Appliance verbindet Apple iPhone und iPad mit Druckern Lantronix xPrintServer im Test

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit dem xPrintServer von Lantronix können iPhone und iPad drahtlos Druckaufträge an USB- oder Netzwerkdrucker schicken. IP-Insider hat getestet, wie gut das in Firmennetzen funktionieren kann.

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Mit dem xPrintServer macht Lantronix über 4.000 herkömmliche Druckermodelle fit für AirPrint.
Mit dem xPrintServer macht Lantronix über 4.000 herkömmliche Druckermodelle fit für AirPrint.
(Bild: Srocke)

Seit iOS 4.2 können Mobilgeräte von Apple standardmäßig drahtlos drucken, wenn sich im Netzwerk denn eine kompatible Gegenstelle befindet. Das kann ein AirPrint-kompatibler Drucker oder ein Server mit entsprechender Software sein. Lantronix bietet ein solches System als Appliance in kompakter Bauform an und nennt das Ganze xPrintServer. IP-Insider hat sich die Office-Version des Systems genauer angeschaut.

Im Vergleich zur günstigeren "Home Edition" zeichnet die sich die "Office Edition" des xPrintServer beispielsweise durch erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten, eine Active-Directory-Anbindung und eine nicht limitierte Zahl ansprechbarer Netzwerkdrucker aus.

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Lieferumfang

Lantronix liefert den silbergrauen xPrintServer samt Zubehör. In der Verpackung befindet sich neben dem 11,43 x 5,95 x 2,32 Zentimeter messenden System ein Netzteil mit Adaptern für verschiedene Stromnetze. Ebenfalls inklusive sind ein kurzes Patchkabel sowie Montagematerial, mit dem Anwender ihren Server auch in Racks befestigen können.

Testaufbau

In unserem Beispielsszenario haben wir lediglich einen USB-Drucker (Samsung ML-1610) mit der Box verbunden. Als Endgeräte nutzten wir einen Desktop-PC mit Windows 7 Ultimate (64 Bit) und den Bonjour-Druckdiensten von Apple sowie ein iPad Mini. Das Active Directory wurde von einem virtualisiert laufenden Windows Server 2008 (32 Bit) bereitgestellt.

Erstinstallation

Die Installation des Lantronix xPrintServer gestaltet sich erfreulich einfach. Das Gerät wird per RJ45-Buchse mit dem Netzwerk verbunden. Über den einzigen USB-Port lassen sich (per zusätzlichem Hub) bis zu acht lokale Drucker anschließen. Eine Liste unterstützter Geräte gibt es beim Hersteller. Zusätzlich unterstützt das System auch zwei (Home Edition) oder unbegrenzt (Office Edition) Netzwerkdrucker per AppSocket/HP JetDirect, Internet Printing Protocol (http), Internet Printing Protocol (ipp), LPD/LPR Host or Printer und Canon network printer – mangels passender Endgeräte haben wir diese Anbindungen allerdings nicht überprüft.

Nach dem Anschluss des Netzteils geht der xPrintServer in Betrieb und wird nach dem Hochfahren per Web-Interface bedient. Um die zur Administration nötige IP-Adresse des Geräte zu finden, können Anwender übrigens einen Webdienst von Lantronix nutzen. Nach Eingabe der Seriennummer liefert dieser dann die entsprechenden Ziffernfolgen.

Konfiguration per Browser

Die Web-Administrationsoberfläche wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Beim erstmaligen Starten empfiehlt es sich, die Zeitzone einzustellen. Es folgt ein automatischer Neustart. Nach diesem behält der xPrintServer die Einstellungen dann aber auch dauerhaft – Logdateien und Print-Jobs speichert das System dagegen nicht.

Des Weiteren bietet die Oberfläche die für Netzwerkgeräte üblichen Funktionen, um Admin-Passwort, Systemnamen oder IP-Adresse festzulegen. Per Browser können Administratoren auch die Feineinstellungen des Druckers regeln, etwa Toner-Sparmodus, Druckauflösung und Papierformat.

Den von uns per USB angeschlossenen Drucker hat das System automatisch erkannt. Obwohl der Drucker damit bereits vom iPad angesprochen werden konnte, haben wir uns der Vollständigkeit halber die Mühe gemacht, noch den passenden Treiber händisch per Web-Konsole nachzuladen. Am Desktop-PC bedurfte es zusätzlicher Konfigurationsarbeit: Apples Bonjour-Druckassistent fragte nach dem passenden Druckertreiber.

Booten und Betrieb

Gut fanden wir die vergleichsweise kurze Bootzeit des xPrintServer. Nach dem Einschalten vergingen rund 16 Sekunden, bis das System auf eingehende Pings antwortete.

Ähnlich positiv bewerten wir den Strombedarf des Druckservers. Der Hersteller nennt einen Wert von etwa einem Watt. Diese ungefähren Größenordnung können wir bestätigen: Die von einem preisgünstigen Messgerät aus dem Supermarkt ermittelten Werte lagen dabei nie über 1,7 Watt.

weiter mit Zugriffssteuerung und AirPrint-Problemen

Zugriffssteuerung nur für iOS sinnvoll

Gerade für geschäftliche Einsatzszenarien dürfte die im xPrintServer verbaute Zugriffssteuerung essentiell sein. In unserem Test stellte sich allerdings heraus, dass diese eigentlich nur für iOS-Systeme taugt.

Per Web-Interface können Anwender auf dem Server beispielsweise Nutzer anlegen. Die müssen sich dann zunächst per Login und Passwort ausweisen, bevor Daten ausgedruckt werden dürfen. Mit iOS-Geräten funktioniert das prima. Unser Windows-Rechner konnte auf den so gesicherten Drucker allerdings überhaupt nicht mehr zugreifen und verweigerte kommentarlos sowie ohne weitere Fehlermeldung den Dienst.

Weniger restriktiv funktionierte die Active-Directory-Anbindung der von uns getesteten Office-Version des xPrintServer. Auch ein nicht an der Domäne angemeldeter Windows-Rechner konnte nach Belieben drucken. Auf dem iPad wiederum funktionierte die Zugangssteuerung tadellos: Nur im Active Directory geführte Nutzer konnten auch auf den Drucker zugreifen.

Probleme mit AirPrint

Obwohl wir den xPrintServer recht bequem zum Laufen gebracht haben, bereitete uns das System einige Probleme – die man wohl zumindest teilweise Apple anlasten muss. Im Zusammenspiel mit einem iPad Mini unter iOS 6 druckte unsere Installation lediglich die erste Seite der jeweiligen Aufträge aus. Mit einem Blinken deutete der Laserdrucker danach eine Fehlfunktion an, lief aber regelmäßig wieder an und erwärmte sich spürbar. Ähnliche Schwierigkeiten mit Airprint wurden auch in Apples Supportforum diskutiert; ein Update auf iOS 6.1 behob bei uns die Fehlfunktion.

Nicht beheben konnten wir dagegen die Probleme mit unserem Desktop-PC. Dessen Druckaufträge wurden regelmäßig nicht ausgeführt. Irritierend dabei: Die Weboberfläche des xPrintServer protokollierte die Aufträge dennoch als "Completed Jobs".

Die unter den Admin-Tools abgelegte "Diagnostic"-Einstellung des xPrintServers half uns in diesem Fall wenig weiter – die Funktion sendet lediglich Daten an den Hersteller. Auch umfangreichen Log-Informationen werden dem durchschnittlichen Anwender kaum erhellende Lösungsansätze bieten. Erschwerend kommt hinzu, dass protokollierte Druckjobs und Logdaten mit jedem Neustart oder Stromausfall gelöscht werden. Administratoren die einem Stromausfall zuvor kommen können das Protokoll der Druckjobs aber immerhin als CSV-Datei exportieren.

Unter Windows 8 Pro bekamen wir unseren Drucker überhaupt nicht zum Laufen: Der Bonjour-Druckassistent konnte den passenden Druckertreiber nicht finden.

Fazit und Preise

Mit dem Lantronix xPrintServer lassen sich klassische Drucker tatsächlich bequem und stromsparend mit AirPrint aufrüsten. Trotz eingebauter Nutzerverwaltung und Active-Directory-Integration überzeugt das System dabei aber nur, wenn tatsächlich von iOS-Geräten gedruckt werden soll. Für klassische Windows-Desktops wirkt die Lösung nicht wirklich ausgereift: Drucke werden nicht zuverlässig genug ausgeführt, das Nutzermanagement ist nicht wirklich stringent umgesetzt.

Das von uns getestete Modell bietet der Hersteller für 200 US-Dollar an. Die weniger leistungsfähige "Home Edition" gibt es bereits für 100 US-Dollar. Details zu den xPrintServer-Varianten gibt es beim Hersteller.

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