Geschwindigkeit von Netzen und Services als Differenzierungsmerkmal

Maßgeschneidertes Ethernet: Herausforderung & Chance

| Autor / Redakteur: Eugen Gebhard / Andreas Donner

Die Bereitstellung von Ethernet-Services ohne Bedienereingriff ist der Schlüssel zu mehr Effizient bei Providern
Die Bereitstellung von Ethernet-Services ohne Bedienereingriff ist der Schlüssel zu mehr Effizient bei Providern (Bild: Ciena)

Ethernet ist zur Übertragungstechnologie der Wahl für heutige Anwendungen geworden, muss aber den großen Anforderungs-Unterschieden von minimalem Verlust über geringe Latenz und Jitter bis hin zu Prioritätsanforderungen jeder einzelnen Anwendung gerecht werden. Eine Chance für Carrier und Provider, sich zu differenzieren!

Die Verfügbarkeit von Ethernet Services ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Sie sind heute die bevorzugte Lösung für Unternehmenskonnektivität. Weltweit stellen unzählige Provider verschiedenste Servicetypen bereit, um die Anforderungen von Kunden in nahezu jeder Branche zu erfüllen.

Geschwindigkeit in der Service-Bereitstellung, der Service-Flexibilität und der Service-Gewährleistung ist dabei der entscheidende Faktor, mit dem sich Anbieter differenzieren können.

Standardisierung als treibende Kraft

Die Standardisierung von Ethernet Services und den dazugehörigen Technologien spielte eine entscheidende Rolle bei der Beschleunigung der Akzeptanz. Organisationen wie das Metro Ethernet Forum (MEF) waren daran maßgeblich beteiligt.

Schon heute ist ein breites Spektrum an Ethernet Services von einfacher Punkt-zu-Punkt Übertragung bis hin zu ausgefeilter Multi-Point-Konnektivität mit fortschrittlicher Anwendungssichtbarkeit und strikten Leistungsgarantien kommerziell verfügbar. Der Wettbewerb zwingt Provider aber dazu, ihre Angebote weiter zu differenzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Geschwindigkeit ist dabei das wichtigste Unterscheidungskriterium geworden – nicht nur in Bezug auf die wachsende Bandbreite, sondern bezogen auf die gesamte Service-Erfahrung. Nur so können Herausforderungen wie die Optimierung der Service-Aktivierung und die Reduzierung der Fehlerbehebungszeiten bewältigt und allgemeine Kundenzufriedenheit gesteigert werden.

Service-Bereitstellung

Service Provider müssen deshalb Werkzeuge einsetzen, um zeitraubende Schritte über die gesamte Kette der Service-Erfahrung zu beschleunigen. Plug-and-Play-Installationen von Remote-Ausrüstung und effiziente Workflows für die Aktivierung und Modifizierung von Services sind dafür nur zwei Beispiele. Die Praxis hat gezeigt, dass Automatisierung die Installations- und Konfigurationszeiten von Ethernet Switches um 75 Prozent senken kann.

Beispiel hierfür sind automatisierte Verfahren zur Service-Aktivierung, die Software-Kapazitäten zur Reduzierung kostenintensiver menschlicher Intervention nutzen und vom NOC (Network Operations Center) initiiert werden, indem eine neue Service-Anfrage einen Arbeitsauftrag auslöst und die Lieferung eines geeigneten Gerätes an den Kundenstandort veranlasst.

Für diesen letzten Schritt ist keine weitere Konfiguration vor Ort nötig und er kann daher problemlos sogar durch einen Drittanbieter bewältigt werden. Während der Bereitstellung der Geräte kann das NOC dann die Software-Konfiguration und die damit verbundenen Service-Profile für eine Service-Aktivierung an den Server senden.

Nach Installation und Anschluss des Endgerätes kann die Selbstkonfiguration gemäß des Aktivierungsprofils gestartet und über eine einfache Point-and-Click-Bereitstellung von einem Remote-Standort aus abgeschlossen werden. (siehe hierzu auch schematische Zeichnung des Aufmacherbildes)

Service-Flexibilität

Die Kundenanforderungen haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert – ein Ende ist nicht abzusehen. Über die anfängliche Service-Aktivierung hinaus machen es fortlaufende Service-Änderungen oder -Ergänzungen daher nötig, dass Dienste kontinuierlich angepasst werden. Service Provider müssen ihre Angebote deshalb schnell und flexibel skalieren. Nur so können sie der Verbreitung von Service-Endpunkten, Bandbreitenanforderungen und wechselnden Dynamiken von Netzwerkanwendungen standhalten.

Effizienzsteigerung im laufenden Betrieb

Die Abdeckung von Ethernet Services geht aber über die erste Annahmewelle hinaus. Provider können den Betrieb mithilfe einer inhärenten Konsistenz von Funktionen für eine breite Palette an Plattformen für die Service-Bereitstellung effizient skalieren. Ergänzungen und Änderungen von Diensten können mit einer automatisierten Bereitstellung und der Nutzung vordefinierter Service-Profile schnell realisiert werden.

Eine Massenkonfiguration ermöglicht zusätzlich eine simultane Verteilung der Änderungen auf eine Vielzahl von Geräten und beschleunigt weitläufige Service-Anpassungen. Fehleranfällige Verfahren können durch manuelle Wiederholung vermieden werden. Zudem wird für Bandbreitenerhöhungen von 1G auf 10G kein anfänglicher Overbuild oder vollständiger Ersatz der Ausrüstung vor Ort mehr benötigt, sondern die Services können nach Bedarf umgestellt werden, um so steigende Kapazitätsanforderungen zu bewältigen.

Differenzierung der Anforderungen

Ethernet ist also zur Übertragungstechnologie der Wahl für heutige Anwendungen geworden, muss aber die großen Unterschiede in der für diese Anwendungen erforderlichen Netzwerkleistung berücksichtigen.

Manche Echtzeitanwendungen und interaktive Anwendungen erfordern dynamische Bandbreitenkapazitäten und müssen hohe Anforderungen bezüglich minimalem Verlust, geringster Latenzzeit und niedrigstem Jitter erfüllen. Andere Anwendungen wie Back-Office-Transaktionen oder MRI-Bildübertragungen haben dagegen höchste Priorität, sind aber toleranter gegenüber Verzögerungen. E-Mail, Internetzugang und Instant Messaging wiederum sind weniger bandbreitenintensiv, diskontinuierlich und leicht über normale Ethernet-Datenverkehrssteuerung zu sequenzieren.

Kunden können diese Anwendungstypen in jeder Kombination gleichzeitig nutzen. Für eine angemessene Priorisierung ihres Datenverkehrs und zur Optimierung ihrer Bandbreitennutzung benötigen sie allerdings genaue Quality-of-Service-Kapazitäten (QoS).

Per-Packet-Class-of-Service

Per-Packet-Class-of-Service-Angebote ermöglichen den Kunden einen strategisch besseren Ansatz und die Maximierung der Leistungseffizienz, sodass sie die Bandbreite nicht kategorisch auf verschiedene Anwendungen aufteilen oder dem gesamten Datenverkehr wie bei konventionellen, festen Service-Klassen die höchste Echtzeitpriorität zuweisen müssen. Unternehmenskunden können Ethernet Services damit so einfach und transparent nutzen, wie sie es auch in ihrer heutigen LAN-Umgebung tun.

weiter mit Service-Gewährleistung, Lösungsmöglichkeiten und Fazit

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