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Microsoft erweitert seine Kommunikationsinfrastruktur um UM und UC Mit Unified Messaging und Unified Communications in die Zukunft

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Über Erweiterungen für Unified Messaging und Unified Communications will Microsoft die Kommunikation der Mitarbeiter vereinfachen. Dies passiert zum einen durch die Erweiterung des Exchange Server, aber auch durch den Office Communication Server, sowie über zahlreiche Partnerprodukte.

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Die Authentifizierung bei Unified Communications wird vom Active Directory unterstützt
Die Authentifizierung bei Unified Communications wird vom Active Directory unterstützt
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Integration unterschiedlicher Kommunikationssysteme vereinfacht die Verwaltung und kann gleichzeitig die Effizienz verbessern, davon ist Microsoft überzeugt. Unter den Schlagworten „Unified Messaging“ und „Unified Communications“ bietet das Unternehmen, das den Büromarkt mit Microsoft Office und Exchange eindeutig dominiert, jetzt Erweiterung seiner Büroanwendungen an.

Im Kern geht es bei beiden Ansätzen um eine Ausweitung der Kommunikationswege in die Arbeitsumgebung von MS Office und Exchange. Die Motivation dafür kommt aus den geschäftlichen Anforderungen. Diese weiten sich bekanntermaßen sowohl in zeitlicher als auch räumlicher Hinsicht aus, wie sich beim 24*7 Stundenbetrieb und der wachsenden Zahl mobiler Mitarbeiter leicht aufzeigen lässt.

Doch diese Mitarbeiter benötigen alle auch allgegenwärtigen Zugriff auf möglichst sämtliche Daten, egal wo sie sich befinden. Zudem muss in diesem Szenario jeder Mitarbeiter, Teamkollege oder Geschäftspartner auch ständig über unterschiedliche Kommunikationswege kontaktiert werden. Die gängigsten davon sind heute das Festnetztelefon das Mobiltelefon und das E-Mailsystem. Hinzu kommen Pager, Fax, spezielle Mobilgeräte für den Dienst und eine Vielzahl an branchenspezifischen Kommunikationseinrichtungen.

Unified Messaging

In seinem Konzept zum Unified Messaging fasst Microsoft nun einige dieser Kommunikationseinrichtungen unter der Haube des Exchange Servers zusammen. Dazu wurde der Exchange Server in der aktuellen Version 2007 auf mehrere Module aufgebrochen. Dies sind jene mit den Rollen des Hub Transport, Edge Transport, Client Access, Mailbox und Unified Communications.

Auf dem Server mit der Rolle Mailbox liegen beispielsweise die Postfächer der Benutzer, der Hub Transport ist die Kommunikationsdrehscheibe für alle Mails und der Server mit der Rolle Unified Communications kümmert sich just um diese neuen Aufgaben des Exchange Servers. Durch die neue Rolle wird die Sprach- und Faxkommunikation zu den bestehenden E-Mails beim Exchange Server dazugepackt.

Die neuen Funktionen ermöglichen damit die Aufnahme von Sprachnachrichten in eine Exchange-E-Mail und derer Bearbeitung oder Weiterleitung, analog zu einer schriftlichen E-Mail. Das Konzept entspricht jenem der Anrufbeantworter, nur dass es eben in Exchange integriert ist. Ferner kann der Benutzer Exchange nun auch über die Spracheingabe steuern. Dies ermöglicht beispielsweise den Abruf von E-Mails via Telefon oder Handy. Auch kann sich der Benutzer geschriebene Emails auf den gleichen Weg vorlesen lassen und beantworten.

Um stets den effizientesten Kommunikationsweg einfach und schnell zu ermitteln, ergänzt der Office Communication Server (OCS) die Fähigkeiten des neuen Exchange-Servers um Präsenzinformationen, die darüber Auskunft geben, über welches Medium der Kommunikationspartner derzeit am besten zu erreichen ist.

Unified Communications

Daneben steht der Block der „Unified Communications“. Diese gehen über das Unified Messaging hinaus und erfordern einen weiteren Microsoft Server, den Office Communication Server. Unified Communications erweitert damit die Techniken des Unified Messaging um sämtliche Aspekte der modernen Kommunikation, wie etwa VoIP, Webkonferenzen und Enterprise-weites Instant Messaging.

Moderne Kommunikationstechniken erfordern meist auch spezielle Endgeräte. Diese wiederum liefert nicht Microsoft selbst, sondern kooperiert hierzu mit Partnern. Mittelfristig ist geplant, dass bis zu 100 Partner aus dem Kommunikationssektor Geräte und Implementierungen liefern sollen. Die Schnittstelle für diese Geräte stellt der Office Communication Server dar. Und über spezielle Gateways können beispielsweise sogar bestehende „alte“ Telefonanlagen angebunden werden.

Microsoft sieht sich aber nicht als Lieferant, der herkömmliche Telefonanlagen ablösen will. Vielmehr propagiert man in Redmond den damit eingeleiteten Paradigmenwechsel. Durch die modernen Konzepte, wie sie Unified Messaging und Unified Communications bieten sollen in Zukunft völlig neue Anwendungsgebiete entstehen.

Microsoft selbst vergleicht diesen Paradigmenwechsel mit der Situation während der Erfindung des Automobils. Wenngleich das Auto in seiner Form und Technik völlig anders aufgebaut war als sein Vorgänger Pferd, so übernahm es dennoch dessen Rolle. Darüber hinaus ermöglicht aber das Auto einen Einsatz in weit mehr Einsatzfeldern, als es mit dem Vierbeiner jemals möglich gewesen wäre.

Umgekehrt erfordert das neue Fortbewegungsmittel aber auch die passende Infrastruktur in Form von Strassen und Tankstellen. Diese Infrastruktur für alle UC-Ansätze stellt dabei immer das IP-basierte Datennetz dar. Durch die Trennung der Applikationen von der Transportschiene (dem Datennetz) sollen sich völlig neue Anwendungsfelder auftun. Aus dem heute noch relativ gleichförmigen Aufbau von Handy und PDA könnten dann spezielle Geräte samt neuer Applikationen entstehen.

Dass dieser Weg zutreffend ist, zeigt sich heute beispielsweise schon im Design neuer Mobiltelefone. Diese sind entweder mit hochauflösendem Grafikdisplay für Videodownload gedacht, wenden sich über spezielle Tastaturen an Senioren oder empfehlen sich mittels spezieller Konfiguration und direkter Notruftasten für Kinder.

Fazit

Die neuen Kommunikationswege die mittels Unified Messaging und Unified Communications entstehen eröffnen Raum für neue Produkte und Anwendungsfelder. Dabei integrieren die Konzepte immer die vorhandenen Bürosysteme. Die Zergliederung eines Geschäftsprozesses auf viele kleine Informationsschnipsel, die wiederum über unterschiedliche Kommunikationskanäle ausgetauscht werden, erfordert allerdings wieder eine passende Verwaltung.

(ID:2009639)