Laut Lancom-Chef Koenzen bringt der Standard 802.11n nur Vorteile

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Umstieg auf Wireless LAN“

09.12.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Ralf Koenzen, Geschäftsführer der Lancom Systems GmbH, sagt, 802.11n ist sicher und taugt für den Außenbereich
Ralf Koenzen, Geschäftsführer der Lancom Systems GmbH, sagt, 802.11n ist sicher und taugt für den Außenbereich

Schon seit drei Jahren werden WLAN-Geräte nach verschiedenen IEEE 802.11n-Vorabversionen zertifiziert. Geplant war die Ratifizierung für Mitte 2007. Doch das IEEE Standards Board Review Commitee, das alle Standards der Organisation prüft und bewertet, ließ sich Zeit. Doch nun steht der Funknetzstandard zur Verfügung. Lancom-Chef Ralf Koenzen sagt, was daran so toll ist.

Vor wenigen Wochen wurde der Standard 802.11n vom IEEE verabschiedet. Was verspricht der neue WLAN-Standard?

Ralf Koenzen: Kurz gesagt: Der WLAN-Standard IEEE 802.11n bietet viel mehr Geschwindigkeit und eine deutlich verbesserte Reichweite sowie Funkabdeckung. So ist unter „WLAN Enhancements for Higher Throughput“ nachzulesen, dass sich die Performance von WLAN-Systemen um das Sechsfache steigern lässt.

Netzwerke mit 802.11n erzielen heute einen Brutto-Datendurchsatz von 300 Megabit pro Sekunde. In der Praxis sind das netto etwa 120 bis 130 Megabit pro Sekunde. Doch das ist nur der Anfang. 11n kann mehr. Und das muss er auch.

Der Trend zum WLAN mit immer mehr Leistung schreitet rasend voran: Die ersten WLAN-Geräte mit einem Brutto-Durchsatz von bis zu 450 Megabit pro Sekunde werden voraussichtlich 2010 auf den Markt kommen. Vermutlich sind beim WLAN-Standard 802.11n sogar bis zu 600 Megabit pro Sekunde mit vier Datenströmen machbar.

Läuft 802.11n mit diesem hohen Durchsatz-Volumen dem Fast-Ethernet den Rang ab?

Ralf Koenzen: In der Tat stellt der neue Standard einen enormen Durchbruch für den WLAN-Markt dar, denn zum ersten Mal überschreiten Drahtlosnetzwerke die Leistungsfähigkeit von Standard-Ethernet-Verbindungen. So kann WLAN dem kabelgebundenen LAN durchaus Konkurrenz machen. Auch in Unternehmen und Institutionen mit hohem Datenaufkommen stellt WLAN nun eine wirtschaftliche Alternative oder Ergänzung zum bestehenden Fast-Ethernet dar.

Welche Technik steckt hinter diesen enormen Leistungssteigerungen des WLANs mit 802.11n?

Ralf Koenzen: Die Steigerung des Datendurchsatzes und die Verbesserung der Funkabdeckung gelingt vor allem durch den Einsatz der so genannten Multiple Input Multiple Output-Technologie; kurz: MIMO. MIMO benutzt mehrere Sender und Empfänger, um bis zu vier parallele Datenströme in nur einem Übertragungskanal zu senden. In der aktuellen Chipsatz-Generation werden bislang jedoch nur zwei parallele Datenströme realisiert.

MIMO funktioniert folgendermaßen: Die Daten eines Access Point werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils über separate Antennen, aber gleichzeitig zum WLAN-Client gesendet werden. Zur Unterscheidung der Datenströme nutzt MIMO Reflexionen zur Identifizierung der Signale. So kann der Durchsatz durch den Einsatz von zwei Sende- und Empfangsantennen verdoppelt werden.

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