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Zyxel Nebula Cloud (AWS) auf dem Prüfstand LAN-Switch und WLAN-APs via Cloud managen

Von Dr. Harald Karcher

Wer nur eine einzige Fritzbox verwalten will, gibt FRITZ.BOX in seinen Browser ein, und landet auf der lokalen Management-Oberfläche des WLAN-Routers. Wer jedoch ein größeres Netzwerk hat, das an mehreren Standorten funkt, kommt schnell zur Einsicht, dass eine Verwaltung über die Cloud bequemer ist.

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Die Installation, Konfiguration und laufende Verwaltung der Netze und Geräte wird dank App und Cloud immer einfacher, wie unser Test der Zyxel Nebula Cloud Platform zeigt.
Die Installation, Konfiguration und laufende Verwaltung der Netze und Geräte wird dank App und Cloud immer einfacher, wie unser Test der Zyxel Nebula Cloud Platform zeigt.
(©GOCMEN - stock.adobe.com)

Wir wollen das an einem kleinen Beispiel demonstrieren, und verwenden dazu einen Switch und zwei Access-Points von Zyxel. Als Internet-Modem dient eine Fritzbox 6660 Cable. Mit ihrer Hilfe bringen wir die Zyxel-Geräte ins Internet, und damit eben auch in die Netzwerk-Management-Cloud. Hosted by Amazon in Irland.

Screen Dumps, Tech Specs und Preise aller Zutaten in der Bildergalerie. Hier nur das grobe Kochrezept:

Der im Cloud-Test verwendete Switch namens Zyxel XS1930-12HP hat 12 Ports, davon 8x 10 GbE mit Power-over-Ethernet (PoE). Dieser Datenverteiler ist über das normale, lokale Webinterface administrierbar, aber auch über die Zyxel-Amazon-Cloud.

Als ersten WLAN-Access-Point (AP) verwenden wir den Zyxel NWA 110AX. Der kann schon Wifi-6 bis 1200 Mbps bei 5 GHz. Er ist lokal administrierbar, aber auch schon Amazon-Cloud-fähig.

Als zweiten WLAN-AP verwenden wir einen Zyxel NWA 210AX. Der funkt bis zu 2400 Megabit Brutto im 5 Gigahertz Band. Auch dieser Access-Point lässt sich über das eingebaute Web-Interface lokal administrieren, oder über die Zyxel-Amazon-Cloud.

Jetzt müssen wir noch schnelles Internet in diesen Testaufbau zuspielen: Dazu dient eine Fritzbox 6660 Cable am Vodafone-1000-Kabel. Die hat der Autor schon seit Februar 2020, also vom ersten Tage an, nonstop im Einsatz (Praxis-Test der AVM Fritzbox 6660 Cable).

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Geräte in der Cloud anmelden

Wie kriegen wir diese Geräte nun schnell und elegant in die Cloud? Voila: Auf allen Schachteln (und Geräten) waren schon ab Werk QR-Codes drauf: Letztere kann man per Handy abfotografieren und damit in die Cloud einbuchen, bevor sie überhaupt ausgepackt werden.

Das ist die neue Philosophie: Der Admin könnte die Geräte auch ungeöffnet an den finalen Einsatz-Ort weiterschicken (lassen). Etwa direkt an Filialbetriebe von Flensburg bis Garmisch. Dort würde dann der Filialleiter oder Hausmeister das alte, defekte LAN-WLAN-Gerät vom Kabel wegnehmen, und das neue, vorkonfigurierte Gerät am LAN anstöpseln. Ganz ohne IT-Kenntnisse.

Und just in diesem Moment sieht der Administrator via Cloud: Aha, in Flensburg ist ein neues Netzwerk-Gerät ans LAN gegangen, das kann ich jetzt noch fein-administrieren und dann überprüfen, ob in der Ferne alles perfekt läuft und funkt. Das ist ein großer Nutzen der LAN-WAN-WLAN-Management-Cloud.

Früher hätte man bei 4.000 Filialen, typische Größe einer bekannten Supermarkt-Kette, permanent von Flensburg bis Garmisch und wieder zurück fahren müssen, mit einem Kofferraum voller Ersatz-Geräte. Und dann vor Ort herumschrauben, bis alles wieder läuft im Netz. Denn bei tausende Standorten kommt es ja oft vor, dass mal ein Gerät ausfällt, oder zu viel Hitze abkriegt, oder jemand übers LAN-Kabel stolpert.

Via Cloud kann man jetzt aber auch vom Heimbüro ein weit verteiltes Netzwerk auf dem Monitor überwachen und managen. Viel Rennen muss nur noch der Paketfahrer. Der Admin kann auf der Couch daheim arbeiten.

Geräte von der Cloud abmelden

Und wie kriegen wir die Geräte wieder aus der Cloud heraus, falls man sie später anderweitig verwenden, verkaufen, verschenken, verschrotten, oder in einer Nicht-Cloud erneut installieren möchte? Dann kann man sie aus dem Cloud-Portal abmelden, einen Neustart machen und damit in den lokalen Stand-Alone-Modus zurücksetzen.

Netzwerk-Cloud over Google Maps

Die Zyxel-Cloud hat schnell gemerkt: Aha, der Karcher hat jetzt einen Zyxel-Switch westlich vom Englischen Garten in München installiert. Das ist fast richtig: Wir saßen de-facto aber nicht westlich vom Park, sondern ein bisschen weiter östlich, auf der Couch, in München 81929. Den halb-genauen Standort hat der Internet-Provider via Fritzbox eingespielt. Wir hätten den voll-exakten Standort aber selbst händisch in der Cloud nach-korrigieren können. Weitere Details siehe auch hier in der Bildergalerie.

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Schon jetzt wird klar: Für eine kleine Installation, an einem einzigen Standort, reicht das Heimnetz einer Fritzbox. Jedoch: Für einen bundesweiten Filialbetrieb mit vielen Läden, oder gar für ein globales Unternehmen, ist die Darstellung des kompletten Firmen-Netzes via Amazon-Cloud und auf Google Maps viel bequemer. Man klickt im Google Maps Netzwerk-Overlay, dann einzelne LAN-WLAN-Geräte, oder ganze Städte, Länder, Kontinente in der Landkarte an, um passende Statistiken zum LAN-WAN-WLAN-Netzwerk zu bekommen, oder Konfigurationen aus der Ferne zu ändern.

Angst vor der Cloud und vor KI

So ein cloud-basiertes Netzwerk-Management kommt aber nicht bei allen Admins gleich gut an: Wer in den älteren Netzwerk-Admin-Oberflächen top-fit ist, könnte sich fragen: Wozu habe ich das früher alles mühsam gelernt, wenn das jetzt mit der Cloud so easy wird? Dann braucht man ja mein Spezialwissen nicht mehr.

Und es wird noch viel schlimmer, wenn in der Cloud immer mehr Künstliche Intelligenz zum Tragen kommt. Dann wird sich die Rolle des Netzwerk-Administrators so ändern, dass der Network Admin eher den strategischen Überblick haben muss, aber nicht bis ins letzte Detail alles selbst optimieren muss.

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