Daten-Management im digitalen Zeitalter

Managed File Transfer per DevOps aufrüsten

| Autor / Redakteur: Philipp Schöne / Andreas Donner

Etablierte Managed-File-Transfer-Lösungen stoßen im Zuge der Digitalisierung an ihre Grenzen und benötigen flexible Erweiterungen.
Etablierte Managed-File-Transfer-Lösungen stoßen im Zuge der Digitalisierung an ihre Grenzen und benötigen flexible Erweiterungen. (Bild: Axway)

Mit den Anforderungen der Digitalisierung stoßen die in den Unternehmen implementierten MFT-Lösungen an ihre Grenzen. Für das mobiler werdende Geschäft sind die verfügbaren Systeme schlicht zu unflexibel. Eine API-Management-Schicht kann für die notwendigen Erweiterungen sorgen.

Vor Jahren wurden sie mit viel Aufwand implementiert und sind seitdem für den Datentransfer im Unternehmen und die Datenkommunikation mit den Geschäftspartnern verantwortlich: Managed-File-Transfer-Lösungen (MFT). Diese Systeme sind dafür geschaffen, große Datenmengen kontrolliert und abgesichert zu verteilen.

Doch im Zuge der Digitalisierung ist das Umfeld extrem beweglich geworden: Die Kunden und Geschäftspartner agieren mobiler, sie wechseln ihr Endgerät dabei ganz nach Bedarf und erwarten doch eine integrierte „Customer Experience“. Häufig sind die Konfiguration und das Onboarding jedoch auf komplexe Szenarien ausgelegt und erzeugen so entsprechende Probleme bei der Integration der neuen Welt und ihren mobilen Endgeräten.

Mobile Kunden erfordern flexible Systeme

Zunächst spürten vor allem E-Commerce-Händler, wie sich das Business wandelte. Omnichannel-Präsenz ist gefragt, denn der Kunde entscheidet, wann er über welchen Weg einkauft. Dass sich dabei in der App dieselben Angebote wie im Online-Shop finden und man von überall auf seine Wunschlisten oder Rabatt-Coupons zugreifen kann – für den Kunden eine Selbstverständlichkeit.

Für die Unternehmen ist es jedoch nicht trivial, eine derart integrierte und nahtlose Customer Experience zur Verfügung zu stellen. Der Zugriff auf die verschiedenen Systeme, die die User-Daten samt Zahlungsinformationen, die Details zu allen Produkten samt Lieferzeiten und Sonderaktionen und sämtliche weitere Informationen enthalten, muss gewährleistet und abgesichert werden. Und das für jedes mögliche Endgerät. Hier ergibt sich also ein neuer Integrationsaufwand um neben den bestehenden Verbindungen den Anforderungen von Mobile Customer Experience gerecht zu werden.

Digitalisierung bedeutet nicht, eine App zu entwickeln

Hinter dem, was sich nun als Digitalisierung ausbreitet, steckt im Prinzip genau das, nun aber nicht mehr nur auf die Kunden eines Online-Shops begrenzt. Die Interaktion mit den Geschäftspartnern – sprich den Zulieferern, Großabnehmern und Vertriebspartnern – wird ebenfalls zunehmend digital. Bisher behalfen sich viele Unternehmen mit mobilen Ergänzungen zu ihren System, wie beispielsweise der Bereitstellung einer App, mit der Geschäftspartner etwa den Lieferstatus per Mobilgerät checken können.

Eine gutgemeinte schnelle Lösung, die heute eher Schwierigkeiten bereitet. Wurden mehrere solche Erweiterungen für verschiedene Anforderungen implementiert, führte dies oft zu neuen Silos oder Inseln, meist ohne eindeutige Zuständigkeiten und mit inkonsistenten Datenflüssen.

Budget für Datenfluss-Management? Nicht vorhanden!

Die MFT-Lösung als Grundlage des Datentransfers im Unternehmen steht grundsätzlich außer Frage. Die beschriebenen Erweiterungen durch Apps und ähnliches zeigen jedoch, dass es notwendig ist, etwas für die digitale Flexibilisierung des Systems zu tun. Sie sind aber auch Zeuge davon, dass die digitale Strategie der Unternehmen weder ausgereift ist noch finanziell große Sprünge möglich sind. In den seltensten Fällen existiert überhaupt ein dediziertes Dataflow-Management.

Sich auf der vorhandenen MFT-Lösung ausruhend, scheuen sich CIOs davor, grundsätzlich zu überlegen, was ihr MFT-System jetzt braucht. Das ist verständlich, aber riskant. Oft geht beinahe unbemerkt Umsatz verloren, weil die Geschäftspartner nicht agieren können wie sie möchten oder sie die notwendigen Informationen nicht bekommen. Dies ist übrigens ein eindeutiges Zeichen dafür, dass dem CIO der Überblick und die Kontrolle über seine Datenflüsse abhandengekommen ist. Meist wird das Thema sogar erst als solches erkannt, wenn sich ein Datenleck auftut. Zu spät, um finanziellen Schaden oder Image-Verlust noch abzuwenden.

Schnittstellen, um die sich alles dreht

Es ist schlichtweg zu kompliziert, jede einzelne Erweiterung mit allen Datenströmen, die die MFT-Lösung managt, zu verbinden. Genau das müsste aber eigentlich geschehen, sollen neue Anwendungen eben kein Silo-Dasein führen, sondern sich in die bestehenden Datenflüsse nahtlos einfügen. Bei jeder einzelnen Erweiterung ergäbe sich dieser Aufwand neu – technisch und organisatorisch nicht umsetzbar.

Eine neue Management-Ebene, im IT-infrastrukturellen Sinn gemeint, kann dieses Dilemma auflösen. Eine API-Schnittstellen-Ebene (Application Programming Interface) wird an die vorhandene MFT-Lösung und den Zugriff von außen geschaltet. Neu Apps, Endgeräte oder Extensions welcher Art auch immer werden mit der API-Ebene verbunden. Diese verteilt die Anfragen dann auf die Backend-Systeme.

Das hat mehrere Vorteile: Zum einen kann die notwendige Sicherheitsüberprüfung zentral stattfinden, bevor eine Anfrage in die sensiblen Bereiche eines Unternehmens eindringt. Zum anderen kann die Infrastruktur wesentlich schneller und mit weniger Aufwand an neue Entwicklungen und Anforderungen des Marktes angepasst werden. Flexible APIs sollen gewissermaßen der Klebstoff für die Verbindung der Anwendungen mit der Backend-Infrastruktur sein. Dies kann auch helfen die bestehenden Prozesse der MFT Lösung zu beschleunigen da mit Hilfe von APIs die Orchestrierung der MFT Lösung möglich wird. Dieser neue Trend auch als DevOps bekannt ermöglicht es, Prozesse Ende zu Ende via Scripts und APIs auszuführen.

Öffentliche APIs, Partner-APIs und private APIs

Welche Art von API-Schnittstellen ein Unternehmen konkret benötigt, hängt von der Beschaffenheit des Ecosystems ab. Öffentliche APIs sind beispielsweise Schnittstellen, auf die im Prinzip jeder online über ein Webportal (API-Portal) zugreifen kann. Dort finden sich dann auch die Dokumentation, die integrierten Testfunktionen, Foren und Support. Diese „Open APIs“ sind vor allem für Entwickler-Communities außerhalb des Unternehmens gedacht. Zwar ist dies die bekannteste Art von APIs, doch nicht jedes Unternehmen aus dem B2B-Bereich benötigt diese offene Kommunikation mit einer breiten Öffentlichkeit.

Für die Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern sind deshalb Partner-APIs interessant. Sie dienen der Bereitstellung von Diensten innerhalb eines Ökosystems für einen ausgewählten Kreis von Geschäftspartner. Über Partner-APIs werden die Anwendungen der zusammenarbeitenden Unternehmen miteinander integriert, auch wenn jedes weiterhin seine eigenen Werkzeuge benutzt. Eine API-Managementlösung fungiert dann als einheitlicher Kontrollpunkt für die gemeinsam definierten Sicherheitsregeln und den Datenverkehr sowie als zentraler Monitoring Punkt für Anbieter und Integrator. Private APIs flexibilisieren die Integration von internen Anwendungen. Sie zielen darauf ab, die traditionellen Backend-Anwendungen mit eher längeren Entwicklungszyklen mit den sich häufig ändernden Front-End-Anwendungen zu verbinden.

Fazit: Digitalisierung ist mehr als ein Hype

Managed File Transfer bleibt eine der Grundvoraussetzungen, um in einer immer digitaler werdenden Geschäftswelt Kontrolle zu behalten. Bereits implementierte Systeme erweisen sich aber zunehmend als zu unflexibel: Zwar lassen sich neue Apps und ähnliches andocken, oft zieht dies aber hohen Integrationsaufwand nach sich. Das System wird fehleranfälliger und verworrener – hier die Kontrolle zu behalten, ist schwierig.

Philipp Schöne.
Philipp Schöne. (Bild: Axway)

Eine API-Management-Lösung setzt dagegen auf der vorhandenen Lösung auf und gewährleistet die flexible Anbindung neuer Erweiterungen sowie die Integration in die Arbeit des MFT-Systems.

Mag das Wort „Flexibilität“ auch inzwischen abgegriffen daher kommen, bezeichnet es jedoch genau das, was das Geschäftsleben derzeit mehr denn je verlangt. Denn die Bereitstellung einer App für den mobilen Zugriff ist nicht das, was hinter Digitalisierung steckt. Mobility, Big Data, Cloud Computing und all die anderen Entwicklungen verändern das gesamte Geschäft – und das immer wieder aufs Neue.

Über den Autor

Philipp Schöne ist Product Manager für das Axway API-Management bei Axway.

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