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Zurück aus dem Lockdown Jetzt schlägt die Stunde der IT-Optimierer

| Autor / Redakteur: Sascha Giese / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Lockdown hat IT-Profis enorm gefordert: Von heute auf morgen mussten sie eine riesige Homeoffice-Flotte ausstatten und sichern, eine zusätzliche Komplexitätsschicht kontrollieren und Anwendungen performant halten. Mit der Lockerung heißt es, die neue, verteilte Arbeitswelt zu optimieren.

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The New Normal: Für Technikexperten wird dies für lange Zeit die Bereitstellung und das Management eines verteilten Arbeitens sein.
The New Normal: Für Technikexperten wird dies für lange Zeit die Bereitstellung und das Management eines verteilten Arbeitens sein.
(Bild: © – gillianvann – stock.adobe.com)

Im Zuge der schrittweisen Lockerungen werden sich nach und nach die Büros wieder füllen. Dennoch werden viele Mitarbeiter weiter das Homeoffice nutzen. Auf diese Situation müssen sich IT-Profis jetzt dauerhaft einstellen. Nun heißt es, das Provisorium zu optimieren. Sie müssen ab sofort beide Welten im Blick behalten und sukzessive die im Crashkurs gewonnen Erkenntnisse auf die neue Gesamtsituation anwenden. Worauf ist dabei vor allem zu achten?

1. Monitoring: Die Kennzahlen der neuen Situation anpassen

Für die jetzt dringend notwendige Optimierung der Arbeitsplätze – Zugang zu Netzwerk und Anwendungen – ist ein leistungsstarkes Monitoring essenziell. Allerdings: Vergleichbare Messzahlen als Grundlage für die Optimierung liefert nur ein einheitliches Tool für die unterschiedlichen Welten – Zuhause, Büro, Netzwerk, Anwendungen. Hier wird es nach der Rückkehr aus dem Lockdown nötig sein, die Tools neu zu eichen. Welche KPIs der Pre-Covid-19-Zeit sind noch relevant? Wie verhalten sie sich zu den Erkenntnissen aus der verteilten Arbeitswelt? Wie lassen sie sich in Zukunft zusammenbringen, um eine neue Basis zu schaffen?

2. Status quo: Verifizieren, dass alles noch läuft, wie vor der Krise

Kommen die Mitarbeiter nach dem Lockdown zurück ins Büro, muss die IT sichergestellt haben, dass dort wieder alles so läuft, wie davor. Denn nicht wenige Abteilungen haben in der Phase des plötzlichen Übergangs Ressourcen verschoben, z.B. für die IT-Sicherheit, um das Unternehmen im Spiel zu halten. Oder das Routing wurde geändert, um Zugänge zu ermöglichen. Oder Zugriffsrechte wurden anders verteilt. Verschiedene Maßnahmen müssen dahingehend überprüft werden – und entweder zurückgestellt oder durch bessere Praktiken, die man in der Krise entdeckt hat, ersetzt werden.

3. Kosten: Einsparpotenziale nutzen

Der Kaltstart in mehr Digitalisierung hat die Ressourcenverteilung durcheinandergewirbelt. Dabei haben sich Möglichkeiten gezeigt, Dinge anders zu regeln – unter Umständen dauerhaft günstiger. Optimierer sollten jetzt prüfen, welche Arbeitszyklen verzichtbar geworden sind oder an welchen Stellen Ressourcen hochgefahren wurden, die jetzt nicht mehr gebraucht werden. Beispielsweise haben die IT-Profis zwangsläufig verschiedene Anwendungen in die Cloud verschoben. Ist es sinnvoll, diese wieder zurückzuholen, um diesen Kostenfaktor wieder aus der Bilanz zu bekommen? Oder ist das neue Sourcing-Modell für die Zukunft eventuell sogar kostengünstiger?

4. Resilience: Krisenpläne überarbeiten

Wer bislang noch keinen Notfallplan für die IT hatte, wird in Zukunft sicherlich einen schmieden. Doch haben auch viele IT-Profis im Zuge der Krise die Erfahrung machen müssen, dass ihr Notfallplan nicht ausreichend war. Das sollte jetzt angepasst werden – die Krise war für viele ein Lernen im Zeitraffer. Diese Erkenntnisse müssen die IT-Verantwortlichen jetzt sammeln und für zukünftige Herausforderungen abrufbar machen.

5. Anwendungs-Performance: Erfahrungen nutzen

Anwendungen wie spezielle Business-, Microsoft- oder Oracle-Systeme sind das Kernstück des Geschäftserfolgs – performen sie gut, ist das immer auch gut für das Geschäft. Fallen sie aus, geht es sehr schnell um die Existenz der gesamten Unternehmung. In der Krise mussten viele Unternehmen ihren Mitarbeitern ihre essenziellen Anwendungen auf neuen Wegen zugänglich machen, z.B., indem sie Datenbanken in die Cloud verschoben haben oder Collaboration-Tools breiter und mit mehr Funktionen genutzt haben.

Sascha Giese.
Sascha Giese.
(Bild: SolarWinds)

Optimierer müssen jetzt prüfen, wie sich diese Maßnahmen auf die Performance ausgewirkt hat. Manche Anwendungen laufen eventuell in diesem neuen Setting besser. Diese Leistungssprung lässt sich vielleicht auch auf andere Anwendungen übertragen.

Über den Autor

Sascha Giese ist Head Geek bei SolarWinds.

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