Machine-to-Machine Communication – ohne Standards keine Zukunft

M2M-Service-Layer: eine Plattform für alle Infrastrukturen und Industrien

| Autor / Redakteur: Joachim Koss / Andreas Donner

Einheitliche Plattform für verschiedene Industrien

Um dauerhaftes Wachstum im M2M-Markt zu ermöglichen, arbeiten branchenübergreifende Organisationen an einer einheitlichen Plattform, die Anwendungen aus verschiedenen Industrien bündelt.

Das „European Telecommunications Standards Institute“ (ETSI) hat bereits 2008 damit begonnen, eine entsprechende Architektur für eine Plattform zu schaffen, die verschiedenste M2M-Anwendungen bündelt. Dieser „M2M-Service-Layer“eignet sich sowohl für einfache Geräte wie Sensoren, als auch für sehr komplexe Geräte-Anwendungen

Grundsätzlich begreift das ETSI M2M-Kommunikation als Ende-zu-Ende-Verbindung inklusive begleitender Sicherheitsvorkehrungen. Diese müssen auf Hardware- wie auf Softwareseite in einer Standardmethodik, wie den Common Criteria, implementiert werden. So ermöglicht die M2M-Service-Layer-Plattform den gesicherten Datenaustausch zwischen Anwendungen und Geräten unabhängig vom darunterliegenden Netzwerk, das zur Übertragung der Daten genutzt wird. Die Plattform nutzt bereits existierende Standards und füllt mit zusätzlichen Standards nur die offenen Lücken.

Der M2M-Service-Layer sorgt jedoch nicht nur für einheitliche Standards zum gesicherten Austausch und zur Verwaltung der Daten. Er erleichtert zum Beispiel auch die Wartung der Dienste und Software-Updates der Geräte. Die Plattform ermöglicht somit die Schaffung eines Service Stores vergleichbar mit einem App Store auf einem Smart Phone: auch ein App Store ist eine Plattform für eine Vielzahl an Angeboten und Diensten die verschiedenste Akteure zu einem Zugriff auf die vom Endgerät bereitgestellten Daten berechtigt.

Auf den ersten Smartphones hat diese Plattform den Apps zum Durchbruch verholfen und sich fest etabliert. Ähnlich könnte die zukünftige Entwicklung im Bereich der M2M-Kommunikation mithilfe der M2M-Service-Layer-Plattform verlaufen.

M2M-Service-Layer als Middleware

Die Ergebnisse der technischen Arbeit des ETSI wurden an das oneM2M Partnership Projekt übergeben. Dieses internationale Partnerschaftsprojekt wurde von den weltweit führenden ICT Standards Development Organisationen (SDOs) 2012 gegründet, um die Arbeit auf internationaler Ebene fortzuführen.

Der M2M-Service-Layer ist eine Middleware, das heißt eine Integrationsschicht, die den bi-direktionalen Austausch von Daten und Befehlen zwischen M2M-Gerät und Anwendung absichert. Die Plattform übernimmt dabei Funktionen wie die Bereitstellung und Aktivierung von Geräten aus der Ferne, Authentifizierung, Verschlüsselung, Konfiguration der Kommunikationsverbindung, Zwischenspeichern, Synchronisierung und Sammeln von Daten sowie die Geräteverwaltung.

Komplexität und Kosten reduzieren

Der M2M-Service-Layer bietet allgemeine Service-Funktionen, die dazu beitragen, die Komplexität zu verringern, die durch die Bündelung der vielen verschiedenen Dienste in einer Plattform entsteht. Er stellt hierfür beispielsweise standardisierte APIs und Protokolle bereit.

Eine Plattform für viele vertikale Anwendungen reduziert zudem die Kosten für die Entwicklung und Aktualisierung einer M2M-Anwendung. Sie ist skalierbar und beschleunigt die Testphase sowie die Implementierung neuer Dienste.

Durch ihre Unabhängigkeit von speziellen Technologien nutzt sie die Standards, die am besten für die Umsetzung einer Anwendung geeignet sind und setzt die Funktionen der darunter liegenden Netzwerke optimal ein. Sie stellt die Wiederverwendbarkeit und Integration existierender Standards sicher und verkürzt so die Zeitspanne, bis ein Dienst auf den Markt gebracht werden kann. Die Middleware verfügt auch über eine flexible Sicherheitsarchitektur, mit deren Hilfe Entwickler Funktionen wie Authentifizierung in ihre Lösung integrieren können.

Fazit

Standardisierung ist der Schlüssel zur Kompatibilität und Zusammenarbeit von verschiedensten M2M-Lösungen. Der Zugang zu den Daten und deren Verarbeitung wird einfacher und sicherer, Die Lösungen kommen so im Alltag der Menschen an und verändern die Zahlungsströme in verschiedenen Segmenten. Nur wenn die beteiligten Industrien in den nächsten fünf Jahren die weitgehende Standardisierung des M2M-Sektors erreichen, werden sie die Erwartungen, die heute an das Internet der Dinge gestellt werden, erfüllen können.

Über den Autor

Joachim Koss ist Director Standardization M2M bei der Gemalto M2M GmbH, Vorstandsmitglied des ETSI und Vice Chairman im technischen Plenum von oneM2M.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42753361 / Forschung und Entwicklung)