IT-Technik bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi

Mit flexiblen Fabrics zur Goldmedaille

| Autor / Redakteur: Michael Bayer / Andreas Donner

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotchi 2014 implementiert Avaya eine Fabric-basierte Netzwerkinfrastruktur auf Basis seiner Virtual Services Platform 9000.
Bei den Olympischen Winterspielen in Sotchi 2014 implementiert Avaya eine Fabric-basierte Netzwerkinfrastruktur auf Basis seiner Virtual Services Platform 9000. (Bild: Avaya)

Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele 2014 stellen hohe Anforderungen an die IT-Infrastruktur: Sie muss leistungsfähig, sicher und hochflexibel sein. Die Lösung ist ein Fabric-orientierter Ansatz in Verbindung mit Virtual Services. Doch nicht nur eine Großveranstaltung sondern auch Unternehmensnetze profitieren von der Technik.

Die Zahlen sind beeindruckend: Die Veranstalter der 22. Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi (Russland) rechnen mit rund 75.000 Besuchern, und das an jedem der 18 Tage, die die Spiele dauern. Hinzu kommen mehr als 2.500 Athleten, Tausende von Offiziellen, Betreuern und Medienvertretern und drei Milliarden Fernsehzuschauer in aller Welt.

Ein Großereignis wie die Olympischen Winterspiele ist ohne leistungsfähige, zuverlässige, sichere und vor allem flexible IT- und Telekommunikationsinfrastruktur nicht denkbar. Ebenso wie bereits 2010 bei den Winterspielen in Vancouver (Kanada) wurde Avaya mit dem Aufbau und Betrieb der Netzinfrastruktur und darauf aufsetzenden Services beauftragt. Im Vergleich zu 2010 sind die Anforderungen an das Netzwerk jedoch deutlich gestiegen.

Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur

So werden in Sotschi TV-Bilder von den Wettkämpfen live über 30 IPTV-Kanäle auf herkömmliche Clients und TV-Geräte, aber auch auf mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-Rechner gestreamt. Das bedeutet, dass das Netz für extrem große Datenmengen ausgelegt sein muss. Zudem ist es notwendig, Echtzeitanwendungen wie IPTV und Voice over IP (VoIP) Vorrang vor weniger zeitkritischen Informationen wie E-Mails einzuräumen. Die erforderliche Bandbreite und Quality of Service (QoS) müssen sich also on demand bereitstellen lassen.

Eine weitere Anforderung ist die hohe Flexibilität. Das Netzwerk, und zwar die drahtgebundene wie auch die Wireless-LAN-Infrastruktur, muss in der Lage sein, Lastspitzen abzufedern. Sie treten beispielsweise an Wettkampforten auf, wenn dort wichtige Entscheidungen fallen. Dann greifen nicht nur viele Zuschauer vor Ort oder an anderen Standorten auf das Netzwerk zu, sondern auch TV-Zuschauer, Sportjournalisten sowie Trainer und Betreuer der Athleten.

Anspruchsvolle BYOD-Umgebung

Erstmals werden in Sotschi zudem mehr Nutzer von mobilen Endgeräten aus über drahtlose Verbindungen auf Anwendungen zugreifen als über drahtgebundene Netzwerkschnittstellen. Die Mehrzahl der Besucher, Sportler und Offiziellen verwendet dabei eigene Smartphones, Tablets und Notebooks – Stichwort "Bring Your Own Device" (BYOD).

Daher muss ein leistungsfähiges Gastnetzwerk aufgebaut werden, das einzelnen Nutzergruppen je nach ihrer Berechtigung Zugang zum Internet sowie Daten und Anwendungen gewährt. Das wiederum lässt sich nur erreichen, indem den Nutzergruppen und Endgeräte-Klassen bestimmte Serviceklassen zugewiesen werden. Dies stellt sicher, dass die verfügbare Bandbreite entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Applikationen und Nutzergruppen aufgeteilt wird und gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet ist.

Umsetzung in der Praxis

Um die genannten Anforderungen zu erfüllen, baut Avaya bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi eine IP-basierte Virtual Enterprise Network-Architektur auf. Die Basis bilden die Avaya Virtual Services Platform 9000 sowie eine Ethernet Fabric (Avaya VENA Fabric Connect) auf Grundlage des IEEE-Standards IEEE 802.1AQ Shortest Path Bridging (SPB). Bei diesem Ansatz wird zwischen der physischen Netzwerktopologie und der Routing-Ebene eine virtuelle Netzwerkschicht implementiert.

Zu den Vorteilen einer Fabric zählt, dass sich IT-Services schnell bereitstellen und durchgängig (End-to-End) verwalten lassen. Neue Dienste und Netzwerkknoten können im laufenden Betrieb in das Netz integriert oder entfernt werden. Die Netzwerkkomponenten wie Switches ermitteln die Verbindungswege mithilfe eines Link-State-Protokolls selbstständig.

Weiter mit: Neuen Services, unterschiedlichen Netzwerkzonen und Sicherheitsaspekten

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