Suchen

Aufbau eines Reseller-Kanals Kaseya erweitert das Vertriebsmodell

| Autor / Redakteur: Sarah Böttcher und Michael Hase / Florian Karlstetter

Der Management-Spezialist Kaseya hat seine Tools bisher nur an Service Provider verkauft, die damit die IT ihrer Endkunden betreuen. Künftig wird der Hersteller seine Software auch über Reseller an IT-Abteilungen vertreiben. Für den zusätzlichen Kanal hat Kaseya ein neues Partnerprogramm entwickelt.

Thomas Hefner, Senior Sales Manager DACH bei Kaseya, möchte auch Partner von Wettbwerbern für den IT-Management-Spezialisten gewinnen.
Thomas Hefner, Senior Sales Manager DACH bei Kaseya, möchte auch Partner von Wettbwerbern für den IT-Management-Spezialisten gewinnen.
(Bild: Kaseya)

Kaseya stellt sich strategisch neu auf. Der Hersteller hat seine Management-Tools bisher gezielt an Service Provider verkauft, die damit die IT-Infrastruktur ihrer Kunden überwachen und managen. Künftig vertreibt das Unternehmen die Software auch an Unternehmen und baut dafür einen Händlerkanal auf. „Wir ergänzen unser etabliertes Geschäftsmodell um das Reselling an IT-Abteilungen“, beschreibt Thomas Hefner, Senior Sales Manager DACH bei Kaseya, den neuen Kurs.

Der Hersteller hat mittlerweile ein breites Portfolio für das Systemmanagement aufgebaut, das mehrere Teildisziplinen abdeckt. Ein zentrales Produkt ist der Virtual System Administrator (VSA), der Funktionen für Remote Monitoring, Asset Management, Backup & Recovery, Security Management und Service Delivery bietet. Darüber hinaus verfügt Kaseya über Tools für Desktop Migration, Software Deployment oder Mobile Device Management. Um seine Produkte bei gewerblichen Endkunden bekannter zu machen, investiert der Anbieter in Marketingaktionen.

Kaseya treibt die neue Strategie auch auf dem deutschen Markt voran. Hierzulande arbeitet der Hersteller derzeit mit mehr als 300 Partnern zusammen, an die er seine Software in einem einstufigen Modell ohne Distribution verkauft. Bei den meisten Partnern handelt es sich um Systemhäuser, die Managed Services auf Basis der Kaseya-Technologie entwickelt haben und damit den IT-Betrieb ihrer Kunden unterstützen.

Partner von Wettbewerbern

„Unsere Reseller werden wir zum Teil aus dem bestehenden Partnerstamm rekrutieren“, kündigt Hefner an. „Wir werden uns aber auch gezielt an Systemhäuser wenden, die bislang Wettbewerbsprodukte vertrieben haben.“ Als Konkurrenten auf dem deutschen Markt sieht der Sales-Profi die Spezialisten Baramundi, Landesk und Matrix42 ebenso wie die IT-Konzerne Dell und Microsoft, die mit den Produkten Kace beziehungsweise System Center ebenfalls Software für das Systemmanagement anbieten.

Bei den Endkunden wird sich Kaseya zunächst auf bestimmte vertikale Märkte konzentrieren, wie Hefner erläutert. „Im Fokus stehen vor allem Branchen, in denen die IT-Systeme auf viele Niederlassungen verteilt sind.“ Als Beispiel nennt er den Einzelhandel mit seinen Filialketten. Denn in verteilten Systemen könnten Kaseya-Produkte ihre Stärken, die sie als Tools für Service Provider auszeichnen, besonders ausspielen.

Der Strategiewechsel geht auf das neue Management von Kaseya zurück. Bei dem Software-Hersteller, der im Jahr 2000 im Silicon Valley gegründet wurde, stieg im Juni vergangenen Jahres die Investmentfirma Insight Ventures mit, wie es in der Mitteilung hieß, „einer erheblichen Beteiligung“ ein (siehe auch „Ergänzendes zum Thema“). Nach der Transaktion wurde das Top-Management von Kaseya ausgetauscht.

Aus Sicht einer Risikokapitalfirma ist die neue Strategie freilich plausibel. Üblicherweise sind Kapitalinvestoren bestrebt, den Wert einer Beteiligung deutlich zu erhöhen. Von der Erweiterung des Zielmarkts auf IT-Abteilungen verspricht sich der Investor offenbar ein schnelleres Wachstum des Unternehmens.

(ID:42705632)