting-Welt durchrütteln. Dazu könnten neue Möglichkeiten für weltweites Broadcasting mit OTT-ähnlichen Fertigkeiten zählen. Die Chance, neue TV-Programme schnell zu launchen und Inhalte direkt an Zuschauer überall auf der Welt zu übertragen, bietet ganz neue Möglichkeiten. Es gibt bereits globale Kommunikationsanbieter, die die weltweite Distribution von Videoinhalten anbieten; aber wir werden in den kommenden Monaten und Jahren sehen, dass es die Kommunikationsunternehmen und nicht etwa die traditionellen Broadcaster sind, die TV-Inhalte künftig distribuieren werden.

5G

Aus kommerzieller Sicht sollte man nicht auf die Einführung von 5G warten. Es wird einige Jahre dauern, bis 5G -Services verfügbar sein werden. Während die dazugehörige Technologie sich momentan Labortests stellen muss, gibt es bisher noch keinen akzeptierten Standard und somit auch keinen stringenten Grund, 5G auf den Markt zu bringen. Dienstleistungen wie Augmented Reality, VR und futuristische Spiele würden zwar von 5G profitieren, aber diese Technologien werden wahrscheinlich erst in fünf oder mehr Jahren kommerziell erhältlich sein.

VoLTE / VoWi-Fi

Die Zersplitterung der Frequenzen und die limitierte Verfügbarkeit von VoLTE-fähigen Endgeräten schränken ein. Dennoch wird die Einführung neuer VoLTE-fähiger Endgeräte von ausgewählten Anbietern, die den Multiband-Betrieb unterstützen, einen signifikanten Einfluss auf die Einführung von VoLTE haben. Der Mehrwert von LTE ist die Möglichkeit, Sprach- und Datenservices für mehr Effizienz und Servicevorteile zu kombinieren und so die wachsende Nachfrage nach Video-Anrufen zu bedienen. Der europäische Markt muss noch Einiges nachholen, um zu Südkorea, Japan und den USA aufschließen zu können.

Sicherheit

Die Anzahl und Intensität der Betrugsfälle und Cyber-Angriffe hat ein Rekordniveau erreicht. Diese Attacken kosten die Kommunikationsserviceanbieter jedes Jahr Milliarden von Dollar – und schädigen gleichzeitig auch noch die Reputation des Unternehmens.

Zu den traditionellen Betrugsattacken gesellen sich neue Cyber-Bedrohungen der Netzwerksicherheit, die die Situation noch verschärfen, darunter Denial of Service Attacks, Malware und dazugehörige Hacks. Der Kampf gegen die neuen Bedrohungen darf nicht von dem gegen die traditionellen getrennt werden – eine Kombination muss her.

Mehul Kapadia
Mehul Kapadia (Bild: Tata / Dilip Thakkar)

Diese Kombination bedeutet, dass Anbieter Techniken aus beiden Gebieten einsetzen können, darunter erweiterte Datenanalyse, Datenzusammenhänge, maschinelles Lernen, Techniken zur Datenvirtualisierung und -verarbeitung fast in Echtzeit. Das Ziel: Eine bessere Netzwerksicherheit und im Umkehrschluss ein besseren Schutz vor Betrug.

Über den Autor

Mehul Kapadia ist Vice President of Product Management bei Tata Communications.

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