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Maßgeschneiderte Dienste als neue Umsatzquelle für Provider MEF will Internet und CE 2.0 kombinieren

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Das Metro Ethernet Forum plant ein "THIRD Network", das Vorteile von Internet und Carrier Ethernet 2.0 vereint. Damit ließen sich rasch und Carrier-übergreifend Netzwerkdienste bereitstellen, etwa von Gamern geforderte Verbindungen mit niedriger Latenz.

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Per "Service Orchestration" will das MEF den gesamten Lebenszyklus von Konnektivitätsdiensten abdecken.
Per "Service Orchestration" will das MEF den gesamten Lebenszyklus von Konnektivitätsdiensten abdecken.
(Bild: MEF)

Bereits jetzt können Provider per Carrier Ethernet 2.0 (CE 2.0) Netzwerkverbindungen mit garantierter Konnektivität bereitstellen. Sind mehrere Anbieter beteiligt, dauert es aber mitunter Monate, derlei über Ethernet, MPLS oder OTN transportierten Dienste einzurichten. Genau diesen Prozess will das Metro Ethernet Forum (MEF) beschleunigen und präsentiert nun die Vision eines "THIRD Network".

Hinter dem Begriff versteht das MEF eine Infrastruktur, die gleichermaßen flexibel und verfügbar wie das Internet ist, dabei aber auch so sicher und performant funktioniert wie Carrier Ethernet. Das THIRD Network soll auf Network-as-a-Service-Prinzipien (Network as a Service = NaaS) fußen und auf den bisherigen Arbeitsergebnissen der "CE 2.0"-Entwicklung aufbauen. Als Initiativen für das THIRD Network nennt das MEF Service-Orchestrierungsfunktionen, APIs, ein protokollunabhängiges NaaS-Informationsmodell sowie Servicedefinitionen.

Andrew McFadzen, MEF Chairman und Head of Global Marketing Network Services bei Orange Business Services, sieht im THIRD Network eine Ergänzung zu Network Functions Virtualization (NFV) und Software-Defined Networking (SDN), denn beide Ansätze adressierten nicht die Netzwerk-Connectivity-Services, die Unternehmen oder Individuen normalerweise kaufen: "Hier bietet das MEF einen vitalen Teil der dynamischen Bereitstellung und des Managements des neuen THIRD Network via NaaS mit Lifecycle-Service-Orchestration.", so McFadzen weiter.

Nan Chen, President des MEF und Executive Vice-Chairman des Orchestrierungsexperten CENX, führt aus: "Wir glauben, dass die Welt ein neues Netzwerk benötigt, das die Stärken sowohl des Internet als auch von CE2.0 nutzt und sie um eine intra- und inter-operator Lifycycle-Service-Orchestration ergänzt [...] Die Kombination ermöglicht uns die Schaffung eines derart flexiblen und robusten Netzes, das selbst als kundenspezifischer virtueller Service bereitgestellt werden kann. Dies eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle und Marktwachstum."

Als eine der von Nan Chen angedeuteten neuen Umsatzquellen könnte in der Bereitstellung "persönlicher Konnektivität" herausstellen. Mit solch maßgeschneiderten Services sollen Provider verschiedene Kundenanfordungen bedienen. So benötigten Gamer geringe Latenzen, während diese beim Herunterladen großer Files weniger ins Gewicht fallen.

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