Smartphone-Hersteller contra Mobilfunkanbieter

Leistungshungrige Smartphones schaden Mobilfunknetzen

| Autor / Redakteur: Neil McKinlay / Peter Schmitz

Netzbetreiber führen einen ständigen Kampf zwischen Anwendern, die jederzeit optimale Datenkonnektivität erwarten und Smartphone-Herstellern, die die Akkuleistung ihrer Geräte zu Lasten der Netze optimieren.
Netzbetreiber führen einen ständigen Kampf zwischen Anwendern, die jederzeit optimale Datenkonnektivität erwarten und Smartphone-Herstellern, die die Akkuleistung ihrer Geräte zu Lasten der Netze optimieren.

Smartphones boomen, aber je mehr sie genutzt werden, desto mehr nimmt die Leistungsdauer des Akkus ab. Fast Dormancy Lösungen sollen die Lebensdauer von Batterien verlängern, werden aber zur Belastung für die Netze.

Dass sich die Dynamik der mobilen Kommunikation verändert, ist offensichtlich seitdem der Verkauf von Smartphones boomt. Man telefoniert nicht mehr nur mit Handys, nimmt immer häufiger nicht-sprachliche Anwendungen in Anspruch.

Obwohl man viele dieser Apps kostenlos herunterladen kann, muss man dennoch einen gewissen Preis zahlen: Die Leistung des Smartphones nimmt ebenso wie die Leistungsdauer des Akkus ab. Damit dem ein Ende gesetzt wird, bemühen sich Handyhersteller, die Lebensdauer von Akkus zu erhöhen. Da die Batterietechnologie jedoch nicht wirklich fortgeschritten ist, haben die Handyhersteller einige innovative Notlösungen entwickelt – die sich aber leider als Last für die Mobilfunkanbieter erwiesen haben.

Die beliebtesten Apps – darunter Soziale Netzwerke wie Twitter, Spiele, Skype etc. – belasten die Netzwerke am meisten. Der Datentransfer alleine ist jedoch nicht schuld an dieser Belastung. Vielmehr ist die häufige Verbindung solcher Apps zum Netzwerk im Hintergrund das Hauptproblem der Anbieter – sie erhöht die Verbindungslast deutlich und verursacht so Netzwerkausfälle.

Die Bedingungen verändern sich

Die ursprüngliche Forderung nach mobilem Breitbandnetz hatte mit Handys nichts zu tun. Netzanbieter konzentrierten sich auf die Bedürfnisse von Nutzern von Laptops und Daten-Dongles und stellten sicher, dass genügend Bandbreite für hohe Qualität beim Browsen und beim Datenverkehr vorhanden war.

Smartphones haben die Regeln für die Datennutzung jedoch verändert. Durch sie wurden beliebte Apps wie Facebook, Skype oder Twitter, die ständig mit dem Internet verbunden sind, an Millionen von Handynutzern weitergegeben.

Facebook ließ im Oktober 2011 verlauten, dass monatlich mehr als 350 Millionen aktive Nutzer Facebook von ihrem Smartphone aufriefen und dass etwas 33% des Facebook-Datenverkehrs von Smartphones herrühre. Da Facebook neue Sprach- und Videoanwendungen, sowie Werbeanzeigen für mobile Geräte und Apps für Android und RIM entwickelt hat, wird der Datenverkehr wohl noch weiter in die Höhe schießen.

Es scheint, als sei die Ära nach dem PC in Fahrt gekommen. Mit der Ausbreitung von Smartphones gewöhnen sich Kunden immer mehr an das "immer-verfügbar-Konzept“ für all jene Dienstleistungen, die früher an PCs und somit an feste Standorte gebunden waren.

Smartphone-Nutzer verursachen nur 10% des Datenverkehrs, den Laptop-Nutzer verursachen. Außerdem verbrauchen sie weniger Datenbandbreite und erzielen so einen höheren Umsatz pro Kunde (ARPU).

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