Smartphone-Hersteller contra Mobilfunkanbieter

Leistungshungrige Smartphones schaden Mobilfunknetzen

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Um die Nutzer und Standorte herauszufinden, wo dies geschieht, müssen Qualitätssicherungslösungen in der Lage sein, die folgenden Attribute eines Gerätes zu erkennen:

  • The Höhe des Signal-Traffics bei normalem Gebrauch: Häufigkeit der Umschaltung vom aktiven in den Ruhemodus, sowie die durchschnittliche Zeit, wann Packet Data Protocols (PDP) aktiv sind. Diese Zahlen geben Aufschluss darüber, wo Probleme liegen könnten.
  • Die Höhe und die Art des Nutzerzugriffs auf jedem Endgerät: Viele Anwendungen wie Skype und E-Mail sind sehr „mitteilungsbedürftig“ und senden keep-alive-Pakete, welche die Signalgebung im Vergleich mit der tatsächlichen Höhe der zu übertragenden Daten erhöht.
  • Cell_PCH Ermöglichung: In einem herstellereigenen Netzwerk ist dies relativ unkompliziert. In einem herstellerneutralen Netzwerk kann Fast Dormancy nicht implementiert werden, wenn Hersteller A Cell_PCH-Support unterstützt, Hersteller B aber nicht. Dies kann einen großen Einfluss auf die Signalstärke in einem Gebiet im Vergleich zu einem anderen haben.

Um Einsicht in diese Probleme zu erhalten, müssen Anbieter eine Analyse der Anwendungs-Performance und Informationen aus der Steuerebene auf einer pro-Teilnehmer-Ebene verbinden. Dieses Maß an Granularität ermöglicht den Anbietern schnell jene Nutzer und Geräte zu ermitteln, die das Netzwerk negativ beeinflussen.

Das passive Überwachen von Transaktionen und die Nachverfolgung von der Höhe und der Art von Netzwerkinteraktionen bestimmter Geräte hilft dabei, unbekannte Geräte im Netzwerk zu kompensieren und einen tieferen Einblick in die unvorhersehbaren Effekte zu erlangen, die Anwendungen auf das Netzwerk haben.

Mit diesem Wissen können Anbieter das Ausmaß und den möglichen Einfluss eines Problems verstehen – in anderen Worten: Gibt es einen bestimmten Gerätetyp, eine Anwendung oder einen Standort der die größte Belastung darstellt, oder entwickelt sich diese stetig? Diese Informationen helfen Anbietern dabei, Netzüberlastungen besser vorauszusehen und aktive Schritte zur Problemlösung zu unternehmen, wie etwa Änderungen von den Geräteherstellern oder App-Entwicklern zu verlangen. In extremen Fällen könnten Anbieter sogar die Apps, die die größten Probleme verursachen, sperren.

Die Zukunft der mobilen Kommunikation

Die mobile Kommunikation verändert sich. In der Vergangenheit hatten Hersteller von Netzwerkequipment und Netzwerkanbieter die volle Kontrolle über alle Interaktionen was jedoch nicht mehr der Fall ist. Gerätehersteller und App-Entwickler beeinflussen nun immer mehr Vorgänge, die früher in geschlossenen Netzwerken stattfanden.

Momentan spielen viele Faktoren beim mobilen Erlebnis eine Rolle – Antwortzeiten des Netzwerks, Akkudauer und der Anstieg an Apps, die dauerhaft online sind. Fortschritte in den 3GPP Fast Dormancy Standards und Cell_PCH-Methoden haben dazu beigetragen, dass sich das Erlebnis deutlich verbessert. Dennoch verursachen auch Nutzer selbst durch ständiges Downloaden von Apps und das Modifizieren ihrer Geräte unvorhergesehene Effekte innerhalb des Netzwerks.

Das Problem wird nicht von alleine verschwinden, mit den richtigen Informationen kann es jedoch bewältigt werden. Indem Anbieter Probleme besser verstehen, können sie Korrekturmaßnahmen einleiten, um den Problemeinfluss auf die Netzwerkkapazität und -leistung zu verringern.

Qualitätssicherungslösungen bieten brauchbare Informationen um die schier überwältigende Komplexität der mobilen Kommunikation zu bewältigen. Ohne solche Lösungen sind Anbieter den sich verändernden Bedingungen heillos ausgesetzt und Netzwerke können eventuell der Signalüberlastung nicht mehr standhalten.

Über den Autor

Neil McKinlay ist Director of Product Management bei Empirix. Empirix ist ein führender Anbieter von Lösungen zur Sicherstellung der Dienstqualität bei neuen IP-Kommunikationseinrichtungen.

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