Was ist eigentlich ein „Smartphone-friendly“ Netzwerk?

Lang lebe die Batterie! Das iPhone macht die Netze platt

16.07.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Mehr Traffic und Bandbreite sowie geringere Latenz fordern Mobilfunknetze heraus; Probleme verursachen die Signale, Bild: NSN
Mehr Traffic und Bandbreite sowie geringere Latenz fordern Mobilfunknetze heraus; Probleme verursachen die Signale, Bild: NSN

Smartphones sind anders

Das Wachstum smarter Mobilfunk-Devices ist enorm. Damit wächst auch die Anzahl der Signale. Bild: NSN
Das Wachstum smarter Mobilfunk-Devices ist enorm. Damit wächst auch die Anzahl der Signale. Bild: NSN

Smartphones generieren zwei Arten von Netzwerkverkehr. Zum einen handelt es sich um den eigentlichen Inhalt, etwa eine E-Mail für den Anwender. Zum anderen erzeugen die Devices Signalisierungs-Daten.

Diese Signalisierung sorgt dafür, dass ein Mobilfunknetz funktioniert. Netze, Applikationen und Endgeräte können miteinander in Kontakt treten. Leslie Shannon, NSN-Marketing Manager, erläutert, warum die Signalisierung sich derzeit allerdings zum Problem auswächst.

Um eine Sitzung im Mobilfunk zu initiieren, braucht es ein erstes Signal, um sich einer Basisstation bekannt zu machen. In übertragenem Sinn steckt man einen Stecker an. Wird die Verbindung beendet, wird der Stecker gezogen, beziehungsweise die Session durch ein weiteres Signal beendet.

Laptop-Anwender benötigen oftmals tatsächlich nur diese zwei Signale: die Website wird aufgerufen und geschlossen oder der Download einer Präsentation gestartet und beendet. Zwischendurch bleibt die Session bestehen und der Laptop aktiv.

Unnötig viele Signale

Smartphone-Anwendungen hingegen sind anders programmiert. Es gibt bspw. E-Mail-Applikationen, die alle 30 Sekunden oder auch in geringeren Abständen nachfragen, ob eine neue E-Mail angekommen ist. Jedes Mal werden auch neue Signale erzeugt.

Denn, um die Batterie der Smartphones zu schonen, begeben sich die Endgeräte in eine Art Schlafzustand (idle state), sind in gewisser Weise inaktiv. Wird die E-Mail-Anwendung aktiv, weckt sie das Smartphone auf, das sich im Mobilfunknetz erneut bemerkbar machen muss. Der Anwender zieht also ständig den Stecker und stöpselt erneut ein. Der Signalverkehr wächst ins Unermessliche.

Zudem braucht es Zeit, bis eine erneute Verbindung ins Mobilfunknetz zustande kommt, „vielleicht 2 Sekunden im Schnitt“, sagt Shannon. Das aber nehmen Mobilfunknutzer nicht hin. So halten die Smartphones die Verbindung länger offen als notwendig, zum Beispiel 10 Sekunden. Denn es könnte sein, dass Anwender oder Applikation bald erneut auf das Mobilfunknetz zugreifen.

Bleibt die Verbindung jedoch bestehen, wirkt sich das auf den Stromverbrauch aus. Die Batterie wird schneller leer, da das smarte Handy nicht zum Schlafen kommt.

weiter mit: Was kann Apple dafür?

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