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Windows Server 2012 Essentials – Der Server für kleine Unternehmen Mit spezieller Benutzeroberfläche kleine Netzwerke effizient verwalten

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Windows Server 2012 Essentials ist der Nachfolger des Microsoft SBS 2011. Der Vorteil des Servers ist die angepasste Oberfläche, mit der auch ungeübte Administratoren den Server schnell und einfach verwalten können. Sogar die Active-Directory-Domäne legt der Server automatisch an.

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Das Dashboard in Windows Server 2012 Essentials ist die universelle Schaltzentrale für Administratoren
Das Dashboard in Windows Server 2012 Essentials ist die universelle Schaltzentrale für Administratoren
(Bild: Joos)

Wer den neuen Server testen will, kann kostenlos den Release Candidate bei Microsoft herunterladen.

Die Installation von Windows Server 2012 Essentials gelingt auch ungeübten Administratoren. Der Server benötigt keine Clientzugriffslizenzen und erlaubt die Anbindung von 25 Benutzern mit bis zu 50 Computern. Das gilt auch für die endgültige Version.

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Der Server muss über eine mindestens 160 GB große Festplatte verfügen. Davon belegt der Server aber nur etwa 20 GB, der Rest ist als Speicherplatz festgelegt. Wenn der Server in einer Testumgebung mit Hyper-V installiert wird, darf keine dynamische Zuordnung des Arbeitsspeichers genutzt, sondern es müssen fest 2 GB Speicher zugeteilt werden.

Die Installation erfolgt über einen angepassten Assistenten der auch automatisch eine Active-Directory-Domäne einrichtet. Die Verwaltung nehmen Administratoren über eine speziell angepasste Verwaltungsoberfläche vor, Dashboard genannt (siehe Aufmacherbild). Clientcomputer binden sich über einen Agenten an, der auch eine Sicherung der Clients direkt auf den Server möglich macht. Auf diesem Weg können Benutzer selbst Daten wiederherstellen.

Windows Server 2012 erlaubt die Anbindung von Windows 7- und Windows 8-Computern.

Clientcomputer schnell und einfach anbinden

Nach der Installation des Servers, verbinden sich Clients ganz einfach mit dem Server. Die Anwender müssen in ihrem Browser hierzu nur die Adresse http://<Servername>/connect eingeben.

Anschließend bietet der Server den Download der Agenten-Software an (siehe Abbildung 1). Sobald Anwender den Link zur Installation angeklickt haben, startet ein Assistent, der bei der Anbindung des eigenen PC hilft. Damit sich der Rechner anbinden lässt, muss sich der entsprechende Anwender mit der Webseite verbinden und während der Einrichtung über den Assistenten seinen Benutzernamen und sein Kennwort eingeben. Dieses legt der Administrator zuvor im Dashboard fest.

Nach Abschluss der Installation befindet sich auf dem Desktop des Rechners das Launchpad. Über dieses können Anwender auf ihre Daten auf dem Server zugreifen und sogar ihren Rechner auf den Server sichern. Mit einer speziellen Wiederherstellungs-CD lassen sich komplette Rechner über den Server wiederherstellen. Benutzer können über das Launchpad Daten des eigenen Rechners auf den Server sichern. Über den Agenten ist auch eine Wiederherstellung möglich (siehe Abbildung 2).

Natürlich lassen sich ebenfalls über das Dashboard auch einzelne Dateien über die Sicherung auf dem Server wiederherstellen.

weiter mit: Benutzer, Daten und Geräte verwalten, Media-Server, Web Access und Mehr

Benutzer und Geräte im Dashboard verwalten

Unternehmen mit wenigen Anwendern beschäftigen meist keinen eigenen IT-Profi der ausschließlich die vorhandenen Server verwaltet. Daher bietet Windows Server 2012 Essentials das aus SBS 2011 Essentials bekannte Dashboard. Dieses bietet in einer angepassten Oberfläche die Möglichkeit, den Server komplett zu verwalten. Es lassen sich Benutzer anlegen, Freigaben erstellen und Zusatzanwendungen wie Backup-Lösungen oder Virenschutz installieren.

Der Vorteil ist die leichte Bedienung. Das Dashboard können Administratoren auch von ihrer Arbeitsstation aus über das Launchpad starten. Auf diesem Weg lässt sich der Server von jedem Rechner im Netzwerk aus verwalten, die richtigen Anmeldedaten vorausgesetzt.

Über den Menüpunkt „Users“ legen Administratoren neue Benutzer an. Auch hierfür gibt es einen eigenen Assistenten der bei der Einrichtung hilft. Über diesen lassen sich auch neue Administrator-Konten anlegen (siehe Abbildung 3).

Daten effizient und leicht verwaltbar speichern

Nicht nur das Anlegen von neuen Benutzern erleichtert Windows Server 2012 Essentials durch einen Assistenten, sondern auch die Zuteilung von Berechtigungen für Freigaben. Beim Anlegen von Benutzern können Administratoren im Assistenten genau festlegen auf welche Freigaben der Anwender zugreifen darf und welche Rechte er für den Zugriff hat (siehe Abbildung 4).

Über den Menüpunkt „Storage“ können Administratoren die im Server eingebauten Festplatten verwalten und steuern, welche Freigaben und damit Daten auf welchen Laufwerken gespeichert werden sollen. Hier legen Administratoren auch neue Freigaben an und legen fest, mit welchen Rechten die einzelnen Anwender auf die neue Freigabe zugreifen dürfen. Auch hier unterstützt wieder ein Assistent und Anwender sehen die Freigabe in ihrem Launchpad (siehe Abbildung 5).

Die einzelnen Ordner lassen sich über das Kontextmenü auf andere Laufwerke im Server verschieben.

Zur Sicherung nutzt Windows Server 2012 Essentials das in Windows Server 2012 integrierte Sicherungsprogramm. Mit diesem können Administratoren die Daten des Servers auch wieder herstellen. Über das Dashboard können Unternehmen den Server auch an das Microsoft Azure Online-Backup-Programm anbinden. So lassen sich die Daten des Servers in der Cloud sichern. Dieser Dienst ist allerdings kostenpflichtig. Die Preise hängen von der Größe der gesicherten Daten ab. Auch diese Funktion lässt sich direkt in das Dashboard integrieren.

Media-Server, Web Access und Mehr

Wer sich etwas tiefgründiger und ausführlicher mit dem Server auseinandersetzen will, kann den Server auch als Streaming-Server für Windows Media Player im Netzwerk zur Verfügung stellen.

Außerdem erlaubt der Server einen Zugriff über das Internet. Dazu verwenden Anwender ihren Browser oder eine VPN-Verbindung. Über den Web Access können Administratoren sogar das Dashboard starten und so auch über das Internet den Server verwalten. Auch ein Zugriff auf Arbeitsplatzrechner ist per Remotedesktop über Web Access möglich.

Liegen Fehler auf dem Server vor, kann er automatisch eine E-Mail an Administratoren senden. Im Dashboard sehen Anwender oben rechts im Fenster noch eine Zusammenfassung von Fehlern des Servers und aller angebundenen Computer. Klicken Administratoren im Dashboard auf diesen Bereich erhalte sie Hinweise, wie der Fehler behoben werden kann (siehe Abbildung 6).

Über den Menüpunkt „Applications“ binden Administratoren weitere Tools ein, welche die Verwaltung erleichtern. Die Tools lassen sich dann ebenfalls über das Dashboard verwalten. Die Integration erfolgt als WSSX-Datei. Diese muss nur doppelgeklickt werden, damit sich das entsprechende Programm installiert.

Das Add-In steht nach einem Neustart des Dashboards zur Verfügung. Microsoft bietet aktuell bereits ein Add-In an, welches einen Zustandsbericht aller angebundenen Rechner und des Servers erstellt (siehe Abbildung 7).

Wenn der Internet Explorer auf dem Server notwendig ist, nerven die ständigen Sicherheitsmeldungen beim Aufrufen von Internetseiten. Um die erweiterte Sicherheit des Internet Explorers auf dem Server abzuschalten, starten Administratoren den Server-Manager, nicht das Dashboard! Dazu muss auf der Startseite nur „servermanager“ eingegeben werden. Nach dem Start muss auf den Link „Local Server“ geklickt werden und dann auf den Link „On“ bei IE Enhanced Security. Über diesen Weg lässt sich das Feature deaktivieren.

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