IDC: Absatz in EMEA schrumpft Lenovo ist der Gewinner im PC-Markt

Redakteur: Katrin Hofmann

Nach einem starken Jahr 2014 ist der Absatz der PC-Hersteller im ersten Quartal dieses Jahres wieder deutlich zurückgegangen. Einen strahlenden Sieger gibt es allerdings: Lenovo.

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Selbst der Notebook-Absatz ist rückläufig.
Selbst der Notebook-Absatz ist rückläufig.
(Bild: © chagin - Fotolia)

Die Anzahl der verkauften PCs in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) belief sich im ersten Quartal 2015 nurmehr auf 20,2 Millionen. Wie IDC mitteilt, entspricht dies einem kräftigen Rückgang in Höhe von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen waren Desktop-Rechner, deren Absatz um beachtliche 14 Prozent einbrach. Aber auch Notebooks wurden 3,6 Prozent weniger an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht.

Ursachen

Den Analysten zufolge war dieser Rückgang jedoch durchaus zu erwarten. Das Abebben der Replacement-Welle, die im vergangenen Jahr vom Ende des Windows-XP-Supports und von allgemeinen Refreshment-Projekten in Unternehmen angeschoben worden war, sei für die aktuelle Entwicklung ebenso ursächlich wie Währungsschwankungen und politische Spannungen in Mittel- und Osteuropa. Zudem habe der starke Dollar zu unliebsamen Preissteigerungen geführt.

Absatzrückgänge in allen drei Teilregionen EMEAs waren die Folge. In Westeuropa (WE) sanken die Stückzahlen nur geringfügig um zwei Prozent. In Zentral- beziehungsweise Mittel- und Osteuropa (CEE) war das Minus mit 23 Prozent am höchsten. Im Mittleren Osten und Afrika (MEA) wurden 10 Prozent weniger Geräte verkauft.

Hersteller-Ranking

Der Blick auf die Top-5-Anbieter in EMEA zeigt, dass die beiden Erstplatzierten HP und Lenovo von dem im ersten Quartal 2015 geschrumpften Markt profitieren beziehungsweise diesem trotzen konnten. Dank kräftiger Gewinne mit Notebooks kann HP besonders in den Regionen WE und MEA ein starkes Ergebnis vorweisen. Laut den Analysten von IDC sind vor allem der Fokus auf Produktinnovationen gepaart mit passenden Go-to-Market-Strategien die Erfolgsgaranten. Jedenfalls behauptet sich HP mit einem Absatzanteil von 23,2 Prozent (Vorjahresquartal: 21,4 Prozent) auf dem ersten Platz, wie auch im 1. Quartal 2014. Der Absatz ging minimal um 0,1 Prozent nach oben.

Der Hochsprung-Sieger

Den höchsten Sprung jedoch absolvierte Lenovo. Das zweitplatzierte Unternehmen konnte seinen Marktanteil kräftig ausbauen. Lag dieser noch im Vorjahr bei 15,8 Prozent, sind es mittlerweile 20,4 Prozent. Dass der Konzern im ersten Quartal beachtliche 19,8 Prozent mehr Desktops und Notebooks verkaufen konnte, begründet IDC mit dessen starker Präsenz in Südeuropa. Erstmals habe Lenovo in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal über 20 Prozent Marktanteil erreicht.

Die Verlierer

Die meisten Federn lassen musste die Acer Group. Der auf dem vierten Rang platzierte Hersteller verkaufte 16,4 Prozent weniger PCs und erreichte damit einen Marktanteil von 8,7 Prozent. Im Vorjahreszeitraum konnte Acer allerdings noch 9,6 Prozent Absatzanteil für sich verbuchen. Auf dem dritten Platz liegt Dell, ebenfalls geplagt von einem zweistelligen Absatzverlust (-10,1 Prozent). Dell hat 10,9 Prozent Marktanteil, nach 11,2 Prozent noch im 1. Quartal 2014. Der Fünftplatzierte Asus verkaufte 8,7 Prozent weniger Geräte. Entsprechend sank der Marktanteil nur leicht von 8,7 Prozent auf 8,6 Prozent. Die anderen Hersteller setzten 22,1 Prozent weniger Desktops und Laptops ab.

Absatzzahlen (1.Quartal 2014 vgl. 1. Quartal 2015, in Millionen)

  • HP: 1Q14 4,702; 1Q15 4,708
  • Lenovo: 1Q14 3,457; 1Q15 4,141
  • Dell: 1Q14 2,453; 1Q15 2,205
  • Acer Group: 1Q14 2,106; 1Q15 1,760
  • Asus: 1Q14 1,918; 1Q15 1,751
  • Andere: 1Q14 7,306; 1Q15 5,689

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