Software-Defined Networking

Mit SDN fit für die Zukunft

| Autor / Redakteur: Paul Arts / Andreas Donner

Network Functions Virtualization (NFV) trennt die Netzwerkfunktionen von ihrer proprietären Hardware-Basis und stellt sie per Software als Services auf einer Standard-Hardware-Plattform bereit.
Network Functions Virtualization (NFV) trennt die Netzwerkfunktionen von ihrer proprietären Hardware-Basis und stellt sie per Software als Services auf einer Standard-Hardware-Plattform bereit. (Bild: Dell)

Die Netzwerktechnologie unterliegt einem starken Wandel. Dabei werden Virtualisierung und Software-Defined-Ansätze immer wichtiger. Unternehmen sollten sich von veralteten, herstellerspezifischen Ansätzen trennen und stattdessen auf offene Standards und eine Entkopplung von Netzwerkhard- und -software setzen. Vorteile sind eine höhere Flexibilität und geringere Betriebskosten.

Netzwerktechnologien liefern Konnektivität – dieses Prinzip gilt immer und überall. Doch in Zukunft wird das nicht mehr ausreichen, denn die IT-Umgebungen durchlaufen derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Aktuelle Trends wie Cloud, Big Data, Mobility und Social Business wirken sich auch auf die IT-Infrastruktur aus.

Darüber hinaus verändert sich die Arbeitsweise in den Unternehmen selbst, und die Netzwerke werden auf eine völlig andere Art und Weise genutzt: Sie verbinden nicht mehr nur die intern genutzten Rechner. Außendienstmitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner greifen aus allen Richtungen darauf zu, und das auch mit Mobilgeräten. Zur Erleichterung ihrer täglichen Arbeit erwarten sie eine verbesserte Benutzerführung, höhere Effizienz und schnellere Netze.

Ein Grund für die oft ungenügende Netzwerkleistung ist veraltete Technologie. Häufig werden Netzwerkprodukte eingesetzt, die angesichts des neuen 100-Gigabit-Ethernets bereits überholt sind. Mehr noch: Ältere Switches, Hubs oder Router sind nicht nur langsam, sondern entsprechen oft auch nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Informationssicherheit, da Legacy-Systeme die Sicherheitslücken mehrerer Produktgenerationen mitschleppen und so das Risiko von Cyber-Angriffen erhöhen.

Kurz: Die Netzwerke vieler Unternehmen können dem technologischen Wandel und den gestiegenen Anforderungen der Anwender aus den Fachabteilungen im Grunde nicht mehr standhalten. Nach einer IDC-Studie im Auftrag von Dell [Download gegen Registrierung möglich] haben die Änderungen in den Unternehmensnetzwerken drei Zielrichtungen:

  • Flexibilität und Agilität: Netzwerke dürfen heutzutage nicht mehr statisch sein, sondern müssen sich dynamisch auf die IT-Anforderungen ausrichten, die sich ihrerseits rasch wandeln. Die gesamte Netzwerkkonfiguration sollte flexibel und beweglich sein, damit Veränderungen schnell und vorzugsweise automatisiert umgesetzt werden können;
  • Offenheit: Netzwerke zeichnen noch sich viel zu oft durch eine enge, herstellerspezifische Kopplung von Hardware und Software aus. Die Netzwerktechnik sollte stattdessen auf offene Standards setzen, weil Anwender damit schneller und flexibler innovative Lösungen umsetzen können;
  • Verwaltungsaufwand: Vielfach werden Netzwerke von hochspezialisierten Mitarbeitern verwaltet. In modernen IT-Umgebungen mit ihrem erweiterten Fokus auf Cloud- und Mobility-Funktionen müssen Netzwerke jedoch als Teil der integrierten IT- Infrastruktur betrieben und verwaltet werden. Zentral sind hierbei die beiden Aufgaben, die Verfügbarkeit der Anwendungen für interne und externe Anwender sicherzustellen und bedarfsorientiert neue Services einzuführen.

Diese Herausforderungen können durch den Einsatz moderner Netzwerktechnologien wie SDN (Software-definierte Netzwerke), Netzwerkvirtualisierung und NFV (Network Functions Virtualization) überwunden werden. Im Kern geht es bei diesen neueren Technologien darum, Hardware und Software zu entkoppeln. Zahlreiche Unternehmen setzen bereits auf die Virtualisierung von Server und Storage, um die vorhandenen Geräte besser auszulasten und gleichzeitig leichter skalieren zu können.

Nachholbedarf bei einigen Unternehmen

Die neuen Trends in der Netzwerktechnologie werden aber noch nicht überall aufgegriffen. So wird beispielsweise Netzwerkvirtualisierung nur von einer Minderheit der Unternehmen eingesetzt. Ähnlich ist es bei der SDN-Technologie. Das Thema wird zwar intensiv diskutiert, steht aber bei der praktischen Umsetzung noch ganz am Anfang – viele Unternehmen haben erst Pilotprojekte verwirklicht.

Vor allem kleinere Unternehmen haben einen großen Rückstand aufzuholen. Hier wird die IT häufig nur als Kostenfaktor gesehen und nicht als strategische Aufgabe. Hardware und Software für Netzwerke werden erst dann erneuert, wenn die gebotene Leistung unzureichend wird. So entsteht in diesen Unternehmen eine Lücke zwischen der Kern-IT und den Netzwerken.

Auch bei der Automatisierung liegt das Netzwerkmanagement hinter der sonstigen IT-Infrastruktur. Der wichtigste Grund dafür ist das Fehlen von integrierten Softwarepaketen für das End-to-End-Servicemanagement von IT-Infrastruktur und Netzwerk. Nur sehr wenige Unternehmen setzen solche Anwendungssuiten ein, sodass der Betrieb des Netzwerkes nur wenig automatisiert ist.

Eine weitere Herausforderung für Unternehmen sind fehlende Fachkräfte, die für die Implementierung und den Betrieb moderner Netzwerktechnologien ausreichend qualifiziert sind. Dazu kommt, dass in vielen großen Unternehmen die Netzwerkteams von den anderen Administrationsteams getrennt sind. Vor allem in den Bereichen Storage und Server findet sich sehr viel Erfahrung rund um die Implementierung und das Management von Virtualisierungstechnologien.

Paul Arts.
Paul Arts. (Bild: Dell)

Fazit

Unternehmen sollten rasch die künstlichen Mauern in der IT-Organisation abbauen und die Teams zusammenführen. Durch die Zusammenarbeit können sie das vorhandene Know-how zu Virtualisierung und Software-Defined-Ansätzen nutzen, um die Leistungsfähigkeit der Netzwerkinfrastruktur zu erhöhen.

Über den Autor

Paul Arts ist EMEA Networking Marketing Lead bei Dell.

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