Telekom bereitet in Hennigsdorf breiten Ausbau von FTTH vor

Mit 200 Megabit pro Sekunde bis ins Wohnzimmer

11.11.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Die Telekom nimmt das Hennigsdorfer Datennetz unter ihre Fittiche. Hennigsdorf gehört zum Kreis Oberhavel, Brandenburg.
Die Telekom nimmt das Hennigsdorfer Datennetz unter ihre Fittiche. Hennigsdorf gehört zum Kreis Oberhavel, Brandenburg.

Endlich! dürfte so mancher jubeln, der unter einer langsamen DSL-Leitung leidet. In Hennigsdorf startet die deutsche Telekom ein Pilotprojekt für den Glasfaserausbau in Deutschland – ohne Co-Finanzierung und ohne Fördergelder. Die Glasfaser reicht dabei bis ins Gebäude und kann somit derzeit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde liefern.

Rund 750 Gebäude in den Stadtteilen in Nord und Mitte mit insgesamt 4.500 Haushalten werden von den Glasfaseranschlüssen profitieren können. Allerdings müssen sie noch ein wenig warten.

Laut Rüdiger Caspari, Leiter der Niederlassung Netzproduktion der Telekom Deutschland GmbH, werden die Baumaßnahmen in Hennigsdorf im zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Bis dahin werden rund 120 Kilometer Glasfaser verlegt und 16 neue Kabelverteiler aufgebaut worden sein.

So werden jetzt auch weder Endgeräte ausgeliefert noch empfohlen. Erst ungefähr Ende 2011/Anfang 2012 sollen Anwohner die Geschwindigkeit des Netzes genießen können. Bis dahin will der Konzern Erfahrungen sammeln.

Sammeln von Erkenntnissen

Dabei gehe es weniger um die mit Technik von Gigabit Passive Optical Networks (GPON). Vielmehr stünden die Abläufe im Vordergrund, die für einen großflächigen Ausbau sitzen müssen. „Wir sprechen hier von dem Massenausbau, der ganz großen Schiene“, erläutert Pressesprecher Jürgen Will und grenzt damit die Pläne der Telekom von den lokalen Ambitionen der Stadtnetzbetreiber nach oben ab.

Unter anderem stelle sich die Frage: „Wie kommt der Netzbauer an die Wohnungseigentümer heran?“ Schließlich muss der Carrier die Erlaubnis der Wohnungseigentümer für die Glasfaseranschlüsse auf ihren Grundstücken erst einmal haben.

Unter anderem habe sich deshalb auch Hennigsdorf, rund 5 Kilometer nordwestlich von Berlin angeboten. Hier gebe es nicht nur große Industrieansiedlungen wie Bombardier, sondern auch viele Wohnungsbaugesellschaften, die verstanden hätten, dass der Glasfaserausbau eine Form der Zukunftssicherung sei.

Eigenes Geld – eigenes Netz

Trotzdem brauchen sich die Wohnungsgesellschaften nicht an den Ausbaukosten beteiligen. Die Telekom investiert hier ganz alleine einen einstelligen Millionenbetrag. Auch wird kein vorhandenes Leerohrsystem genutzt, etwa Wasser- oder Abwasserkanäle, sondern ein komplett neues Netz errichtet.

Auch Fördergelder nimmt die Telekom für dieses Pilotprojekt nicht in Anspruch. „Die Fördergelder gibt es nur für den Breitbandausbau in den weißen Flecken“, erläutert Will. Doch Hennigsdorf stehen schon DSL-Anschlüsse von bis zu 16 Megabit zur Verfügung; der Ort gilt somit nicht als weißer Fleck.

Bisher können nur rund 0,4 Prozent der deutschen Haushalte auf Glasfaser bis ins Haus, Fibre To The Home (FTTH), zugreifen. Damit liegt Deutschland im europäischen FTTH-Vergleich weit zurück. Der Vorteil von FTTH: Bisher wurden Gespräche und Daten auf dem letzten Stück zwischen dem Verteilerkasten auf der Straße und dem Wohnungsanschluss auf einer Kupfer-Leitung übertragen. Damit sind maximal 50 Megabit pro Sekunde möglich.

weiter mit: Bis zu 200 Megabit pro Sekunde

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2048218 / Physical Layer & Messtechnik)