Eisfair und Samba

Kostenlose Dateiserver für kleine Netzwerke

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Der Vorteil von Eisfair ist der schlanke, nicht überladene Funktionsumfang.
Der Vorteil von Eisfair ist der schlanke, nicht überladene Funktionsumfang. (Bild: Joos)

In kleinen Unternehmen ist nicht immer das Know-how verfügbar, um manuell einen Windows-Server zu installieren, oder ein umständliches Linux-System bereitzustellen. Doch es gibt sehr gute Alternativen, die schnell installiert und leicht zu verwalten sind. Sogar Windows-Clients können auf solche Server zugreifen.

Unternehmen, die einen neuen Server als Datei- oder Unternehmensserver in kleinen Netzwerken installieren wollen, können entweder selbst einen Server installieren, oder auf eine vorgefertigte Distribution setzen. Einfach zu bedienen und zu verwalten ist die Linux-Distribution Eisfair. Alles, was kleine Unternehmen benötigen, lässt sich mit Eisfair umsetzen. Auch die Datensicherung des Servers und der angebundenen Speichersysteme lässt sich ebenso kostenlos umsetzen, wie ein Virenschutz.

Um einen Dateiserver zur Verfügung zu stellen, wird im Linux-Bereich vor allem auf Samba gesetzt. Diese OpenSource-Lösung lässt sich natürlich auch auf anderen Linux-Distributionen nutzen, oder selbst auf einem Linux-Server installieren und betreiben.

Im Bereich der Arbeitsstationen kann weiterhin Windows eingesetzt werden. Für die Clients ist die Verwendung von Samba transparent. Die Anwender speichern ihre Dokumente wie unter Windows auch in Dateifreigaben. Diese lassen sich auf Windows-Rechnern genauso nutzen, wie auf Macs oder Linux-Rechnern. Auf Wunsch lässt sich ein Samba-Server sogar mit den gleichen Werkzeugen verwalten, wie ein Windows-Server.

Darum ist Eisfair ideal für kleine Unternehmen geeignet

Der Vorteil von Eisfair ist der schlanke, nicht überladene Funktionsumfang. Die Distribution lässt sich auch als Router oder Firewall einsetzen. Allerdings sollten sich Unternehmen entscheiden, ob sie einen Server als Dateiserver oder als Firewall einsetzen. Eisfair belastet die Hardware kaum. Daher gibt es auch eine Version für den Rasberry PI. Natürlich kann das Linux-System auch auf herkömmlicher Server-Hardware installiert werden. Die Verwaltung des Servers erfolgt über Konfigurationsdateien und eine textbasierte, grafische Oberfläche. Standardmäßig sind folgende Dienste auf dem Server verfügbar:

  • Samba-Fileserver
  • Druckerserver
  • Webserver
  • FTP-Server
  • Mailserver
  • Newsserver
  • Nameserver
  • unterschiedliche Datenbankserver (zum Beispiel MariaDB)
  • Proxydienste
  • Faxserver
  • Anrufbeantworter
  • Telefonanlage (Asterisk)

Wer sich etwas mit dem Server auseinandersetzt, kann aber weit mehr Funktionen herauskitzeln, als einen einfachen Dateiserver. So lässt sich zum Beispiel auch die bekannte Opensource-Telefonanlage Asterisk auf dem Server betreiben. Diese lässt sich dann auch mit DSL-Routern betreiben, zum Beispiel einer AVM Fritz!Box.

Die Entwickler stellen Anleitungen sowie eine PDF-Datei zur Erleichterung der Administration auf der Webseite zur Verfügung. Alle Dokumente stehen in deutscher Sprache zur Verfügung, was ein echter Mehrwert ist, wenn sich ein Administrator mit dem Server befasst, der sich zuvor nicht mit Linux auseinandergesetzt hat.

Eisfair ohne Linux-Kenntnisse installieren

Für die Installation und den Betrieb von Eisfair-Linux sind keine Linux-Kenntnisse notwendig. Allerdings sollte die Einrichtung auch nicht unterschätzt werden. Im Gegensatz zu vielen Linux-Servern für Unternehmen bietet Eisfair nicht überall eine grafische Oberfläche. Die Installation erfolgt über einen textbasierten Assistenten (siehe Abbildung 1).

Hier müssen einfach alle Punkte abgearbeitet und ausgefüllt werden. Danach beginnt der Installationsassistent mit der Installation. Diese dauert nur wenige Sekunden/Minuten. Danach kann die Installation über einen eigenen Menüpunkt durch das Öffnen der Protokolldateien überprüft werden (siehe Abbildung 2).

Nach der Installation sollte zunächst eine Benutzeranmeldung mit dem Benutzer „root“ erfolgen sowie dem Kennwort, das bei der Installation angegeben wurde. Über den Ping-Befehl sollte danach getestet werden, ob der Server im Netzwerk erreichbar ist. Funktioniert die Netzwerkanbindung, erfolgt die Einrichtung.

Samba und andere Dienste einrichten

Mit dem Befehl „setup“ startet die Installation und Einrichtung von zusätzlichen Diensten (siehe Abbildung 3). Durch die Auswahl von „Package Administration“ und dann „CUI eisfair packages“ stehen die verschiedenen Pakete zur Verfügung, die nachträglich installiert und aktiviert werden können. Hier lässt sich auch Samba zur Installation auswählen (siehe Abbildung 4). Eisfair ist sehr modular aufgebaut, und erlaubt die Installation weiterer Pakete über die verschiedenen Menüpunkte. Alle Pakete stehen über den Menüpunkt „All Packages“ zur Verfügung. Hierüber lassen sich zahlreiche weitere Erweiterungen für den Server herunterladen.

Sobald ein Dienst installiert wird, auch andere Dienste als Samba, werden diese über den Menüpunkt „Service Administration“ konfiguriert. Hier erscheinen alle installierten Dienste (siehe Abbildung 5). Für jeden Dienst stehen weitere Optionen zur Verfügung, um ihn zu konfigurieren. Über den Menüpunkt „Samba Server Handling“, wird dieser Serverdienst eingerichtet (siehe Abbildung 6).

Auf dem gleichen Weg lassen sich weitere Dienste einrichten. Samba verfügt über eine eigene Benutzerverwaltung. Die Benutzer werden über den Eisfair User Manager angelegt. Dieser ist über den Menüpunkt zur Verwaltung von Samba ebenfalls erreichbar (siehe Abbildung 7). Die ausführliche Einrichtung dieser Funktion ist im Handbuch ausführlich beschrieben.

Samba auch auf anderen Wegen nutzen

Samba steht auf verschiedenen Wegen auch als Linux-Distribution oder als bereits installierte virtuelle Festplatte auf Basis von Hyper-V (VHD), Open Virtualization Format (OVF) oder als VMware-Image, beziehungsweise KVM zur Verfügung. Wollen Unternehmen also nicht auf Eisfair setzen, kann auch auf anderem Weg ein kostenloser Dateiserver genutzt werden. Der Download ist bei SUSE zu finden. Auch Univention Corporate Server bietet eine Linux-Distribution mit Samba und zusätzlich eine webbasierte Verwaltungsoberfläche.

Wer sich Samba in einer eigenen Linux-Installation direkt von den Entwicklern herunterladen will, findet die Installationsdateien und Anleitungen auf der Seite Samba.org; ein Whitepaper zur Installation ist auf der Seite ebenfalls zu finden.

Generell spielt es keine Rolle welche Distribution Administratoren verwenden, die Funktionen sind nahezu identisch. Samba lässt sich also als vollwertiger Domänencontroller inklusive Dateiserver-Betrieb nutzen. Im Netzwerk können auch mehrere Domänencontroller mit Samba eingesetzt werden, die untereinander Daten synchronisieren. Neben Gruppenrichtlinien lassen sich auch servergespeicherte Profile mit Samba 4 umsetzen. Unternehmen die Exchange einsetzen, können ebenfalls auf Samba setzen, da Samba und aktuelle Exchange-Versionen kompatibel zueinander sind.

Samba-4-Server können auch als Mitgliedsserver in einem Active Directory auf Basis von Windows-Servern teilnehmen, oder ein eigenes Active Directory zur Verfügung stellen. Dabei tritt der Server als normaler Domänencontroller auf, auch zusammen mit anderen Domänencontrollern. Die Einrichtung erfolgt über einen Assistenten oder Konfigurationsdateien auf dem Server. Die Verwaltung der Domäne lässt sich nach der Installation auch vollständig über die Windows-Verwaltungstools durchführen. Dazu müssen lediglich die Remoteserver-Verwaltungstools installiert werden.

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