Bandbreitenoptimierung im Fokus

Mehr Bandbreite ist nicht immer die Lösung

| Autor / Redakteur: Stefan Pracht / Andreas Donner

Gewährleistung einer geschäftlich legitimen Nutzung

Dank der Granularität der Burst Utilization Informationen kann das Verkehrsaufkommen während des Arbeitstages und außerhalb der Spitzenzeiten z.B. abends gezielt untersucht werden. Unter Eliminierung von Verzerrungen der Darstellung aufgrund nachts stattfindender Sicherungs- und Batchaufträge zeigt das Tool, ob eine Verbindung während der Hauptarbeitszeit überlastet ist und so möglicherweise geschäftskritische Aufgaben verlangsamt.

Erfahrene Netzwerkmanager kennen ihr Netzwerk und wissen, dass beispielsweise ein Engpass am letzten Donnerstag jedes Monats auf den Abschluss der Monatsabrechnung zurückzuführen ist. Sie können in solchen Fällen Lösungsmöglichkeiten suchen, ohne unbedingt die Bandbreite zu erhöhen.

Treten Engpässe nur nachts auf, kann untersucht werden, welche Art von Datenverkehr dies verursacht und ob an anderer Stelle Probleme auftreten (z.B. durch am folgenden Arbeitstag noch nicht abgeschlossene Datensicherungen). Möglicherweise muss dann anstelle einer Bandbreitenerhöhung der Sicherungs- und Speicherbedarf überdacht und die Einführung neuer Techniken wie etwa der Deduplizierung in Betracht gezogen werden.

Trendbetrachtungen

Die Burst Auslastung kann auch in Form eines zeitlichen Trends dargestellt werden, um zu sehen, ob die Auslastung stabil, unregelmäßig oder ansteigend ist. Für nicht überlastete Verbindungen können unter Einsatz eines 60-Prozent-Schwellenwerts langfristige Kapazitätswachstums-Vorhersagen getroffen und Budgetvoranschläge erstellt werden.

Über die Burst Utilization kann auch untersucht werden, ob ein Engpass durch legitime geschäftliche Nutzung oder unbefugte/private Nutzung verursacht wird. Hierfür werden SNMP-Daten einbezogen, anhand derer ersichtlich wird, wie stark eine Verbindung ausgelastet ist. NetFlow-Daten liefern zudem Telemetriedaten von Routern und Metadaten zu jeder „Konversation“ über eine Verbindung. So wird nicht nur ersichtlich, wann eine Verbindung wie intensiv ausgelastet ist, sondern auch, welche Applikationen und Hosts verwendet werden, und sogar auf welchen Endanwender dies zurückgeht. Handelt es sich um eine geschäftliche oder um eine private Applikation? Wodurch werden die Spitzen verursacht?

Fluke Networks ist ein Hersteller von Produkten zur Untersuchung dieses Problems. Applikationen wie YouTube können nicht immer einfach gesperrt werden, da sie auch einen geschäftlichen Nutzen haben. Mit einem Tool des US-Unternehmens zur Untersuchung der Burst Utilization lässt sich jedoch feststellen, wer Streamingdaten mit einem Mbps oder mehr überträgt. Das IT-Team kann dann prüfen, ob ein solcher Download gerechtfertigt ist.

Zeitersparnis für Netzwerkmanager

Die Kapazitätsplanung ohne geeignete Tools kann zeitaufwändig sein. Der Hersteller Fluke Networks hat sein Tool TruView daher um Funktionen zur Kapazitätsplanung erweitert, um diesbezügliche Kundenwünsche zu erfüllen. Netzwerkmanager beklagten den hohen Zeitaufwand bei der Suche nach überlasteten, aufrüstungsbedürftigen Verbindungen und dass konventionelle Tools nicht die benötigte Granularität bieten. Zudem war dort nicht immer ersichtlich, zu welchem Grad und wie lange eine Verbindung ausgelastet war, auch konnte die Auslastung außerhalb der Geschäftszeiten nicht dargestellt werden. Aus diesem Grund hat Fluke Networks den vorgestellten Ansatz der Burst Utilization gewählt, denn er liefert die gewünschte Transparenz, Granularität und Detailgenauigkeit.

5 Grundsätze für die Kapazitätsplanung

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Kapazitätsplanung nach zwei Methoden

TruView ist für die Kapazitätsplanung im Rahmen zweier einander ergänzender Verfahren verwendbar. Das erste ist rückwirkend und besteht in der Diagnose und schnellen Behebung von Problemen. Sobald ein Anwender einen Engpass meldet, identifiziert das Netzwerkteam die verursachende Verbindung, prüft, welche Applikationen verwendet werden und ob diese geschäftskritisch sind, und ermittelt, ob es sich um ein vorübergehendes oder langfristiges Problem handelt.

Das zweite Verfahren besteht in der Vorbeugung von Engpässen. Dafür können auf der Kapazitätsübersichtsseite die fünf am meisten ausgelasteten Verbindungen ermittelt, intelligente QoS-Richtlinien zur optimalen Nutzung vorhandener Ressourcen erstellt und die Bereitstellung wichtiger Applikationen priorisiert werden.

Fazit

Kapazitätsplanung und Bandbreitenverwaltung sind vielleicht nichts Neues, doch angesichts der zunehmenden Bedeutung eines funktionierenden Netzwerks für das laufende Geschäft waren sie noch nie so wichtig wie heute. Durch die Messung der Burst Utilization und die Analyse der Ergebnisse lassen sich Problemursachen umgehend ermitteln. Netzwerkverwalter können so sicherstellen, dass Kapazitäten an den richtigen Stellen vorhanden sind und haben mehr Zeit für andere Aufgaben.

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