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Lizenzmodell und Hardware für SDN Service Chaining Juniper plant Controller ohne OpenFlow

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Juniper Networks präsentiert eine Strategie für Software-Defined Networking (SDN), nennt Alternativen zu OpenFlow und entkoppelt Software samt Lizenzen künftig von der verkauften Hardware.

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Schon heute erläutert Bob Muglia, wie JunosV App Engine und SDN-Controller zusammenarbeiten. Das damit mögliche Service Chaining soll ab 2014 funktionieren.
Schon heute erläutert Bob Muglia, wie JunosV App Engine und SDN-Controller zusammenarbeiten. Das damit mögliche Service Chaining soll ab 2014 funktionieren.
(Bild: Juniper)

Juniper Networks (Juniper) hat das auffällige Schweigen der vergangenen Wochen beendet und sich auf der Global Partner Conference zum Thema SDN positioniert. Was in den Keynotes als angenehme Einführung zum Thema daher kam, entpuppte sich bei genauerem Hinhören allerdings als kleiner Affront gegen die Open Networking Foundation – die sich für Standardisierung sowie Weiterentwicklung des OpenFlow-Protokolls einsetzt und zu deren Mitgliedern auch Juniper selbst gehört.

So erklärte Bob Muglia, Executive Vice President, Software Solutions Division, dass OpenFlow keineswegs mit SDN gleichzusetzen sei. Das Protokoll sei zwar ein interessanter Ansatz, allerdings nur ein Protokoll von Hunderten. Pradeep Sindhu, CTO und Mitgründer Junipers, nannte OpenFlow im Pressegespräch gar den "interessanten, frühen Versuch eines SDN-Modells"; eine mögliche Interpretation: Die Technik ist überholt und wenig praxistauglich.

BGP und XMPP statt OpenFlow

Junipers Hardware wird zwar auch in Zukunft OpenFlow verstehen und sich von Controllern Dritter ansprechen lassen. Für die eigene Controller werde man aber auf die Alternativen BGP (Border GatewayProtocol) und XMPP (Extensible Messaging and Presence Protocol) setzen. Die nötige Expertise hierfür hat sich das Unternehmen mit der kürzlich bekannt gegebenen Übernahme von Contrail Systems eingekauft.

Essentieller Teil von Junipers SDN-Strategie ist die Abspaltung von Netzwerk- sowie Security-Diensten von der darunterliegenden Hardware. Statt physische Appliances hintereinander zu koppeln, propagiert der Anbieter den Einsatz eines "SDN Service Chaining" – bei dem virtuelle Softwareinstanzen in den Netzwerktraffic eingebunden werden. Einzelne Services können dann auch auf handelsüblichen x86-Servern laufen und wie in einer private Cloud elastisch und individuell skaliert werden.

Angepasstes Lizenzmodell

Diesem technischen Ansatz will Juniper künftig mit einem angepassten Lizenzmodell Rechnung tragen. Per "Juniper Software Advantage" verkaufte Lizenzen lassen sich laut Hersteller auf beliebigen Systemen einsetzen. Dabei orientiert man sich am Geschäftsgebaren klassischer Softwareanbieter. Abgerechnet werde lediglich der Traffic – und der könnte auch auf verschiedene Maschinen aufgeteilt werden. Der Anbieter will diese Lizenzen schrittweise mit neuen Angeboten einführen; bestehende Lösungen werden wie gehabt abgerechnet.

Auf dem Weg zum SDN will Juniper Kunden schrittweise begleiten. Das Versprechen: Schon 2013 sollen Anwender erste Vorteile von SDN nutzen können. Dabei konzentriert sich der Hersteller zunächst auf zwei Domänen: Service Provider Edge und Datacenter.

Roadmap im Schnelldurchlauf

Bereits jetzt liefere man mit Junos Space Applications Werkzeuge, um das Netzwerk-Management zu zentralisieren. Noch im ersten Quartal 2013 soll die JunosV App Engine verfügbar werden, mit der Dienste auf x86-Hardware ausgeführt werden können.

Das Zusammenspiel von JunosV App Engine und dem von Contrail Systems beigesteuerten SDN-Controller soll im kommenden Jahr funktionieren und dann das oben beschriebene Service Chaining ermöglichen. Mit optimierter Hardware der MX Series und SRX Series will Juniper künftig zudem die mindestens zehnfache Leistung für Security- und Netzwerkdienste bereitstellen.

Weitere Details zu Junipers SDN-Strategie und neuen Partnerprogrammen lesen Sie auf unserem Schwesterportal IT-Business.

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