Smartphone-Hersteller contra Mobilfunkanbieter

Leistungshungrige Smartphones schaden Mobilfunknetzen

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Smartphones leiden unter schwachen Akkus

Smartphone-Hersteller bauen immer mehr Funktionalität und schnellere Prozessoren in immer kleinere Geräte mit helleren Displays, WiFi, GPS und zahlreichen anderen Funktionen ein. Alle diese Funktionen verbrauchen jedoch Energie.

Leider konnten die Fortschritte bezüglich der Akkulaufzeit nicht mit andereren Technologien mithalten. Die erhöhte Funktionalität und Leistung belastet die Akkus immer mehr und erhöht so auch die Kundenbeschwerden bezüglich der Lebensdauer der Akkus.

Einer der Gründe für deren kurze Lebensdauer ist, dass das Wachstum im Datenverbrauch von der Nutzung von Datenkarten herrührt. Um ein gutes Kundenerlebnis zu gewährleisten, haben Netzwerkanbieter die Datenverbindung für lange Zeit offen gelassen, um die Verzögerungszeit beim Datenverkehr zwischen Kunde und Server zu verringern. An diese Bedingungen passten die Anbieter ihre Netzwerke perfekt an. Durch schnelle Antwortzeiten der Netzwerke gab es somit keine zusätzliche Signallast. Der Nachteil hierbei war allerdings, dass so mehr Leistung von den Endgeräten verlangt wurde – was für PC-Nutzer jedoch kein Problem darstellte.

Mobilfunkanbieter waren in der Anfangsphase höchst erfreut über die zunehmende Nutzung von Smartphones und dem darauffolgenden Anstieg des Umsatzes. Als jedoch immer mehr Smartphones auf den Markt kamen, kamen auch die Schattenseiten dieses Trends ans Licht und Kunden begannen, sich über die kurze Lebensdauer von Akkus zu beschweren. Als die Verkaufszahlen wieder geringer wurden, gaben Studien den Hinweis darauf, dass Akkuprobleme für viele Menschen ein Grund war, kein Smartphone zu kaufen.

Gegenmaßnahmen der Hersteller

Als Gegenmaßnahme erfanden die Handyhersteller geniale, aber jeweils firmeneigene Fast-Dormancy-Technologien, welche die Lebensdauer von Batterien verlängern sollten.

Bei normalem Betrieb stellt das Netzwerk den Radiofrequenz-Status eines Geräts anhand des Datenverbrauchs und Timern fest. Geräte, die sich im Ruhezustand befinden, verbrauchen weitaus weniger Akkuleistung. Die Einführung von firmeneigenen Fast-Dormancy-Technologien hat dies jedoch verändert. Mittlerweile muss das Netzwerk selbst das jeweilige Endgerät in den Ruhezustand schicken, nachdem der Datentransfer beendet wurde. Infolgedessen verlängerte sich die Lebensdauer von Akkus, doch das Kundenerlebnis verschlechterte sich. Weil die Geräte nun aus dem Ruhezustand in den verbundenen Zustand schalten mussten, bevor Datentransfer stattfinden konnte, erhöhte sich auch die Reaktionszeit.

Diese Strategie schien auf den ersten Blick eine gute zu sein. Eine Reihe von Nachteilen gab es dennoch:

Im 3GPP-Standards kontrolliert das Netzwerk stets den RRC-Status aller ihm zugewiesenen Endgeräte. Durch Fast Dormancy wurde den Netzwerken diese Kontrolle abgenommen und stattdessen in die Endgeräte selbst implementiert. Da immer mehr Smartphones diese Technologie nutzen, nahm die Signallast immer mehr zu.

Netzwerkanbieter nahmen außerdem Schritte vor, um die Lebensdauer von Akkus zu verlängern. Hierbei wurden Cell_PCH-Mechanismen implementiert, welche die aktive Zeit der Geräte verringerte. Diese Lösung war jedoch nicht mit Fast Dormancy kompatibel, sodass er zu massiven Problemen bei der Signalkapazität kam. Viele Anbieter, die Cell-PCH nutzten, informierten daraufhin die Handyhersteller, dass Fast Dormancy für eine Genehmigung aus den Geräten entfernt werden muss.

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