Smartphones auf dem Vormarsch

Mobile Internetnutzung in Deutschland steigt

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die Verbreitung von Tablets entwickelt sich äußerst dynamisch und ist laut Studie binnen eines Jahres von 17 Prozent auf 29 Prozent hochgeschnellt.
Die Verbreitung von Tablets entwickelt sich äußerst dynamisch und ist laut Studie binnen eines Jahres von 17 Prozent auf 29 Prozent hochgeschnellt. (Bild: TNS)

Laut TNS Convergence Monitor nutzen die Deutschen das Internet immer häufiger mit mobilen Geräten. Die Studie besagt, dass es mittlerweile in fast jedem dritten Haushalt ein Tablet gebe. Zudem würden Jüngere bereits mehr mit dem Smartphone als mit PC und Notebook surfen.

Die Verbreitung von Tablets entwickele sich äußerst dynamisch und sei binnen eines Jahres von 17 Prozent auf 29 Prozent hochgeschnellt. Dies sei eine Wachstumsrate von weit über 50 Prozent. Auch die Smartphone-Penetration habe erneut deutlich zugenommen: In der Studie haben 67 Prozent der 14- bis 64-Jährigen angegeben, ein Smartphone zu besitzen. In 2014 seien es noch 59 Prozent, in 2013 43 Prozent gewesen.

Bedeutung von PC und Notebook sinkt

Die Verteilung der täglichen Onlinezeit der 14- bis 64-Jährigen auf die genutzten Devices zeige, dass die Befragten mittlerweile 33 Prozent ihrer gesamten Onlinezeit beim Surfen mit dem Smartphone verbringen. Für bereits neun Prozent der Internetzeit diene das Tablet als Zugang zum Netz. Dabei gehe der Erfolg der mobilen Endgeräte auf der einen Seite zu Lasten von PC und Notebook: Der Anteil der stationären bzw. weniger mobilen Devices an der Internetnutzungsdauer sei von 63 Prozent im Vorjahr auf aktuell 52 Prozent gesunken.

Der Studie zufolge verbringen die Befragten nach eigener Einschätzung täglich 106 Minuten mit der privaten Nutzung des Internets. Dies sei gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 13 Minuten, der vor allem durch das Surfen mit Tablet und Smartphone getrieben werde. Smart TV spiele derzeit mit einen Anteil von zwei Prozent an der Onlinenutzungsdauer noch eine untergeordnete Rolle.

Jüngere bevorzugen Smartphones

Internetnutzung mit mobilen Devices sei nach wie vor eine Domäne der Jüngeren. Vor allem die 14- bis 29-Jährigen seien deutlich mehr mit dem Smartphone im Internet unterwegs. 50 Prozent ihrer im Internet verbrachten Zeit entfalle in dieser Altersgruppe auf die Nutzung des Smartphones, weitere acht Prozent auf das Tablet. Aber auch für die 30- bis 49-Jährigen werde das mobile Surfen immer attraktiver. 30 Prozent der Onlinezeit werde mit dem Smartphone verbracht, zwölf Prozent mit dem Tablet. Ein ganz anderes Bild zeige sich bei den 50- bis 64-Jährigen. Hier seien PC und Notebook mit 64 Prozent der Onlinezeit die mit weitem Abstand favorisierten Endgeräte für die Internetnutzung.

Mehr Geräte in deutschen Haushalten

Insgesamt werde der Gerätefuhrpark in deutschen Haushalten immer größer: Waren die 14- bis 64-jährigen Internetnutzer in 2011 mit durchschnittlich 1,3 Endgerätetypen online, seien es mittlerweile 2,2 Endgerätetypen, d.h., der durchschnittliche Internetnutzer gehe sowohl mit dem PC bzw. Notebook als auch mit mindestens einem mobilen Device online.

„Der Trend geht in Deutschland eindeutig zu einem immer größeren Gerätefuhrpark, aus dem das Device für die Internetnutzung in Abhängigkeit von der Nutzungssituation gewählt wird. Dabei haben die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablet-Computer stark an Bedeutung gewonnen“, sagt Ulrike Karg, Projektleiterin des TNS Convergence Monitor und Senior Consultant bei TNS Infratest. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets und technische Neuerungen weiter fortsetzen wird.“

Mit der Smartwatch stehe ein neuer mobiler Alleskönner bereits in den Startlöchern. 66 Prozent haben laut Studie schon von dieser Gerätegeneration gehört. Ob die Smartwatch die Mobilisierung der Internetnutzung weiter vorantreiben kann, müsse die Zukunft noch zeigen: Besitz und Kaufabsicht seien derzeit noch auf verschwindend geringem Niveau.

Über die Studie

Für die neunte Auflage der Forschungsreihe TNS Convergence Monitor, einer Gemeinschaftsstudie von ARD-Werbung Sales & Services, Deutsche Telekom, IP Deutschland und ZDF seien insgesamt 1.502 Personen im Alter von 14 bis 64 Jahren in Deutschland befragt worden. Die Befragung sei repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren in Privathaushalten in Deutschland und in Form von persönlich-mündlichen Interviews (CAPI) von April bis Mai 2015 durchgeführt worden. Die Untersuchung biete einen fundierten Überblick über die Verbreitung konvergenter Techniken für Telekommunikation, Internet und Medien sowie Einstellungen und Interessen der Konsumenten.

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