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Die Vorteile virtueller Desktop-Infrastrukturen Mit VDI Software aus der Cloud beziehen

Ein Gastbeitrag von Marc Kleff

Jeden Mitarbeiter mit einem Hightech Arbeitsrechner auszustatten und ein umfangreiches eigenes Rechenzentrum zu betreiben, ist teuer und in Zeiten von Halbleiterengpässen nicht immer möglich. Mit einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) werden die Hardwareanforderungen in die Cloud ausgelagert.

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VDI als Software-as-a-Service sorgt im Unternehmen für Flexibilität, senkt die Kosten und kommt der Umwelt zugute.
VDI als Software-as-a-Service sorgt im Unternehmen für Flexibilität, senkt die Kosten und kommt der Umwelt zugute.
(Bild: Natalia Liubinetska - stock.adobe.com)

Angesichts des Halbleitermangels stehen viele Unternehmen bei der Beschaffung von Hardwarekomponenten und Servern für den Betrieb von eigenen IT-Infrastrukturen vor Problemen. Die Produzenten von PCs, Notebooks, Servercomputern und Speichersystemen kommen kaum hinterher, die gestiegene Nachfrage zu bedienen.

Hinzu kommt, dass das Thema Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus von Unternehmen rückt. Derzeit gehen Schätzungen nach zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs auf das Konto der Rechenzentren, 2030 werden es acht Prozent sein. Nachhaltigkeit geht anders.

Es gibt also gleich mehrere Gründe, auf eine cloud-basierte VDI umzusteigen. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen den Schritt machen. Laut Gartner sollen die weltweiten Cloud-Umsätze in diesem Jahr auf 474 Milliarden US-Dollar anwachsen – ein Plus von 27 Prozent gegenüber 2021.

Hardwareunabhängig arbeiten

Eine auf Cloud Computing basierende VDI bedeutet, dass Hardware und Software entkoppelt werden. Die persönliche Hardware wird nur noch zur Dateneingabe und -visualisierung genutzt. Die Rechenprozesse laufen über dezentrale Server der Cloud-Provider Microsoft, Amazon oder Google.

Welches Endgerät ein User nutzt, spielt keine Rolle. CPU, RAM und GPU müssen die technischen Anforderungen eines Programms nicht erfüllen, denn die Software wird nur über das Gerät bedient, aber nicht gehostet. Unternehmen können dadurch viel Geld sparen, da sie ihre Belegschaft nur mit rudimentärer Hardware ausstatten müssen. Wollen Mitarbeiter private Rechner nutzen, ist das auch möglich. Essenziell ist lediglich eine stabile Netzwerkverbindung.

Die Arbeit der IT-Abteilung wird durch VDI ebenfalls vereinfacht. Updates für Programme lassen sich zentral aufspielen und für alle Anwender installieren. Das gleiche gilt für Konfigurationen. Ein Callcenter beispielsweise, in dem die Mitarbeiter mit standardisierten Systemen arbeiten, braucht keine individuellen Desktops.

Verliert ein Mitarbeiter sein Endgerät, oder wurde es gestohlen, ist die Gefahr eines Datenlecks geringer. Da Programme und Dateien nur virtuell zugänglich sind, enthält die Nutzerhardware keine kritischen Daten. Ein kompromittierter Zugang kann vom Netzwerk gekappt werden.

Implementierung und Verwaltung leicht gemacht

Virtuelle Desktops lassen sich weltweit und über beliebige Public oder Private Clouds hinweg unkompliziert implementieren und verwalten. Für die Implementierung von Desktops müssen nicht mehr Hunderte von Aufgaben ausgeführt werden, die in der Regel zwei bis drei Tage dauern.

Mit dem richtigen Tool wird die Implementierungszeit auf einige wenige Stunden verkürzt. Am besten wird hierfür in logischen Workflows nach Best Practices für die Cloud vorgegangen, zum Beispiel Microsoft WVD-Standards. Automatisierung verringert Fehler und beschleunigt den ROI. Nach der Implementierung wird die Verwaltung der virtuellen Infrastruktur durch intelligente Toolsets und richtlinienbasiertes Management automatisiert. So sind alle Arbeitsbereiche stets auf dem neuesten Stand und synchron.

Zudem lassen sich so die Infrastrukturkosten reduzieren: Technologien wie LiveScaling, Wake-on-Demand und ein anpassbares Ressourcenplanungssystem können die Infrastrukturkosten um bis zu 50 Prozent senken und gleichzeitig das richtige Performance-Profil gewährleisten. Statt regelmäßig neue Hardware zu kaufen, wird kontinuierlich das bezahlt, was auch wirklich genutzt wird.

Workloads managen: Vom Cluster zum End-User

Die Nutzungsmuster von Desktops sind in der Regel weniger planbar als viele der anderen Datacenter-Workloads. Selbst wenn Mitarbeiter ähnliche Aufgaben erledigen und immer wiederkehrende Prozesse durchführen, ist die Rechenleistung, die jeweils für einen virtuellen Desktop bereitstehen muss, über den Tag oder die Woche hinweg nicht konstant. Umgerechnet auf die gesamte Belegschaft kann das zu starken Fluktuationen bei der Auslastung führen.

Wird der mit der VDI-Lösung verknüpfte Pod von den anderen Systemen getrennt, kann sichergestellt werden, dass die Schwankungen der Desktop-Workloads die anderen Workloads im Datacenter nicht behindern. Nun gilt es auch stets ausreichend Rechenleistung für die Workloads jedes individuellen Mitarbeiters zu garantieren. Immer häufiger werden VDI dazu individuell unterteilt. Zuvor wurden Cluster aus virtuellen Desktops zusammengefasst und deren benötigte Rechenleistung grob prognostiziert. Den jeweiligen Clustern wurde dann dementsprechend Hardwareleistung zugeordnet.

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Das neuere System nennt sich End-User-Computing (EUC). Die einzelnen virtual machines (VM) bekommen individuell Rechenleistung zugesprochen. Ein Verwaltungstool ordnet je nach Bedarf den einzelnen Desktops das zu, was sie für die Workloads gerade brauchen. Die Software stellt außerdem sicher, dass VM sich keine Kapazitäten teilen. Der eigene „Rechner“ wird also nicht plötzlich langsamer, weil ihm ein anderer RAM- oder CPU-Power „stiehlt“.

Auch die Umwelt profitiert

Neben den bereits genannten Vorteilen einer VDI wie Flexibilität, einfacher Verwaltung und Infrastruktureinsparungen, verbessert sie auch die Umweltbilanz der einzelnen Arbeitsplätze. Das Umweltbundesamt fand in der Untersuchung „Green Cloud Computing“ heraus, dass ein virtueller Arbeitsplatz 44 Prozent weniger CO2-Äquivalent ausstößt als ein klassischer Arbeitsplatz.

Marc Kleff.
Marc Kleff.
(Bild: Marc Kleff)

Die Unternehmens-IT wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich dezentralisiert. Aus festen Rechnern mit physisch installierbarer Software und Servern auf dem Firmengelände wurden mobile Endgeräte mit SaaS und dezentralen Speichern in Cloud-Umgebungen. Der nächste logische Schritt ist auch die Hardware zu digitalisieren.

Über den Autor

Marc Kleff ist Solutions Engineering bei NetApp.

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