Suchen

Was HD Videokonferenzen aus der Cloud taugen

LifeSize Connections im Test

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Infrastruktur

Für den Endanwender zunächst unsichtbar ist die Infrastruktur von LifeSize Connections – ein globales SIP-Netzwerk mit verschiedenen Finessen. So werden Verbindungen zwischen einzelnen Clients über den jeweils kürzesten Weg hergestellt. Dieses Verhalten konnten wir in unserem Test mit einem per Satellit angebunden Internet nachvollziehen. Während Videotelefonate mit externen Partnern die typisch hohen Verzögerungen aufwiesen, kommunizierten Clients innerhalb unseres LANs nahezu latenzfrei. Bei Konferenzen mit mehr als zwei Teilnehmern läuft die Verbindung laut Anbieter allerdings stets über ein externes Rechenzentrum.

LifeSize Connections passt die genutzte Übertragungsqualität zudem an Rechenleistung und Bandbreite der angeschlossenen Systeme an; oberste Priorität hat dabei die Sprachübermittlung. In unseren Tests klappte das zu unserer Zufriedenheit. Des proprietären Protokolls wegen mussten wir freilich auf objektive Benchmarks verzichten.

Vertrauen müssen wir ebenso auf die vom Hersteller versprochene Verschlüsselungsqualität (AES 256). Nachvollziehen konnten wir dagegen die problemlose Einrichtung der Lösung an sich.

Administration

Administratoren verwalten Anwenderfreigaben, Bandbreiten und Gesprächsdaten per Web-Interface.
Administratoren verwalten Anwenderfreigaben, Bandbreiten und Gesprächsdaten per Web-Interface.
Administratoren müssen keine Firewall-Ports freischalten, damit LifeSize Connections funktioniert. Die Lösung sucht selbst nach möglichen Übertragungswegen. Laut Hersteller kommen für das Firewall-Traversal beispielsweise UDP-Ports oder HTTPS-Verbindungen in Frage.

Speziell für IT-Verantwortliche bietet LifeSize-Connections eine Web-Konsole an. Hier lassen sich – eine ausreichende Lizenzierung vorausgesetzt – Nutzerkonten anlegen oder bearbeiten. Administratoren können beispielsweise bevorzugte Bandbreiten für Verbindungen festlegen oder Anwender zur Änderung ihres Passwortes auffordern.

IT-Verantwortliche können Verbindungsdaten als CSV-Datei exportieren und weiterverarbeiten.
IT-Verantwortliche können Verbindungsdaten als CSV-Datei exportieren und weiterverarbeiten.
Sehr interessant sind die eingebauten Reportingfunktionen. Hier kann die IT-Verwaltung ganz genau nachvollziehen, welche Personen zu welcher Zeit und für welche Dauer miteinander (video)telefoniert haben – sekundengenau. Zumindest bei unserem, über einen US-Reseller laufenden Account gelang es allerdings nicht, eine ortsübliche Zeitzone einzustellen. Abhilfe hierfür könnte der eingebaute Datenexport schaffen: Administratoren können die von LifeSize Connections gesammelten Daten per Web-Oberfläche auswählen und als CSV-Datei herunterladen. Diese lässt sich dann beispielsweise mit einer Tabellenkalkulation weiterverwenden.

Hardwareanforderungen

Obwohl unser Testsystem nicht ganz den von LifeSize empfohlenen Mindestanforderungen genügte, funktionierte die Software tadellos. Wir haben den Client daher auf einer noch schwachbrüstigeren Hardware installiert. Ergebnis: Die Software funktioniert auch auf einem mit 1,6 GHz getakteten AMD Athlon Neo (MV-40). Allerdings lieferte das damit ausgelastete System auch eine deutlich schlechtere Bildqualität. Beim Booten stürzte der automatisch mitgeladene Client zudem regelmäßig ab.

LifeSize Connections ist derzeit für PCs und Mac verfügbar. Neben Computer-Desktops adressiert die Lösung auch reine Konferenzlösungen. Clients für mobile Endgeräte sind bislang noch nicht verfügbar, laut Hersteller aber in Planung.

Fazit

Mit LifeSize Connections erhalten Anwender und Administratoren eine leicht bedienbare HD-Videokonferenzlösung – mit bestenfalls rudimentär angedeuteten Collaboration-Funktionen. Dafür glänzt die in die Cloud verlagerte Kommunikationsinfrastruktur mit problemloser Einrichtung, Nutzerverwaltung im Web und sekundengenauen Verbindungsnachweisen. Als negativ beurteilen wir die derzeit lediglich für Windows und Mac OS verfügbaren Clients.

Unternehmen, die bislang überhaupt keine Erfahrungen mit Videotelefonie gemacht haben, empfehlen wir generell einige Überlegungen zu möglichen Nutzungsszenarien sowie Sinn und Unsinn der Technik an sich. Beim Testen hatten wir beispielsweise per Videotelefonie Kontakt zum LifeSize-Support. Die dabei ausgetauschten Fakten hätten wir per E-Mail rascher und präziser übermitteln können.

(ID:31853900)